Leave

Thriller / Horror

Regie: Alex Herron

Norwegen / 2022


Vor 20 Jahren wurde Hunter als neugeborenes Baby auf einem Friedhof entdeckt, eingewickelt in einer schmutzigen Decke mit satanischen Symbolen und einem Wolfskreuz. Die Suche nach ihren leiblichen Eltern führt sie nach Norwegen in die regnerische Stadt Bergen. Dort trifft sie auf die Black-Metal-Künstlerin Cecilia, den psychisch labilen Kristian und den tiefreligiösen Torstein. Während Hunter nach und nach das Mysterium ihrer eigenen Herkunft aufdeckt, wird sie von dunklen Träumen und Visionen geplagt, die auf eine schreckliche Wahrheit deuten …:contentReference[oaicite:1]{index=1}

Genau diese Träume und Visionen hätte ich eher weggelassen und mich als Regisseur oder Drehbuchautor nur auf Hunters Geschichte konzentriert und das Ganze als normalen Thriller inszeniert. Denn als solcher ist er wirklich gut gemacht, zumal er eine sehr sympathische Hauptdarstellerin zu bieten hat.

Wie sie langsam hinter die Geheimnisse ihres Lebens kommt, ist spannend inszeniert und hervorragend gespielt. Auch die Darsteller in den Nebenrollen sind durchweg überzeugend und gut besetzt.

An manchen Stellen erinnerte mich der Film an die Schnitzeljagd von Johnny Depp in dem genialen *Die neun Pforten*, aber auch hier hätte man die Horrorelemente weglassen können.

Ich will nicht sagen, dass diese den Streifen verschlechtern – das wäre deutlich zu hart –, denn ein paar unheimliche Figuren und Visionen sind für schicke Jumpscares immer gut geeignet. Dennoch hätte der Film sie nicht gebraucht.

Das Cover erzeugt zusätzlich falsche Erwartungen, weil man *Leave* sofort als Horrorfilm einordnet – das ist er aber nicht. Das finde ich etwas unglücklich gewählt, da man hier die falsche Zielgruppe anspricht.

Die anderen verpassen nämlich einen spannenden Thriller mit verschachtelter Story und einigen überraschenden Wendungen, die gerade im zweiten Teil des Films gefallen.

Fazit: Wer *Die neun Pforten* mochte, der wird auch an *Leave* Gefallen finden. Wer einen Horrorfilm erwartet, ist hier leider falsch. Wer hingegen einen guten und ambitionierten Thriller sehen möchte, ist hier richtig.

Was bedeuten die Chuckys?