The Wailing

Horror / Mystery

Regie: Pedro Martín-Calero

Argentinien / Spanien / Frankreich 2024


Andrea hat Angst. Sie wird von etwas verfolgt – doch niemand, nicht einmal sie selbst, kann es mit bloßem Auge sehen. Vor zwanzig Jahren und zehntausend Kilometer entfernt musste Marie denselben Terror durchleben. Auch Camila blieb nicht verschont. Sie war die Einzige, die verstand, was mit ihr geschieht, doch niemand glaubte ihr.

Die drei jungen Frauen scheinen durch nichts miteinander verbunden zu sein, und doch werden sie aus unerklärlichen Gründen von derselben unbekannten, bösen Macht heimgesucht.

Filme aus Argentinien sieht man hierzulande eher selten, auch wenn es sich bei THE WAILING um eine Koproduktion mit Spanien und Frankreich handelt. Entsprechend fehlen einem ein wenig die Vergleichswerte. Sollten deren Horrorfilme aber öfter so ausfallen wie dieser hier, darf es gerne mehr davon geben.

Besonders hervorzuheben ist der wirklich gelungene Score, der nie aufdringlich wirkt, aber ständig unterschwellig im Hintergrund wabert. Sobald die – natürlich synthetisch erzeugten – Frauenstimmen einsetzen, weiß man, dass gleich wieder etwas Unangenehmes passieren wird.

Die Darstellerinnen waren mir alle nicht bekannt, liefern aber durchweg gute Leistungen ab. Etwas ungewohnt ist allerdings die Erzählweise: Kaum hat man sich als Zuschauer mit einer Figur identifiziert, wechselt der Film auch schon wieder die Perspektive, da die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen spielt.

Das Regiedebüt von Pedro Martín-Calero erweist sich als äußerst atmosphärischer und stellenweise wirklich intensiver Horrorfilm, der deutlich mehr auf Stimmung als auf Blut setzt.

Auch wenn der Streifen vielleicht einen Tick zu lang geraten ist, bleibt man als Zuschauer dran und wird durchaus gefordert. Durch die Zeitsprünge ist es nicht immer ganz einfach, dem Geschehen zu folgen, was aber auch einen Teil des Reizes ausmacht.

THE WAILING ist definitiv ein Film, den man sich auch ein zweites Mal anschauen kann, denn ganz ehrlich: Beim ersten Durchgang habe ich auch nicht alles vollständig verstanden. Die Geschichte lässt zudem verschiedene Interpretationen zu. Wer zum Beispiel IT FOLLOWS mochte, könnte hier ebenfalls zur Zielgruppe gehören.

Ein ungewöhnlicher, fordernder und sehr stimmungsvoller Horrorfilm, der mehr auf Atmosphäre und Unbehagen setzt als auf billige Effekte. Vielleicht kein Mainstream-Stoff, aber durchaus so etwas wie ein kleiner Geheimtipp.