The Surfer

Thriller / Drama

Regie: Lorcan Finnegan

Australien / Irland / 2024


Ein Mann kehrt an den Traumstrand seiner Kindheit zurück, um mit seinem Sohn zu surfen. Das idyllische Paradies ist allerdings von aggressiven Einheimischen besetzt, die jeden verjagen, der nicht aus der Gegend kommt. „Du lebst nicht hier, du surfst nicht hier!“ ist die Parole der Macho-Truppe, angeführt vom skrupellosen Scully. Gedemütigt und wütend wird der Vater in einen Konflikt hineingezogen, der sich im Einklang mit der brütenden Hitze des Sommers immer weiter zuspitzt und ihn an seine Grenzen treibt.

In den ersten 20 Minuten denkt man wirklich, Nicolas Cage hat endlich mal wieder einen normalen Film gedreht und nicht den abgedrehten Kram, den er in den letzten Jahren so abgeliefert hat. Aber weit gefehlt, denn dann wendet sich alles wieder in die gewohnte Richtung.

Im Gegensatz zu seinen letzten Rollen spielt Cage hier immerhin – zumindest teilweise – einen Sympathieträger, der nur seine Ehe retten und wieder in seine alte Heimat ziehen will, was sich allerdings deutlich schwieriger gestaltet als zunächst gedacht.

Sehr amüsant ist dabei, dass auch eher „schwache“ Figuren wie ein Kaffeeverkäufer oder ein seniler Opa es schaffen, Cages Charakter dazu zu bringen, ihm wertvolle Dinge zu überlassen – weil er seine Luxusuhr und ähnliches gerade nicht braucht, dafür aber so etwas Banales wie ein Fernglas.

Auch die Hartnäckigkeit seines Charakters bringt der – mittlerweile wohl finanziell wieder gesundete – ehemalige Weltstar wirklich unterhaltsam rüber. Er weicht nicht von der Stelle und nicht vom Parkplatz, weil er nun mal auf sein Recht pocht, was teilweise wirklich skurrile Situationen erzeugt.

Diese Surfer-Macho-Truppe wirkt hingegen etwas arg unglaubwürdig. Um da Mitglied zu werden, braucht man unter anderem ein Brandzeichen – das ist mal was Neues, wirkt aber auch ein bisschen aufgesetzt. Ebenso ist der Charakter von Julian McMahon ziemlich strange, was aber durchaus auch so gewollt sein könnte.

Fazit: Wer die Richtung mag, die Cage in den letzten Jahren eingeschlagen hat, für den ist auch THE SURFER geeignet – wobei es gar nicht so leicht ist, ein klares Genre zu finden, auch wenn der Film überall als Thriller geführt wird. Dafür hat er doch einige recht komödiantische Momente.

Meine Bewertung ist nicht repräsentativ, denn ich kann mir gut vorstellen, dass THE SURFER manchen überhaupt nicht zusagt. Ich persönlich fand ihn auf seine ganz eigene Art durchaus unterhaltsam.