The Room
Mystery / Drama
Regie: Gilles Daoust
Belgien / 2014
Also, ich habe in meiner „Karriere“ schon so einiges an Filmen gesehen – von anspruchsvollen Dramen bis hin zum billigsten Horror-Trash ist so ziemlich alles vertreten. Dass mir jedoch zuletzt etwas wie The Room untergekommen ist, dürfte schon lange her sein. Denn hier stellt man sich permanent die Frage: Was soll das bitte?
Versuchen wir, diesen Humbug irgendwie zusammenzufassen: Wir befinden uns im Haus einer belgischen Familie. Die 29-jährige Tochter ist schwanger und möchte ausziehen. Das passt ihrem Vater und dessen Gattin überhaupt nicht – schließlich müsste sich dann niemand mehr um den mongoloiden Sohn kümmern.
Die Mutter ist eine Hysterikerin, der Herr des Hauses ein erfolgloser Musiker. Über Wasser hält sich die Familie lediglich, weil sie ein Haus und eine größere Geldsumme geerbt hat. Eines Tages verschwindet der jüngste Spross der Familie spurlos – allerdings nicht irgendwo im Wald, sondern in einem Raum des Hauses, der plötzlich einfach existiert.
Die Tür dieses Raums ist mit dubiosen Zeichen bekritzelt, zudem sind auf einmal sämtliche Türen und Fenster nach draußen verschlossen. Die Familie sitzt fest. Als die Mutter versucht, den Jungen aus diesem ominösen Zimmer zu befreien, verschwindet auch sie – nicht ohne zuvor ihrer Tochter, die sie zuvor noch wüst beschimpft hat, einen herzzerreißenden Abschiedsbrief zu hinterlassen.
Sollte der geheimnisvolle mongolide Sohn etwas mit dem Verschwinden zu tun haben? Zumindest wird der Zuschauer mit reichlich Bildsprache genau in diese Richtung gelenkt.
Regisseur Gilles Daoust dachte sich offenbar: Ich kreuze jetzt mal zwei völlig unterschiedliche Genres – Mystery-Thriller und Familiendrama – und erschaffe damit etwas ganz Neues. Tolle Idee. Herausgekommen ist allerdings ein vollkommen konfuses Machwerk, das vorne und hinten keinen Sinn ergibt.
Oder sollte sich in den letzten zehn Minuten – die ich nur noch im Halbschlaf mitbekommen habe – doch noch etwas Sensationelles ereignet haben? Möglich. Oder mir fehlt schlicht das geistige Rüstzeug, um diesen Quatsch zu begreifen.
Die Dialoge des „Familiendrama“-Teils sind jedenfalls unrealistisch, aufgesetzt und hohl. Für den Zuschauer ist davon kaum etwas nachvollziehbar. Die schauspielerischen Leistungen bewegen sich ebenfalls im unteren Bereich – wobei man fairerweise sagen muss, dass man bei diesem Drehbuch wohl kaum glänzen kann.
Handwerklich ist die Regie gar nicht mal schlecht. Kamerafahrten und die teilweise in Schwarz-Weiß gehaltenen Szenen mit farblich hervorgehobenen Details sind optisch durchaus gelungen.
Das ist letztlich auch der einzige Grund, warum The Room noch gnädige drei Punkte bekommt.
Ich lasse mich gern eines Besseren belehren – vielleicht findet ja jemand diesen Film großartig und kann mir erklären, warum. Ich habe ihn nicht verstanden und werde ihn garantiert kein zweites Mal ansehen. Zumal der penetrante Soundtrack einem zusätzlich den letzten Nerv raubt.