God’s Country

Drama / Thriller

Regie: Julian Higgins

USA / 2022


Sandra Guidry arbeitete in New Orleans als Polizistin, bis sie im Zuge der Katastrophe rund um den Hurrikan Katrina nach Montana zog. Dort lehrt sie nun an einem College. Nach dem Tod ihrer Mutter steht Sandra allein zwischen den Machtdynamiken der Hochschule und der Stadt.

Doch erst die Konfrontation mit zwei Jägern, die unbefugt ihr Grundstück betreten, bringt ihren eigenen Schmerz und ihre angestaute Wut an die Oberfläche – und an ihre Grenzen.

Diese Konfrontation nimmt praktisch den gesamten Film ein, was mit zunehmender Laufzeit einfach zu lang gerät. Denn wirklich viel passiert hier schlicht nicht.

Stattdessen werden diverse Nebenstränge eingebaut, die keinen echten Sinn ergeben, die Handlung nicht voranbringen und auch nicht dazu beitragen, den Zuschauer bei Laune zu halten. Im Gegenteil: Die Gefahr, wegzudösen, ist ständig präsent.

Die literarische Vorlage stammt von James Lee Burke – und das merkt man leider auch. Betrachtet man andere Verfilmungen seiner Werke wie Mississippi Delta (mit Alec Baldwin) oder In the Electric Mist (mit Tommy Lee Jones), zeigen sich ähnliche Schwächen.

Die Ausgangslage ist meist viel zu dünn, um daraus einen abendfüllenden Spielfilm zu zimmern. „Elegisch“ wäre hier noch eine wohlwollende Umschreibung.

So entpuppt sich der laut Pressetext „spannende Thriller“ letztlich als eher lahmes Drama. Die Hauptdarstellerin wird vielerorts in den Himmel gelobt – warum, erschließt sich mir allerdings nicht. Ihre maximal zwei Gesichtsausdrücke haben mich jedenfalls nicht überzeugt.

Hat man die knapp zwei Stunden dann überstanden, fragt man sich ernsthaft, ob diese Lebenszeitverschwendung notwendig war. Aus meiner Sicht: nein.

Wer allerdings unter massiven Einschlafproblemen leidet, könnte hier einen durchaus hilfreichen Begleiter finden.

Was bedeuten die Chuckys?