Malum
Horror / Thriller
Regie: Anthony DiBlasi
USA / 2023
Als die Dienststelle ihres vor vielen Jahren verstorbenen Vaters geschlossen werden soll, meldet sich die junge Polizistin Jessica dort freiwillig zur letzten Nachtschicht. Doch aus dem vermeintlichen Routineeinsatz wird schnell ein verstörender Albtraum voller grausamer und blutiger Ereignisse, die sie an den Rand des Wahnsinns treiben.
Wer jetzt denkt, das käme ihm bekannt vor, liegt völlig richtig. Denn exakt diese Geschichte wurde bereits 2014 unter dem Titel LAST SHIFT verfilmt. Auch dort übernimmt die junge Polizistin Jessica die letzte Schicht in einer verlassenen Polizeiwache, in der nur noch altes Beweismaterial lagert. Und auch dort wird sie von dem verstorbenen Kultführer John Paymon heimgesucht und terrorisiert.
Was unterscheidet die beiden Filme voneinander? Ehrlich gesagt: fast nichts. Und das ist auch kein Wunder, denn auch der Regisseur ist derselbe. Anthony DiBlasi hat hier also praktisch sein eigenes Remake gedreht. Warum man das Ganze noch einmal neu auflegt, erschließt sich mir weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick – bestenfalls vielleicht auf den dritten.
Vermutlich hat DiBlasi diesmal einfach ein paar Sponsoren gefunden, die ihm einen etwas größeren Geldbetrag zur Verfügung gestellt haben, und sich gedacht: Warum etwas Neues erfinden, wenn man das Alte einfach noch einmal aufwärmen kann?
Die größten Unterschiede zum Original liegen tatsächlich in den Effekten. Die waren in LAST SHIFT eher mittelmäßig, hier sind sie auf durchaus gutem Niveau – insbesondere die etwas härteren Szenen profitieren davon.
Bei den Darstellern sehe ich weder eine wirkliche Verbesserung noch eine Verschlechterung. Die waren schon im ersten Film für einen kleinen B-Movie völlig in Ordnung, und das sind sie hier auch wieder.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, für welche Zielgruppe MALUM gedacht ist. Wer den Vorgänger kennt, braucht hier eigentlich nicht noch einmal reinzuschauen, dafür sind die Ähnlichkeiten einfach zu frappierend – zumal an der Geschichte so gut wie nichts verändert wurde.
Alles in allem ist MALUM ein durchaus unterhaltsamer Streifen – das war LAST SHIFT allerdings auch schon. Für Filmfreunde, die mehr Wert auf Effekte und Blut legen, ist MALUM sicher die etwas bessere Wahl. Ansonsten sind die Unterschiede einfach zu marginal, um ernsthaft die eine oder andere Version zu empfehlen.
Wer den Vorläufer nicht kennt (und die Blu-ray ist nicht mehr oder nur noch sehr teuer zu bekommen), dürfte hier gut unterhalten werden. Sieht man den Streifen einfach als eigenständigen Film ohne jegliche Vorkenntnisse, bleibt unter dem Strich eine recht spannende Inszenierung mit dem ein oder anderen gelungenen Twist.