Kleine Dinge wie diese
Drama
Regie: Tim Mielants
Irland / Belgien 2024
1985: Das Leben in der irischen Grafschaft Wexford ist geprägt von Armut, harter Arbeit und dem allgegenwärtigen Katholizismus. Bill Furlong arbeitet als Kohlenhändler, um seine Frau Eileen und seine fünf Kinder durchzubringen.
Kurz vor Weihnachten liefert er Kohle an ein örtliches Nonnenkloster und beobachtet dabei die Zwangseinlieferung eines schwangeren Mädchens. Bill, der selbst als uneheliches Kind ohne Vater aufwuchs, stößt auf schwere Missstände hinter den Mauern des Ordens. Doch weder die Behörden noch die Einwohner des Ortes wagen es, sich gegen die übermächtige Kirche aufzulehnen.
Der Film wurde unter anderem von Matt Damon und Ben Affleck mitproduziert. Wie die beiden an diesen kleinen irischen Stoff gekommen sind, würde mich ja schon interessieren – vielleicht hatte Cillian Murphy, der hier ebenfalls als Produzent fungiert, seine Finger im Spiel. Spätestens seit OPPENHEIMER dürften sich für ihn jedenfalls einige Türen geöffnet haben.
KLEINE DINGE WIE DIESE ist – passend zum Titel – ein sehr ruhiger, zurückhaltender Film, der an manchen Stellen fast schon etwas zu elegisch gerät. Cillian Murphy spielt Bill Furlong extrem reduziert, beinahe schon devot, während Emily Watson als hinterlistige Ordensschwester einen starken Gegenpol setzt.
Das Lokalkolorit ist hervorragend eingefangen, und auch die Zeit ohne Internet, Handys und Dauererreichbarkeit wird sehr glaubwürdig dargestellt. Man fühlt sich tatsächlich ins Jahr 1985 zurückversetzt.
Inhaltlich erinnert der Film ein wenig an SPOTLIGHT – nur dass es dort um Kindesmissbrauch in der Kirche ging, während hier die Ausbeutung hilfloser Menschen im Vordergrund steht. Die Nonnen führen ein strenges Regiment, und da sie in der Stadt allgegenwärtig sind, etwa durch den Betrieb der einzigen Schule, traut sich niemand, ihnen zu widersprechen, egal was hinter den Mauern geschieht.
Eine kleine Schwäche liegt meiner Meinung nach in der Dramaturgie. Während man sich am Anfang sehr viel Zeit für den Protagonisten nimmt, kommt das Ende dann vergleichsweise schnell und lässt auch die eine oder andere Frage offen.
Fazit: Ein kleines, sehr ruhiges und minimalistisches Drama ohne Action oder Thriller-Elemente. Die Zielgruppe ist überschaubar, aber wer ruhige, ernsthafte Stoffe mag, bekommt hier ein solides und stimmiges Drama geboten.