Restore Point
Science-Fiction / Thriller
Regie: Robert Hloz
Tschechien / 2023
Eine innovative Technologie sorgt im Jahr 2041 dafür, dass Menschen ins Leben zurückgeholt werden können, die durch Mord oder einen Unfall gestorben sind. Einzige Voraussetzung ist eine digitale Sicherungskopie, die nicht älter als 48 Stunden sein darf.
Als der Entwickler des „Restore Point“-Programms ermordet wird und sein Backup unauffindbar bleibt, übernimmt die Polizistin Emma Trochinowska die Ermittlungen im mysteriösen Fall. Die Spur führt zu einer Terrorgruppe, die die „unnatürliche“ Wiederherstellungstechnologie mit allen Mitteln bekämpft.
Selten hat in den letzten Jahren ein Film mehr nach einem amerikanischen Remake geschrien als RESTORE POINT. Aber nicht, weil der Film schlecht wäre, sondern weil so ein Stoff einfach typisch amerikanisch ist. Und da man dort ja gerne klaut, statt selbst zu erfinden, dürfte uns davon bald eine Neuverfilmung ins Haus stehen.
Die Geschichte ist sehr originell und wurde trotz keines überbordenden Budgets hervorragend umgesetzt. Die CGIs, die ich normalerweise ja hasse, bieten hier jede Menge kleine Gimmicks, die wirklich Spaß machen. Zudem dominieren sie nicht den ganzen Film, sondern werden an den richtigen Stellen behutsam eingesetzt.
Inmitten dieses Szenarios ermittelt Andrea Mohylová als toughe Polizistin und liefert eine wirklich starke Performance ab. Die Rolle ist ihr wie auf den Leib geschrieben.
Meine Kenntnisse der tschechischen Filmszene sind zwar überschaubar (außer PAN TAU fällt mir da spontan nicht viel ein), aber mit RESTORE POINT setzt Regisseur Robert Hloz definitiv eine Duftmarke.
Den fulminanten Beginn kann der Film über seine fast zwei Stunden Laufzeit zwar nicht ganz durchhalten, was vor allem daran liegt, dass der Mittelteil storybedingt etwas ruhiger ausfällt. Gegen Ende zieht er aber wieder ordentlich an und wartet mit einer wirklich sehr schicken Wendung auf.
Die oft gezogenen Vergleiche mit BLADE RUNNER halte ich für etwas hoch gegriffen, aber als kleiner Bruder von MINORITY REPORT geht der Streifen durchaus durch – zumal er mit deutlich weniger Budget realisiert wurde.
Auch die Darstellung der Welt im Jahr 2041 wirkt erstaunlich realistisch, was Gebäude, Technik und Computersysteme betrifft. Ob man Menschen tatsächlich wieder zum Leben erwecken kann, wage ich allerdings zu bezweifeln.
Fazit: Ein wirklich überraschend gelungener Science-Fiction-Thriller aus dem Land der langen Biertradition, der sowohl technisch als auch erzählerisch überzeugt. Und ich bleibe dabei: Ein US-Remake ist so sicher wie das Amen in der Kirche.