The Astronaut
Sci-Fi / Thriller
Regie: Jess Varley
USA / 2024
Nach ihrer ersten Weltraummission kehrt die Astronautin Sam Walker zur Erde zurück – doch die Rückkehr verläuft alles andere als normal. Sowohl die Raumkapsel als auch ihr Helm weisen unerklärliche Schäden auf. Unter strenger Aufsicht der NASA wird Sam zur Erholung in einem abgeschotteten Hochsicherheitskomplex untergebracht.
Doch an Ruhe ist nicht zu denken. Sam leidet unter starken Migräneattacken, fühlt sich permanent beobachtet und hört nachts Stimmen aus den Wänden. Als sich die merkwürdigen Ereignisse häufen, wächst in ihr der Verdacht, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.
Als ich vorab die IMDb-Bewertung sah, war ich ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Nach etwa 75 Minuten konnte ich diese niedrige Wertung noch weniger nachvollziehen, denn bis dahin bekommt man einen spannenden, sehr gut funktionierenden Sci-Fi-Thriller geboten, der konstant fesselt.
Gerade in dieser Phase eröffnet der Film viele mögliche Erklärungen: Leidet Sam unter Halluzinationen? Ist sie Teil eines geheimen Experiments? War sie vielleicht nie wirklich im All, sondern befand sich die gesamte Mission nur in einer Simulation? Die Geschichte spielt geschickt mit diesen Möglichkeiten.
Die letztendliche Auflösung dürfte dann auch der Hauptgrund für die geteilten Meinungen sein. Sie ist innerhalb der Geschichte durchaus schlüssig, aber gleichzeitig sehr kontrovers und sicher nicht jedermanns Sache. Auch ich war mir selbst einen Tag später noch nicht sicher, ob ich das Ende nun gelungen oder eher enttäuschend finden soll.
Schauspielerisch gibt es dagegen nichts zu meckern. Kate Mara liefert eine starke Leistung ab und trägt den Film mühelos. Laurence Fishburne bewegt sich ebenfalls in gewohnt souveränem Fahrwasser – kaum ein anderer Schauspieler kann auf eine derart lange Sci-Fi-Filmografie zurückblicken.
Fazit: Ein sehr starker Sci-Fi-Thriller mit hervorragender Atmosphäre und spannender Grundidee, der erst ganz am Ende polarisiert. Die ersten rund 80 Minuten sind nahezu durchgehend großartig – was danach kommt, ist Geschmackssache. Mutig, ungewöhnlich und definitiv sehenswert.