The Syndrome
Horror / Thriller
Regie: Anton Rudenko
Russland / 2023
Eine Stadt wird von mysteriösen Selbstmorden heimgesucht. Karina und Jegor, die selbst von vergangenen Tragödien verfolgt werden, schließen sich zusammen, um die rätselhafte Kraft hinter den Todesfällen zu konfrontieren: den Mann in Weiß. Die Opfer behaupten, dass er ihren Tod vorhersagt und sie so in den Wahnsinn treibt.
Während die beiden in die dunkle Unterwelt der Stadt eintauchen, durchqueren sie psychiatrische Anstalten, decken Geheimnisse auf und stellen sich ihren eigenen Ängsten. In einem Wettlauf gegen die Zeit müssen sie das Geheimnis lüften, bevor auch sie der gespenstischen Bedrohung zum Opfer fallen, die in den Schatten lauert.
Na, das hört sich doch mal interessant an, sollte man meinen – aber der Film stammt aus Russland. Darf man denn im woken Zeitgeist einen Film aus diesem Land noch mögen? Klare Antwort: Da mir der woke Quatsch völlig egal ist – ja. Außerdem können viele Russen nichts für den Krieg und die meisten stehen auch nicht dahinter. So viel zur politischen Einordnung.
Kommen wir aber nun zum Streifen selbst, und der ist überraschend gut geworden und gleich der nächste heiße Kandidat für ein Hollywood-Remake – wie viele Filme von SPLENDID, die sich förmlich aufdrängen. Aber auch das Original ist schon gut.
Bereits die ersten fünf Minuten sind richtig spooky, und obwohl im Grunde ohne viel Aufwand oder Budget inszeniert – sondern nur mit dem richtigen Soundtrack und verstörenden Bildern – kommt hier schon eine sehr schöne Gruselatmosphäre auf.
Überhaupt hat der Film auch im weiteren Verlauf einige solcher Momente zu bieten. Die Geschichte ist insgesamt durchaus originell und wartet mit der einen oder anderen überraschenden Wendung auf. Insbesondere die Idee, wie man den „Mann in Weiß“ besiegen will, ist ziemlich pfiffig – und auch seine Darstellung ist gelungen.
Auch die Darsteller wissen zu gefallen, obwohl ich bei Filmen aus Osteuropa grundsätzlich immer etwas skeptisch bin. Aber selbst bei intensivem Googeln konnte ich nicht wirklich etwas über die Beteiligten erfahren oder kannte andere Filme mit ihnen.
Noch einmal hervorzuheben ist der wirklich hervorragende, überwiegend elektronische Soundtrack, der das Geschehen an den richtigen Stellen perfekt untermalt und damit mehr Spannung erzeugt als dusselige Jump Scares.
Auch wenn Regisseur Rudenko am Ende meiner Meinung nach einen kleinen Fehler begeht (mehr kann ich aus Spoilergründen nicht sagen, es bezieht sich aber auf den Mann in Weiß), ist die Kamera sehr gut eingesetzt und der Film zudem extrem geschickt geschnitten.
Die Prognose treffe ich oft, ich weiß – aber hier bin ich mir sicher, dass ein amerikanisches Remake folgen wird, WENN irgendwer aus Hollywood diesen Streifen zu Gesicht bekommt. Das steht bei einer so unbekannten Produktion natürlich in den Sternen. Das Potenzial für einen sehr guten Horrorfilm ist aber definitiv da. Und auch das Original hat mir bereits gefallen – insgesamt jedoch eher etwas für den B-Movie-Freund.