Rosario

Horror / Mystery

Regie: Felipe Vargas

USA / 2024


Rosario ist gezwungen, die Nacht mit der Leiche ihrer entfremdeten Großmutter Griselda zu verbringen, die plötzlich verstorben ist. Während sie auf den Krankenwagen und ihren Vater wartet, wird sie durch einen heftigen Schneesturm in Griseldas Apartment eingeschlossen – umgeben von unfreundlichen Nachbarn, darunter der überkorrekte Joe.

Je länger Rosario in der Wohnung bleibt, desto deutlicher wird, dass sich dort etwas eingenistet hat, das nicht von dieser Welt ist. Um diese Nacht zu überleben, muss sie sich einem uralten Familiengeheimnis stellen und einen vermeintlichen Fluch brechen.

In den ersten zwanzig Minuten hat man das Gefühl, es mit einem extrem hoch budgetierten Film zu tun zu haben. Die Optik ist überragend und sieht deutlich teurer aus, als der Streifen es in Wirklichkeit vermutlich war.

Im Apartment relativiert sich das naturgemäß etwas, da man dort nicht mehr ganz so viel Glanz auffahren kann. Trotzdem liefert Regisseur Felipe Vargas hier ein echtes Anschauungsobjekt für angehende Kameraleute ab. Was man mit Licht, Perspektive und Bewegung aus der Kamera herausholen kann, wird hier regelrecht zelebriert.

Die Geschichte selbst hätte allerdings etwas weniger krude ausfallen dürfen. Manches erschließt sich nicht sofort – besonders was den angeblichen Fluch angeht, der am Ende dann doch irgendwie keiner ist. Natürlich muss so eine Story nicht komplett logisch sein, aber an manchen Stellen herrscht schon ein gewisser Erklärungsnotstand, und einiges muss man sich selbst zusammenreimen.

Vargas hat bisher ausschließlich Kurzfilme gedreht, und das merkt man seinem Langfilmdebüt auch an. Das Grundkonzept ist stark, aber es wirkt, als wüsste man gegen Ende nicht so recht, wie man die verbleibende Laufzeit noch sinnvoll füllen soll. Entsprechend ziehen sich einige Passagen etwas. Als Kurzfilm hätte das Ganze vermutlich noch intensiver funktioniert – wobei man fairerweise sagen muss, dass das Finale wirklich gelungen ist.

In der Hauptrolle ist Emeraude Toubia zu sehen, die durch die Serie SHADOWHUNTERS einem größeren Publikum bekannt wurde. Sie schlägt sich hier sehr ordentlich und trägt den Film über weite Strecken nahezu im Alleingang.

Fazit: Atmosphärisch und visuell ist ROSARIO richtig stark, die Geschichte dagegen etwas unausgegoren. Trotzdem ein stilistisch sehr ansprechender und sauber inszenierter Horrorfilm, der vor allem durch seine Optik und Stimmung punktet.