Strange Dreams
Science-Fiction / Horror / Mystery
Regie: Anthony Scott Burns
Kanada / 2020
Die junge Sarah ist von zu Hause abgehauen. Sichere Schlafplätze sind seitdem Mangelware. Da erreicht sie das Angebot, gemeinsam mit anderen Probanden an einer Schlafstudie teilzunehmen, gerade zur rechten Zeit. Ein wenig Geld kann man immer gebrauchen, und das Schlafplatzproblem ist auch gelöst.
Anfangs läuft alles gut, doch dann beginnt Sarah nachzuforschen, was die undurchsichtige Forschungsgruppe eigentlich untersucht. Man hat eine Möglichkeit gefunden, die Träume der Menschen zu visualisieren – und stößt dabei ein Tor zu einer bedrohlichen Traumwelt auf, die insbesondere für die Probanden gefährlich werden kann.
Ich habe die Inhaltsangabe bestimmt zehnmal umgeschrieben, weil ich immer wieder dachte, ich verrate zu viel. Da man sich diesen überaus gelungenen Streifen wirklich nur mit möglichst wenig Vorwissen ansehen sollte, muss das oben nun reichen.
Hier hat Koch Media einen echten Knaller veröffentlicht, der allerdings für Freunde des Mainstreamkinos wohl ein wenig zu verstörend sein dürfte. Die Stimmung erinnert eher an Filme von Cronenberg oder auch Lynch – wobei Strange Dreams durchaus eine stringente Handlung besitzt, die man in manchen Lynch-Filmen ja eher suchen muss.
Inmitten dieses Streifens liefert die knuffige Julia Sarah Stone eine herausragende Leistung ab. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals zuvor eine so tragende Rolle hatte – meist wurde sie nur als Nebendarstellerin eingesetzt. Hier zeigt sie, dass sie einen Film größtenteils alleine tragen kann.
Die Geschichte ist sensationell, und auch die Auflösung ist wirklich gelungen – insbesondere, weil man kurz zuvor noch bewusst auf eine ganz andere Fährte gelockt wird. Zudem ist dies wieder einer dieser Filme, der mit der letzten Einstellung die Lösung des Rätsels präsentiert – und dann folgt sofort der Abspann. Dieses Stilmittel liebe ich, weil man danach erst einmal vor dem Fernseher sitzt und nachdenken muss.
Natürlich wird jetzt der eine oder andere wieder meckern und sagen, dass so einiges nicht zwingend logisch ist – aber das kann es hier ja auch gar nicht sein. Wir befinden uns schließlich innerhalb einer Theorie. Oder gibt es solche Traumaufzeichnungen etwa schon? Wäre mir neu.
Fazit: Für mich einer der besten Filme, die ich seit Langem gesehen habe. Hier stimmt einfach alles. Auch die Effekte sind für einen Streifen mit eher schmalem Budget absolut gelungen. Wer gerne Filme abseits des Mainstreams sieht und insbesondere mit Cronenberg etwas anfangen kann, sollte hier unbedingt zugreifen.