The Unheard

Horror / Mystery

Regie: Jeffrey A. Brown

USA / 2023


Chloe unterzieht sich einem seltenen experimentellen Verfahren, um ihr Gehör wiederherzustellen. Nach der erfolgreichen Behandlung hat sie jedoch merkwürdige Halluzinationen und hört mysteriöse Geräusche und Stimmen, die offenbar mit dem rätselhaften Verschwinden ihrer Mutter in Verbindung stehen. Chloe wird in eine düstere und gefährliche Welt hineingezogen, in der nichts ist, wie es scheint.

Also: Ein taubes Mädchen lässt sich operieren und hört danach Stimmen, die kein anderer hört und die sehr bedrohlich wirken und ihr offenbar etwas sagen wollen. Jetzt mal ehrlich – eine viel bessere Ausgangslage für einen Horrorfilm kann man sich doch kaum wünschen. Doch wie so oft bei TIBERIUS-Produktionen wird dieses Potenzial nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft.

Die Sequenzen mit flackernden Lichtern und schrillen Tönen sind wirklich unheimlich, doch leider gelingt es dem Film nicht, diese sinnvoll in die Handlung zu integrieren. Sie bleiben am Ende eher lose Versatzstücke. Auch muss man sich fragen, warum Chloe ständig alte VHS-Videos in grottiger Qualität schaut – nur um ihre Erinnerungen aufzufrischen?

Zudem ist der Film einfach viel zu lang. 125 Minuten sind selbst bei guter Umsetzung eine Herausforderung, doch hier zieht sich das Ganze wie die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr. Warum man sich nicht konsequent auf den Horrorteil konzentriert, sondern immer wieder ins Drama abdriftet, erschließt sich mir nicht.

Gegen Ende wird es dann auch noch ziemlich hanebüchen, denn plötzlich kommt auch noch ein Serienkiller ins Spiel – was überhaupt nicht mehr so recht zum Rest des Films passen will.

Fazit: Wie man so eine starke Grundidee derart versemmeln kann, bleibt mir ein Rätsel. In manchen Momenten ist THE UNHEARD wirklich gut, in anderen einfach nur sterbenslangweilig. Zudem ist Regisseur Jeffrey A. Brown ein Wiederholungstäter: Auch THE BEACH HOUSE hatte eine großartige Ausgangslage und wurde von ihm schon ziemlich gegen die Wand gefahren – aber nicht ganz so brutal wie dieser hier.