Schlaf! Nicht! Ein!
Horror / Thriller
Regie: Ian Hunt-Duffy
Irland / 2023
Es sollte nur fünf Tage dauern und absolut sicher sein: Zusammen mit sechs weiteren Freiwilligen meldet sich die junge Claire als Testkandidatin für ein neues Medikament des Arzneimittelriesen Blackwood Pharmaceuticals. Doch schon bald stellt sich ein unerwarteter Nebeneffekt ein: Keiner der Probanden findet mehr in den Schlaf, worauf die federführende Ärztin auf Druck der Konzernspitze die Dosis erhöht.
Als schließlich die Müdigkeit zurückkehrt, erweist sie sich als tödliche Konsequenz: Sobald jemand einschläft, stirbt er. Und zu allem Überfluss geht das Labor auch noch in den Lockdown – den Überlebenden bleiben jetzt nur noch 24 Stunden, in denen sie auf keinen Fall die Augen schließen dürfen. Der Kampf ums Überleben beginnt.
Das ist doch mal eine vielversprechende Ausgangsposition, die man hier kredenzt bekommt – und zudem auch noch nicht völlig durchgenudelt wie sieben Teenager, die im Wald herumrennen und sich vom Killer abmurksen lassen.
Zudem ist das Szenario gar nicht mal so weit hergeholt, denn was Pharmaunternehmen alles treiben, um Kohle zu verdienen und dabei auch über Leichen zu gehen, konnte man vor allem in den letzten Jahren gut beobachten.
SCHLAF! NICHT! EIN! ist für mich einer der besten Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe – wobei das auch nicht sonderlich schwerfällt, denn so wenig hohe Bewertungen wie 2024 habe ich in meiner Karriere bei der ofdb noch nie vergeben. Alles wirkt immer austauschbarer und langweiliger – da bietet dieser Streifen eine willkommene Abwechslung.
Vor allen Dingen ist die Einführung relativ kurz gehalten. Nach zehn Minuten ist man voll in der Materie drin, und ab da baut der Film eine wirklich intensive Spannung auf, die mit der Zeit immer klaustrophobischer wird – spätestens wenn der Lockdown einsetzt. Auch die Handlungsweisen der Protagonisten und das Misstrauen der Teilnehmer untereinander werden dabei immer stärker.
Pollyanna McIntosh aus WALKING DEAD konnte man als Darstellerin gewinnen, und sie spielt ihre Rolle als Ärztin, die immer intensivere Gewissensbisse bekommt, überzeugend. Mit dabei ist auch noch die durchaus talentierte Millie Brady (THE GIRL IN THE WATER), die die vermeintliche Hauptrolle übernimmt und ebenfalls glaubwürdig rüberkommt.
Der Streifen selbst wandelt geschickt zwischen Horror und Thriller, wobei mir persönlich die Abschnitte des zweitgenannten Genres besser gefallen – beide aber sehr gut miteinander harmonieren.
Auch das Ende ist (fast) konsequent und zeigt mal wieder, dass mit Geld heutzutage nahezu alles möglich ist – auch das Vertuschen von Fehlschlägen (ohne jetzt zu viel zu verraten).
So bleibt insgesamt ein spannender Streifen mit einigen Wendungen und recht originellen Ideen. Gerade die Reaktionen und Handlungsweisen der Protagonisten sind wendungsreich und basieren auf einem doch recht pfiffigen Drehbuch. Fortsetzung möglich – und gewünscht.