Justice

Western

Regie: Richard Gabai

USA / 2017


1870: Fünf Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs führt die Suche nach dem Mörder seines Bruders den US Marshal James McCord in eine kleine Minenstadt. Diese wurde vom korrupten Bürgermeister und seiner Bande in ein tyrannisches Fort verwandelt. Sein Ziel: den verlorenen Krieg noch einmal neu entfachen – und diesmal gewinnen.

Klingt bekloppt? Ist es auch. Und zwar in wirklich jeder Hinsicht. Der deutsche Untertitel „Kein Erbarmen“ passt wie die Faust aufs Auge, denn mit dem Zuschauer hat dieser Film tatsächlich keinerlei Erbarmen.

Bei IMDb hat der Streifen kaum Bewertungen – und fast alle sind eine glatte 1. Dem kann ich mich nur anschließen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich bei diesem cineastischen Offenbarungseid anfangen soll.

Fangen wir bei den Kulissen an: Dass die angeblichen Außenaufnahmen komplett im Studio gedreht wurden, ist so offensichtlich, dass selbst alte Winnetou-Filme dagegen wie Dokumentationen wirken. Das hier sieht nicht nach Westen aus, sondern nach schlecht ausgeleuchtetem Hinterhof.

Dazu kommen Schauspieler, die nicht spielen, sondern bestenfalls chargieren. Jeder versucht, der „böseste Mann im Raum“ zu sein, alle ziehen Grimassen, niemand wirkt auch nur ansatzweise glaubwürdig – und schlimmer noch: Sie nehmen diesen Unsinn offenbar auch noch ernst.

Früher gab es ja diese legendären Trash-Partys, bei denen man sich gezielt die unansehbarsten Filme ausgeliehen hat, um gemeinsam zu lachen. Sollte so etwas heute noch stattfinden, wäre Justice der perfekte Eröffnungsfilm.

Fazit: Ein in jeder Hinsicht misslungener Pseudo-Western mit Studio-Kulissen, furchtbaren Darstellern und einer Geschichte, die schon auf dem Papier unerquicklich klingt – und auf der Leinwand zur Zumutung wird.

Was bedeuten die Chuckys?