The Puppetman

Horror / Thriller

Regie: Brandon Christensen

USA / 2023


Die Studentin Michal ist die Tochter des verurteilten Serienkillers David, genannt „Puppetman“, der stets seine Unschuld beteuerte, weil er bei seinen Taten unter der Kontrolle einer bösen Macht gestanden habe. Dieser steht nun kurz vor der Hinrichtung und Michal wird wieder mit ihrem längst verdrängten Erzeuger konfrontiert.

Als sich plötzlich die Todesfälle in Michals Umfeld häufen, ahnt sie, dass der Fluch des „Puppetman“ noch nicht gebrochen ist …

Gleich vorab: Wer einen liebevoll gemachten B-Movie sehen möchte, darf hier gerne weiterlesen. Wer Riesenbudget und Mega-Effekte erwartet, ist hier eher falsch am Platz.

Aus seinen wirklich geringen Produktionskosten holt THE PUPPETMAN nämlich erstaunlich viel heraus. Die Geschichte klaut zwar ein wenig bei bekannten Vorbildern, hat aber dennoch mit einigen wirklich gelungenen Einfällen genug eigenes Potenzial.

Die Hauptdarsteller sind mir gänzlich unbekannt und fallen unter die Kategorie „Nachwuchs“, wobei Frau Gorske durchaus noch etwas Luft nach oben hat, da sie an manchen Stellen doch etwas unbeholfen wirkt.

Dafür hat man hier zwei absolute B-Movie-Kultgesichter verpflichtet: Als Detektiv ist der unverwüstliche Michael Paré zu sehen, der seinen ganz großen Durchbruch trotz recht erfolgreicher Filme nie geschafft hat (PHILADELPHIA EXPERIMENT, MOON 44 von Emmerich).

Ihm zur Seite steht Cathy Richman, die ebenfalls seit über 40 Jahren im Filmgeschäft unterwegs ist und schon 1978 (!!) ihren ersten Auftritt hatte. Bekannt wurde sie unter anderem durch Serien wie NEW GIDGET oder HOLLYWOOD SAFARI. In den letzten Jahren spielt auch sie überwiegend in kleineren Produktionen mit.

Der Film hat über die komplette Laufzeit eine angenehm unterschwellige Atmosphäre und auch die Todesarten sind nicht unoriginell und kommen an manchen Stellen durchaus überraschend daher. Zudem ist der Film in sich schlüssig – soweit das bei Horror eben möglich ist – und besitzt ein nettes Ende sowie einen guten Soundtrack.

Durchhänger gibt es keine. Natürlich ist das hier kein Dauergemetzel, aber auch die ruhigeren Abschnitte, in denen gerade niemand stirbt oder die Geschichte etwas vor sich hin atmet, bleiben kurzweilig.

Regisseur Brandon Christensen hat mit STILL/BORN oder SUPERHOST bereits ordentliche Genrebeiträge abgeliefert, arbeitet ansonsten aber häufig im Bereich der visuellen Effekte – und das merkt man, denn für so eine kleine Produktion holt er hier erstaunlich viel heraus.

Fazit: Für Freunde des gepflegten B-Movies ist THE PUPPETMAN eine durchaus positive Überraschung. Natürlich hat man vieles schon einmal so oder ähnlich gesehen – aber gut geklaut und mit eigenen Ideen angereichert ist mir allemal lieber als stumpfes Gemetzel.

Was bedeuten die Chuckys?