Kill Her
Horror / Komödie
Regie: Michael Vaynberg
USA / 2023
Mattie und ihre besten Freundinnen reisen in die Wälder, um ihre bevorstehende Junggesellinnen-Party zu planen. Eigentlich gehen alle davon aus, dass sie ihr Camp in der Nähe von Matties Verlobtem und dessen attraktiven Freunden aufschlagen werden. Doch das Zelt neben ihnen gehört einem mysteriösen Einsiedler. Ohne Handyempfang entwickelt sich der eigentlich harmlose Ausflug mehr und mehr zu einem tödlichen Trip.
Zuerst einmal zu Cover und Story: Wer hier einen typischen Teenie-Slasher erwartet, bei dem ein Irrer durch den Wald rennt und reihenweise Menschen abschlachtet, wird enttäuscht – oder je nach Geschmack auch angenehm überrascht. Glücklicherweise entfallen auch die üblichen dämlichen Sexgespräche, die man aus Filmen wie FREITAG DER 13. kennt.
Stattdessen hat KILL HER erstaunlich viele wirklich witzige Momente. Vor allem in der ersten Stunde erinnert der Film eher an Sachen wie TUCKER AND DALE oder SISSY (nicht die Kaiserin, sondern der australische Influencer-Irrsinn) als an einen klassischen Slasher.
Besonders die beiden Freundinnen, die Matties Mitbewohnerin nicht ausstehen können, sorgen mit ihren Kommentaren für einige sehr gelungene One-Liner. Zeitweise dachte ich tatsächlich, ich hätte hier eine reine Komödie vor mir.
Das ändert sich im letzten Drittel dann deutlich, denn hier wird es spürbar blutiger – wenn auch nicht übermäßig heftig. Eine FSK-16-Freigabe würde locker reichen, auch wenn sich das rote Etikett natürlich besser verkauft, vor allem bei den Splatterfreunden, denen hier vermutlich ohnehin zu wenig Blut fließt.
Die eigentliche Geschichte ist dabei deutlich innovativer, als die Ausgangslage vermuten lässt, und wartet mit einer ganzen Reihe von Wendungen auf. Auch wenn nicht alles wirklich überrascht (zum Beispiel die Identität des Killers), gibt es doch einige Twists, auf die man so nicht unbedingt kommt.
Dazu kommt, dass KILL HER insgesamt wirklich gut aussieht. Man merkt, dass der Regisseur normalerweise als Cutter und Editor arbeitet – der Film wirkt in keiner Sekunde billig. Auch die Darstellerinnen machen ihre Sache ordentlich, und es gibt sogar ein wiederkehrendes musikalisches Thema, das ein bisschen an HALLOWEEN erinnert.
Fazit: KILL HER ist eine launige Mischung aus Komödie und Horror, die an einigen Stellen durchaus zu überraschen weiß, für Freunde des Kunstblutes aber vielleicht etwas zu lange zahm bleibt. Ich persönlich fand den Film – nettes Wortspiel im Titel inklusive – durchaus ansprechend und gut unterhaltsam.