Hana’s Game
Thriller / Sci-Fi
Regie: James Nunn
Großbritannien / 2023
Die professionelle Gamerin Hana soll eine hoch entwickelte neue Konsole namens Omnia testen, die ihre Gehirnwellen misst und interpretiert und ein noch nie dagewesenes Spielerlebnis verspricht. Die anfängliche Begeisterung über das Gerät verschwindet allerdings schnell: Omnia hat einen unheimlichen Einfluss auf Hanas Psyche. Sie leidet unter bedrohlichen Visionen und Angstattacken, und die Grenze zwischen Realität und ihrem Unterbewusstsein scheint sich zunehmend aufzulösen. Hana verliert mehr und mehr den Verstand – und es stellt sich die Frage, ob Omnia ihre Gedanken liest … oder sie kontrolliert.
Ich habe mir ja angewöhnt, nach einem Film immer erst einmal bei IMDb nachzuschauen, wie er dort bewertet wird – und in acht von zehn Fällen kann ich behaupten: Ich habe eine komplett andere Meinung. Denn eine 4,1 für diesen Film? Wie kommt so etwas bitte zustande?
Das Einzige – und deshalb fange ich damit an –, was man vielleicht bemängeln könnte, ist das Ende. Das hätte man durchaus etwas anders gestalten können, zumal dem Zuschauer dort (etwas zu) viel Raum für eigene Interpretation gelassen wird. Das war’s dann aber auch schon.
Ansonsten bekommt man hier einen durchweg spannenden und auch ziemlich originellen Thriller geboten, der hier und da Horrorelemente einstreut und die technischen Neuerungen rund um KI sehr kritisch beleuchtet – und das nicht ganz zu Unrecht.
Inmitten dieses Szenarios liefern sich Sasha Luss und Alexis Ren einen kleinen Wettbewerb darum, wer denn nun die Knuffigere von beiden ist. Jedenfalls nimmt man beiden ihre Rollen absolut ab, und sie sind auch sehr authentisch gestylt – so stelle ich mir Gamerinnen in etwa vor.
Zudem muss man hier ganz schön mitdenken, denn gerade im zweiten Abschnitt weiß der Zuschauer oftmals nicht mehr so genau, auf welcher Zeitebene er sich eigentlich gerade befindet.
Dazu gibt es einen kongenialen, elektronischen Soundtrack, der die Szenerie perfekt unterstützt.
Natürlich sind einige Dinge etwas konstruiert, aber wir wissen ja alle nicht, was uns die KI in Zukunft noch bringen wird – Nutzen oder Schaden. Von daher würde ich das hier nicht negativ auslegen wollen.
Unter dem Strich bleibt ein wirklich gelungener Cyber-Thriller, der praktisch die gesamte Laufzeit (von wirklich wenigen Szenen abgesehen) nur in Hanas Wohnung spielt. Auch durch diese beengte Szenerie, die damit erklärt wird, dass Madame unter Agoraphobie leidet, wirkt der Streifen sehr intensiv.
Für mich ist das ein kleiner Geheimtipp, auch wenn andere das offenbar anders sehen. Leute, die sich für Geschichten rund um das Thema KI interessieren, ein wenig computeraffin sind und ein bisschen Fantasie mitbringen, sind hier meiner Meinung nach genau richtig.