Run

Thriller

Regie: Aneesh Chaganty

USA / 2020


Diane hat ihre 17-jährige Tochter Chloe bislang in völliger Isolation auf dem Land großgezogen und jeden Schritt, den sie seit ihrer Geburt gemacht hat, kontrolliert. Doch als Chloe beginnt, allmählich flügge zu werden und sich um einen College-Platz bewirbt, bekommt die unnatürlich enge Verbundenheit zwischen Diane und ihr immer beängstigendere Züge. Als Chloe zudem herausfindet, dass ihre Mutter viele Geheimnisse vor ihr hat, droht die Lage zu eskalieren…

Ein Lob an den Pressetext, denn dieser beschreibt, ohne zu viel zu verraten, die wichtigsten Dinge und spoilert nichts.

Run ist einer der besten Thriller, die ich in den letzten Jahren gesehen habe – zumindest in der ersten Stunde. Denn der Film hält sich nicht lange mit Einleitungen auf: Nach der ersten Szene und der kurzen Texteinblendung weiß man genau, worum es geht. Das wurde sehr geschickt gelöst, denn gerade der Beginn solcher Filme ist häufig etwas langatmig.

Sarah Paulson ist eine dieser Darstellerinnen, bei denen man immer denkt: „Die habe ich doch schon mal irgendwo gesehen.“ Den ganz großen Durchbruch hatte sie nie, auch weil sie oft nur kleinere Rollen spielte. Hier ist sie endlich mal in einer Hauptrolle zu sehen – und sie meistert diese hervorragend. Auch der restliche Cast überzeugt, und die Chemie zwischen ihr und ihrer Filmtochter passt perfekt.

Regisseur Aneesh Chaganty hat mit Searching bereits vor ein paar Jahren einen kleinen, aber feinen Thriller gedreht, der als Geheimtipp gilt. Das wird ihm mit Run wohl wieder passieren, denn der Film hat keinen allzu hohen Bekanntheitsgrad – was zu Corona-Zeiten mit geschlossenen Kinos natürlich nicht einfacher wurde.

Die erste Stunde ist, wie gesagt, grandios. Man hat viele originelle Ideen eingebaut, und das Verhalten der Tochter gefällt: Sie ist kein passives Opfer, sondern kommt auf teilweise wirklich skurrile und clevere Einfälle, um herauszufinden, welches Geheimnis ihre Mutter verbirgt.

Gegen Ende geht dem Film dann ein wenig die Luft aus. Nicht, dass er plötzlich schlecht wäre, aber der Showdown ist – im Vergleich zu dem, was man vorher gesehen hat – einen Tick zu konventionell geraten. Dafür gibt es immerhin eine richtig schön fiese Schlusspointe.

Fazit: Endlich mal wieder ein richtig gelungener Thriller mit Handlungselementen, die man nicht schon tausendmal gesehen hat. Der starke Cast trägt ebenfalls viel zu der hohen Bewertung bei.

Was bedeuten die Chuckys?