Son
Horror / Thriller
Regie: Ivan Kavanagh
Irland / USA / 2021
Vor acht Jahren ist es der schwangeren Laura gelungen, sich aus den Fängen einer satanischen Sekte zu befreien. Heute lebt sie mit ihrem Sohn David ein beschauliches Vorstadtleben. Als Laura jedoch eines Nachts eine Gruppe Fremder in Davids Zimmer vorfindet, holt ihre düstere Vergangenheit sie wieder ein.
Trotz der Unterstützung des engagierten Polizisten Paul macht sie sich große Sorgen um ihren Sohn. Seit dem nächtlichen Überfall leidet der Junge an einer mysteriösen Krankheit: Er kämpft mit unvorstellbaren Qualen, gegen die es nur ein einziges Heilmittel zu geben scheint. Laura will David um jeden Preis retten und muss sich entscheiden, wie weit sie für das Leben ihres Sohnes zu gehen bereit ist.
Ivan Kavanagh ist bekannt dafür, eher ungewöhnliche Filme zu drehen – man denke nur an The Canal, der schon ziemlich strange war. Insofern ist dieser Streifen hier für seine Verhältnisse fast schon Mainstream – was in diesem Fall aber durchaus gut gelungen ist.
Im Gegensatz zu vielen anderen Horrorfilmen ist Son mit zwei guten Hauptdarstellern besetzt. Auch wenn ich nun nicht wirklich Fan von Emile Hirsch bin – diese Rolle füllt er gut aus. Ebenso wie Andi Matichak, die mir schon mehrfach positiv aufgefallen ist.
Der Film gefällt besonders durch seine Kameraführung und die sehr bedrohliche Atmosphäre, die sich durchgehend durch den ganzen Streifen zieht. Zudem ist die Frage interessant, ob es diese Sekte wirklich gibt oder ob sich Laura das alles nur einbildet. Die Geschichte erinnert ein wenig an den völlig unbekannten Twilight aus den frühen 90ern (nein, hat nichts mit Pseudo-Goth-Vampiren zu tun), der leider recht unbeachtet blieb.
Das Ende ist vielleicht nicht ganz so schlau und überraschend, wie es gerne wäre, denn eigentlich war es doch irgendwie vorhersehbar – auch wenn Kavanagh sicherlich denkt, er kredenzt hier eine Mörder-Überraschung.
Trotzdem ist Son insgesamt ein spannender kleiner Independentstreifen, der es – wie alle Filme dieses Regisseurs – schafft, aus relativ wenig Budget sehr viel zu machen. Die FSK-18-Freigabe ist allerdings etwas übertrieben, denn so schlimm sind die Szenen nun auch wieder nicht – da kennt man mittlerweile Deftigeres.
Natürlich klaut Kavanagh hier bei vielen Vorbildern, aber ich glaube auch, die Zeit des wirklich innovativen Horrorfilms ist vorbei – denn die Geschichten sind im Grunde alle schon erzählt. Was soll da noch kommen? Aber ich lasse mich gern überraschen.