In Vitro
Sci-Fi / Horror
Regie: Will Howarth & Tom McKeith
Australien / 2024
In naher Zukunft ist der Klimawandel weit fortgeschritten und eine umstrittene Reproduktionstechnologie ist in der modernen Tierzucht weit verbreitet. Auch das entfremdete Ehepaar Jack und Layla greift auf ihrer abgelegenen Rinderfarm in Australien darauf zurück. Eines Nachts kommt es zu einem Zwischenfall – und kurze Zeit später macht Layla eine schockierende Entdeckung…
Keine Sorge, man bekommt hier nicht wieder mit dem Holzhammer die Klimawandel-Thematik um die Ohren gehauen (ich positioniere mich grundsätzlich nicht zu dem Thema, weil mir dafür das Hintergrundwissen fehlt), sondern einen wirklich spannenden Streifen, der nahezu ausschließlich über seine Atmosphäre punktet.
Die Geschichte ist zwar durchaus interessant und hat zwei absolut phänomenale Wendungen zu bieten, aber zwischendrin gibt es schon etwas Leerlauf. Dieser wird allerdings durch die starken, atmosphärischen Bilder gut kompensiert. Die Schlusspointe ist gelungen, aber auch etwas weit hergeholt und wirft einige Fragen auf.
Auch die beiden Darsteller konnten mich überzeugen – insbesondere die weibliche Hauptrolle hat sehr viel Screentime und beide wirken glaubwürdig als junge Wissenschaftler. Überhaupt spielen im gesamten Film, zumindest zu 90 % der Laufzeit, nur zwei Personen mit – was natürlich eine zusätzliche Herausforderung für den Unterhaltungswert darstellt.
Kennt noch jemand den alten irischen Horrorfilm Isolation? Genau in diesem Stil ist auch In Vitro gehalten, und auch thematisch gibt es durchaus Parallelen.
Fairerweise muss ich anmerken, dass viele Zuschauer mit dieser Art von ruhigen, atmosphärischen Filmen nichts anfangen können. Für diese ist In Vitro eher ungeeignet – deshalb ist meine Bewertung diesmal etwas subjektiver als sonst. Wer aber stimmungsgetragene, ruhige Genrestoffe mag, wird hier sehr gut bedient.