Verheißung

Thriller / Krimi

Regie: Ole Christian Madsen

Dänemark / 2024


Seit 17 Jahren versucht der Bornholmer Polizeikommissar Habersaat den Tod einer jungen Frau aufzuklären, die kopfüber in einem Baum hängend gefunden wurde. Wiederholt hatte er Carl Mørck vom Dezernat Q um Mithilfe gebeten, doch der ewig missgelaunte Ermittler hatte ihn immer wieder abblitzen lassen.

Erst Habersaats unerklärlicher Selbstmord ruft Mørck auf den Plan. Gemeinsam mit seinen Kollegen Assad und Rose untersucht er den mysteriösen Fall des toten Mädchens. Die gefährliche Ermittlungsarbeit führt zur Konfrontation mit seiner eigenen dunklen Vergangenheit.

Als Erstes noch einmal der Hinweis, warum nur die ersten vier Teile um Carl Mørck mit den beiden Hauptdarstellern Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares besetzt werden konnten: Die Filmrechte waren einfach abgelaufen. Man hätte jedoch sicher eine bessere Lösung finden können, als die Bücher einfach weiter zu verfilmen und die Charaktere komplett neu zu besetzen.

Denn natürlich hat man die beiden genannten Protagonisten lieb gewonnen, und wenn man diese dann austauscht, ist man zunächst enttäuscht, obwohl die neuen Darsteller eigentlich einen guten Job machen. Thomsen stellt den Mørck allerdings ganz anders dar als es Kaas getan hat.

Zudem hat Rose deutlich mehr Screentime, agiert als gleichwertige Ermittlerin und ist mit Sofia Torp sehr gut besetzt.

Deshalb sollte man VERHEIßUNG einfach als eigenständigen Streifen betrachten und die Namen ignorieren, denn im Gegensatz zum insgesamt eher mäßigen Vorgänger ist dieser Film sehr gut geworden und orientiert sich in seiner Machart eher an den typischen Thrillern aus dem hohen Norden als an europäischen oder gar amerikanischen Sehgewohnheiten.

Natürlich ist die Sekte, deren Guru alles vögelt, was ihm vor die Flinte kommt, etwas dick aufgetragen, aber die Charaktere sind hier hervorragend ausgearbeitet – insbesondere für die Rolle der Rose hat man sehr viel Hintergrundgeschichte eingebaut.

Thomsen haut einige wirklich lustige Sprüche raus und ist insgesamt dem Ermittler aus den Büchern wohl näher als Kaas, aber wie oben erwähnt hat man eben immer das „Original“ im Kopf.

Optisch ist das Ganze mehr als ansprechend. Insbesondere im zweiten Abschnitt hat man hier einiges ausgepackt und zeigt eindrucksvoll, was schicke Kameraeinstellungen alles hergeben können.

Sieht man VERHEIßUNG nicht als direkten Nachfolger der vorherigen Dezernat-Q-Filme, weiß dieser Streifen zu überzeugen, auch wenn es hier etwas ruhiger zugeht als bei den deutlich actionreicheren ersten Teilen.

Fazit: Wer Filme aus dem hohen Norden mag und die Vergleiche zu den Vorgängern ausblenden kann, wird mit einer interessanten Geschichte belohnt, die mit einigen Wendungen aufwartet und die Figuren deutlich vertieft.

Was bedeuten die Chuckys?