Look Away
Horror / Thriller
Regie: Assaf Bernstein
USA / Kanada / 2018
Die 18-jährige Maria hat es nicht leicht. In der Schule wird sie von ihren Mitschülern gemobbt, und auch zu Hause fühlt sie sich von ihren Eltern nicht verstanden. Eines Tages entdeckt sie in ihrem Spiegelbild ihre Zwillingsschwester, die bei ihrer gemeinsamen Geburt gestorben war. Sie kennt all die Geheimnisse, Ängste und Sorgen von Maria und ist zunächst eine gute Ansprechpartnerin für sie.
Nach und nach möchte der Zwilling jedoch die Probleme selbst in die Hand nehmen und die Kontrolle übernehmen. Maria ist einverstanden, und so wechseln sie die Seiten. Plötzlich ist Maria im Spiegel gefangen und ihr Gegenstück macht sich auf, sich an all den Menschen in Marias Umgebung zu rächen.
Dieser Streifen, der bereits im Jahre 2018 auf den Markt kam, ging irgendwie gänzlich an mir vorbei. Ich habe ihn mir auf Verdacht von einem der berüchtigten Grabbeltische mitgenommen und war wirklich überrascht.
Denn LOOK AWAY ist ein spannender und vor allem top gefilmter, stylischer Horror-Thriller mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin, die mir bis dato wenig bis gar nichts sagte, hier aber wirklich eine tolle Leistung zeigt. Da sie hier ja gleich zwei gänzlich unterschiedliche Charaktere spielt, bietet sich natürlich auch die Möglichkeit, richtig zu glänzen – und in beiden Darstellungen hat sie mich überzeugt.
Sowohl als schüchterne Außenseiterin als auch als toughes, schlagfertiges und fieses Gegenstück funktioniert sie hervorragend. Unterstützt wird sie hierbei von dem ebenfalls großartigen Jason Isaacs und Mira Sorvino, die allerdings nur eine kleinere Rolle hat und nicht wirklich zeigen kann, was sie (durchaus) draufhat.
Natürlich muss man die Story mit dem Zwilling erst einmal schlucken, aber in welchem Horrorfilm geht es denn schon logisch zu? Aus der Grundidee holt Regisseur Bernstein – der unter anderem das großartige Drehbuch zu EINE OFFENE RECHNUNG mit Helen Mirren geschrieben hat – nahezu das Beste heraus.
Es gibt zwar keine expliziten Gewaltdarstellungen, aber insbesondere die „fiese“ Version von Maria ist im Gegensatz zu ihrem Pendant schon ziemlich wenig an einem großen Bekanntenkreis interessiert, da sie die Menschen entweder umbringt oder Beziehungen zerstört.
Auch wenn die Geschichte vom sich emanzipierenden Mauerblümchen nicht wirklich neu ist, gelingt Bernstein ein spannender Thriller mit einem wirklich gelungenen Abschluss. Ein kleiner Geheimtipp.