The Night

Horror / Mystery / Thriller

Regie: Kourosh Ahari

Iran / USA / 2020


„Willkommen im Hotel Normandy, wie viele Nächte wollen Sie bleiben?“ – „Nur für eine Nacht“, antworten die Naderis. Doch diese eine Nacht wird für die junge Familie zum nicht enden wollenden Albtraum. Denn eine übernatürliche, bösartige Macht hat das alte, unheimliche Hotel in seinen Bann gezogen und hält seine Bewohner gefangen, bis diese ihre dunkelsten Geheimnisse preisgeben …

So weit der Pressetext, und ich lasse den hier auch mal nahezu unbearbeitet stehen, denn er verrät nicht zu viel.

Ich habe in meinem Leben mittlerweile über 2000 Filmkritiken geschrieben und trotzdem gibt es tatsächlich noch Dinge, die ich bislang nicht kannte – zum Beispiel einen Horrorfilm aus dem Iran. Zumindest kann ich mich an keinen erinnern. Dass dort aber durchaus gute Streifen inszeniert werden können, beweist The Night sehr eindrucksvoll.

Das fängt schon damit an, dass in einem Film von rund 100 Minuten kein einziger CGI-Effekt vorkommt und man es trotzdem schafft, die Spannung konstant auf hohem Niveau zu halten. Auch Blut sieht man praktisch gar keines. Und genau so etwas mag ich: Wenn man weder Schockeffekte noch künstliche Bilder zur Verfügung hat, wird es umso schwieriger, einen Film intensiv zu gestalten – und trotzdem ist es möglich, wie auch schon The Others bewiesen hat.

Die ersten 20 Minuten bestehen eher aus Party-Geplänkel, zeigen aber ganz gut die Charakterzüge der beiden Hauptfiguren. Als diese dann nach Hause fahren, beginnt der Streifen richtig in die Gänge zu kommen – und spätestens mit dem Betreten des Hotels wird es dann ziemlich spooky. Auch wenn man eigentlich keinen Beweis dafür hat, dass hier etwas nicht stimmt, spürt man als Zuschauer sehr deutlich diese spezielle, beklemmende Atmosphäre.

Zudem handelte es sich hier um eine Presse-DVD, die mir vorlag – das bedeutet, dass ich überhaupt nicht wusste, was mich erwartet. Ich kannte weder Inhalt noch Richtung des Films, was in diesem Fall definitiv ein Vorteil war.

Gegen Ende geht dem Streifen zwar ein wenig die Luft aus und man hätte gut zehn Minuten früher zum Punkt kommen können, aber die Schlusspointe reißt das Ganze dann wieder heraus und lässt doch einigen Raum für Spekulationen.

Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen. Auch wenn beide Hauptfiguren nicht sonderlich sympathisch angelegt sind, fiebert man doch mit ihnen mit, und ihre Handlungsweisen bleiben jederzeit nachvollziehbar.

Fazit: Mit wenigen Mitteln spannend umgesetzter Horrorstreifen, der einige wirklich interessante Wendungen parat hält. Für mich ein kleiner Geheimtipp.

Was bedeuten die Chuckys?