Jester
Horror / Slasher
Regie: Colin Krawchuk
USA / 2023
An Halloween verbreitet ein Killer mit Zylinder und Clownsmaske in einer amerikanischen Kleinstadt Angst und Schrecken. Offensichtlich hat es das unheimliche Wesen auf Emma und Jocelyn abgesehen, die ihm immer wieder nur mit knapper Not entkommen können. Die beiden entfremdeten Schwestern, die vom selben Vater, aber unterschiedlichen Müttern stammen, erkennen: Um das Monster zu besiegen, müssen sie in ihrer dunklen Vergangenheit nach Antworten suchen.
Das Schwierigste an diesem Film ist definitiv, seine Zielgruppe zu ermitteln. Denn für den Mainstream-Zuschauer ist das hier viel zu abgedreht, für die Freunde des roten Saftes aber nicht brutal genug.
Erinnert sich noch jemand an die Filme von Full Moon in den 80er- und 90er-Jahren, wie etwa Demonic Toys, Puppet Master oder Dollman? Alle, die diese kleinen, aber feinen Streifen zu schätzen wussten, dürften hier auch Gefallen finden – aber leider sind das nicht sehr viele.
Die ganze Aufmachung des Jesters und auch die Musik ähneln doch frappierend den oben genannten Streifen. Ich habe sogar extra nachgeschaut, ob nicht Charles Band, der die meisten dieser Filme inszenierte, im Abspann auftaucht.
Der Jester (= Narr) ist ein lustiges Kerlchen – zumindest lacht er immer, bedingt durch seine Maskierung – hat aber doch einige ziemlich fiese Gemeinheiten parat (ich sage nur: Hut oder Zähne). Mit seinem orangenen Anzug ist er zudem schön auffällig gestaltet – auch das wieder eine Parallele zu den Full Moon-Filmen.
Die Darsteller sind für einen kleinen B-Movie gar nicht mal so übel, wenn auch absolut unbekannt – selbst IMDb wusste nicht sehr viel über die beiden Damen, die die Hauptrollen spielen.
Am Ende versucht man dann noch krampfhaft, irgendwie aufzuklären, wer der Jester eigentlich ist. Hätte man nicht unbedingt gebraucht – und wirklich schlüssig ist das Ganze leider auch nicht.
Unter dem Strich ein irgendwie liebevoll gemachtes Filmchen, das – und das muss man schon anmerken – nicht wirklich spannend ist und im Grunde nur von den Auftritten des Jesters lebt. Die sind allerdings in den meisten Fällen durchaus amüsant – allerdings nur für den Zuschauer und nicht für die Betroffenen.