Thanksgiving
Horror / Slasher
Regie: Eli Roth
USA / 2023
Nachdem Unruhen am Black Friday in einer Tragödie enden, terrorisiert ein mysteriöser, vom Thanksgiving-Fest inspirierter Killer die Einwohner von Plymouth in Massachusetts – der Geburtsstätte des berüchtigten Feiertags. Ein Einwohner nach dem anderen muss dran glauben. Wird die Stadt den Killer finden und den Feiertag überleben?
„Splatter-Maestro Eli Roth inszeniert seinen legendären Fake-Trailer aus Tarantinos Grindhouse-Projekt endlich als echten, blutgetränkten Horrorschocker. Mit dabei sind Grey’s Anatomy-Darling Patrick Dempsey, TikTok-Sensation Addison Rae und Showgirls-Star Gina Gershon. Es ist angerichtet!“ – so lobt es der Pressetext.
Der Slasher gehört mit zu den ausgelutschtesten aller Subgenres. Zwar gelang es Wes Craven 1997 mit Scream und dessen Fortsetzungen noch einmal, das Interesse neu zu wecken – doch im Endeffekt ist es immer das Gleiche, und auch die „Helden“ aus den 80ern wie Jason oder Michael haben langsam ausgedient. Es gibt einfach nichts mehr Neues zu erzählen.
Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet die Regie-Flachpfeife Roth hier eine wirklich gelungene Hommage an dieses Genre präsentiert.
Thanksgiving ist durchweg unterhaltsam und hat mit der Ausgangslage der kaufwütigen und dabei rücksichtslosen Rabattjäger eine wirklich hübsche Vorgeschichte zu bieten. Allein das ist schon eine Erwähnung wert.
Ebenfalls konnte er hier wirklich bekannte Namen wie die oben genannten Darsteller verpflichten, die insgesamt aber eher kleinere Rollen spielen. Aber auch die meist noch recht unbekannten Darsteller der Twens liefern hier eine gute und – für einen Horrorfilm – überdurchschnittlich gute Performance ab.
Am Ende kann man dann wieder mitraten, wer denn nun der Bekloppte ist, der sich (teilweise recht derb) durch die Gegend mordet. Und sooo doof ist die Auflösung gar nicht, denn wenn man im Film gut aufpasst, kann man tatsächlich auf die Lösung kommen, die auch nicht gänzlich weit hergeholt ist.
In den 90ern wäre dieser Film in dieser Version niemals ungeschnitten durch die FSK-Prüfung gegangen, denn manche Szenen sind schon ziemlich derb – aber im Endeffekt immer so überzeichnet, dass man eher lächeln muss, als sich zu ekeln. Das ist hier durchaus positiv gemeint.
Das Ende lässt einen zweiten Teil durchaus offen. Und wenn Roth es noch einmal schafft, so gut zu unterhalten wie in diesen 100 Minuten, darf er gerne noch einmal nachlegen – und uns dafür mit seinem sonst so oft unsäglichen Schrott wie Der letzte Exorzismus oder Knock Knock verschonen.
Für mich eine der positivsten Überraschungen seit Jahren in diesem langsam zum Gähnen animierenden Genre.