Heretic

Horror / Thriller

Regie: Scott Beck & Bryan Woods

USA / Kanada 2024


Als ihnen der charmante Mr. Reed grinsend die Pforten zu seinem Haus öffnet, tappen Schwester Paxton und Schwester Barnes nichtsahnend in seine Falle. Die Flucht aus dem labyrinthischen Anwesen wird zu einem perfiden Versteckspiel, bei dem sich die beiden Missionarinnen nicht allein auf ihren Glauben verlassen können.

Viel mehr kann man dazu auch kaum sagen, ohne zu viel zu verraten. Denn Mr. Reed ist nach außen hin ein gebildeter und freundlicher Mann, hat aber – wie sich im Laufe der Zeit herausstellt – völlig einen an der Klatsche.

Die ersten 20 Minuten sind allerdings schwierig. Man wird mit Bibelgeschwafel zugetextet, was wirklich anstrengend ist. Ich wusste über den Film vorher gar nichts und habe ihn mir nur angesehen, weil ein gewisser Herr H. mir diesen empfohlen hatte – und zweifelte anfangs ernsthaft an dessen Verstand. Am Ende war mir dann aber klar, warum er mir den Streifen ans Herz gelegt hat.

Denn der Film entwickelt sich zu einem extrem garstigen und teilweise perfiden Werk, das insbesondere gegen Ende schon ziemlich eklig wird – ohne dabei wirklich brutal zu sein. Es sind eher andere Dinge, die einem das Gruseln beibringen.

Mittendrin: Strahlemann Hugh Grant, dessen Besetzung sicher nicht nur mich wundert. Aber gerade im fortgeschrittenen Alter sieht man ja immer wieder, wie bekannte Schauspieler aus ihren gewohnten Rollenbildern ausbrechen – man denke nur an Brendan Fraser in THE WHALE.

Auch die beiden jungen Hauptdarstellerinnen wissen zu gefallen und wandeln sich recht überzeugend von devoten Predigerinnen zu einem um ihr Leben kämpfenden Duo.

Beck und Woods haben bereits mit HALLOWEEN HAUNT gezeigt, dass sie ein Faible für unkonventionelle Horrorstoffe haben. Sollte das weiterhin so gut funktionieren wie hier, dürfen sie gerne in diesem Fahrwasser bleiben.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Streifen, der langsam beginnt und sich stetig steigert. Auch wenn nicht alles logisch oder glaubwürdig ist, wird der Horrorfreund sehr gut unterhalten – es sei denn, er gehört zur reinen Splatter-Fraktion.