The Assessment

Sci-Fi / Thriller

Regie: Fleur Fortune

UK / USA 2024


In einer nahen Zukunft, in der das Leben optimiert und kontrolliert wird, unterliegt die Elternschaft einem strengen Genehmigungsverfahren. Mia und ihr Ehemann Aaryan haben ihren Kinderwunschantrag eingereicht und müssen sich zunächst einer Eignungsprüfung unterziehen. Ihnen wird eine Gutachterin namens Virginia zugewiesen, die sie sieben Tage lang auf Schritt und Tritt begleitet. Die kühle, unnahbare Virginia stellt Mia und Aaryan vor eine Reihe zermürbender Herausforderungen, die sie an ihre emotionalen Grenzen bringen und nicht nur an den Grundfesten ihrer Beziehung rütteln, sondern auch immer mehr Zweifel an den Motiven der Gutachterin und an der Integrität des Bewertungssystems aufkommen lassen.

Das Setting erinnert ein wenig an EQUILIBRIUM, auch wenn es hier nicht darum geht, Emotionen auszuschalten, sondern im Gegenteil darum, ob man überhaupt noch genug davon besitzt, um in einer düsteren Welt ohne Hoffnung ein Kind großziehen zu können.

In einigen Rezensionen habe ich gelesen, dass THE ASSESSMENT sterbenslangweilig sein soll. Das kann man natürlich so sehen, ich fand den Film trotzdem interessant, weil es die Story in dieser Form so noch nicht gab und die angesprochenen Themen gut aufgearbeitet werden, während nebenbei auch noch Aspekte wie Klimawandel und Umweltzerstörung einfließen.

Wikanders Figur ist gnadenlos überzeichnet und die Tests, denen sie das Ehepaar unterzieht, sind wirklich grenzwertig. Ob man all das bestehen müsste, um als geeignet zu gelten, ein Kind großzuziehen, wage ich selbst in so einer Zukunft stark zu bezweifeln.

Wir erinnern uns noch an Madames großartige Performance in EX MACHINA und hier ist sie wieder in einem Sci-Fi-Stoff zu sehen und liefert erneut eine sehr sehenswerte Leistung ab, im Gegensatz zu manchem Mittelmaß, das sie in den letzten Jahren gedreht hat.

Sehr überraschend für mich war auch die Leistung von Elizabeth Olsen, deren Schwestern früher ja durch das Fernsehen fegten und dort nicht gerade für schauspielerische Qualität standen. Sie zeigt hier wirklich, dass sie deutlich mehr draufhat.

Der letzte Abschnitt von THE ASSESSMENT ist wirklich stark gelungen, denn es gibt nicht nur eine Wende, sondern der Film entfernt sich auch von der Location des abgelegenen Hauses, was ihm spürbar gut tut und vielleicht sogar etwas früher hätte passieren können.

Auch das Ende ist durchaus konsequent, und zwar für alle Beteiligten. Wer Happy-End-süchtig ist, sollte hiervon definitiv die Finger lassen, denn wirklich gut ausgehen tut es für keinen der Protagonisten.

Was mich aber wirklich überrascht hat, ist die Tatsache, dass dies das Regiedebüt von Fleur Fortune ist. Nicht, dass ich die Dame vorher gekannt hätte, aber die gesamte Inszenierung ist für jemanden, der bisher außer ein paar Musikvideos noch nicht viel gemacht hat, erstaunlich hochwertig.

Gute Idee, gutes Setting, gute Schauspieler. Die ersten 60 Minuten geraten an manchen Stellen etwas zu lang. Andererseits wüsste ich auch nicht, wie man das bei dieser Ausgangslage großartig anders hätte inszenieren sollen. Ich gebe 7 Chuckies, verstehe aber auch, wenn manche mit dem Film gar nichts anfangen können.