Scurry
Horror / Thriller
Regie: Luke Sparke
Australien / 2024
Während eine monströse Bedrohung eine Stadt verwüstet, finden sich zwei Fremde im Untergrund der Metropole wieder. Verletzt und verzweifelt kämpfen sie sich durch ein dunkles Tunnelsystem. Doch der Weg nach draußen ist gefährlicher als gedacht: Die Kräfte schwinden, das Misstrauen wächst – und irgendetwas kommt näher. Was sie oben erwartet, ist tödlich. Was unter der Erde lauert, ist noch schlimmer.
Das Hauptproblem von SCURRY ist schnell erklärt: Die sehr gelungenen ersten zehn Minuten und die ebenfalls starken letzten zwanzig können die restliche Laufzeit nicht tragen. Dazwischen besteht der Film leider überwiegend aus „durch Tunnel kriechen und ab und zu taucht ein Monster auf“.
Das wäre an sich nicht weiter schlimm, wenn es zwischendurch wenigstens ein paar überraschende Wendungen oder neue Ideen gäbe. So aber nutzt sich das Konzept relativ schnell ab und es stellt sich stellenweise sogar leichte Langeweile ein.
Auffällig ist die extreme Diskrepanz bei den Bewertungen: Vor ein paar Monaten lag der IMDb-Score noch bei 7,5 – inzwischen ist er auf 3,9 abgestürzt. Ob hier anfangs Marketing mitgeholfen hat oder später viele Frustbewertungen kamen, sei dahingestellt. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.
Ein Totalausfall ist SCURRY nämlich nicht. Mit einem etwas abwechslungsreicheren Drehbuch hätte hier sogar ein richtig guter Genrebeitrag entstehen können.
Positiv fällt auf, dass man im Gegensatz zu vielen anderen „Unter-der-Erde-Filmen“ auch tatsächlich etwas sieht. Die Kameraarbeit ist sehr gut und der Zuschauer ist oft unangenehm nah am Geschehen. An manchen Stellen ist der Film tatsächlich ziemlich „scurry“… äh… scary.
Die Dialoge sind allerdings teils recht hölzern und die beiden Hauptdarsteller bleiben eher Durchschnitt. Die Monster hingegen sind ordentlich umgesetzt und durchaus sehenswert.
Fazit: Gute Grundidee, starke Atmosphäre und solide Technik, aber zu viel Leerlauf und zu wenig Abwechslung. Ein Film, der ständig danach schreit: „Ich hätte richtig gut werden können.“ Tja – hätte, hätte, Fahrradkette.