Goblins
Horror / Komödie
Regie: Jon Wright
Großbritannien / Irland / 2022
Jamie und die schwangere Maya fliehen nach einem Überfall, bei dem beide fast getötet worden wären, aus London ins idyllische Irland – nur um kurz nach der Ankunft bereits Geschichten über mysteriöse Kreaturen zu hören, die in den uralten Wäldern am Fuße ihres neuen Gartens leben und ein tägliches Blutopfer fordern. Damit sollen die dort angeblich hausenden Wesen gnädig gestimmt werden. Irritiert folgt Maya zunächst dem Ratschlag – bis sie die Opfergabe eines Abends vergisst.
Tja, das sollte man bei diesen Herrschaften besser nicht tun, denn dann müssen sie ihre Ernährung umstellen und auf Menschen zurückgreifen – was sie in der Folge dann auch des Öfteren tun.
Goblins ist eine schrullige Horror-Komödie, die sich wirklich nicht ernst nimmt. Lediglich der Überfall am Beginn des Films macht da die Ausnahme, und ich war schon überrascht, weil ich zunächst etwas völlig anderes erwartet hatte – was ich später aber auch reichlich geliefert bekam.
Denn spätestens, als die Goblins in Erscheinung treten, wird es lustig. Diese merkwürdige Spezies – eine Mischung aus Gremlins, Gonzo aus der Muppet Show und Angela Merkel – ist irgendwie putzig, zumal sie dem Paar ja auch noch zur Hilfe eilen.
Was macht eigentlich Colm Meaney? Nachdem er seinen Job bei Deep Space Nine aufgegeben und dem Weltraum den Rücken gekehrt hat, ist er hier als garstiges Familienoberhaupt zu sehen, dessen Kinder das Haus von Jamie und Maya reparieren sollen und der nicht gerade väterliche Zuneigung versprüht. Trotzdem liebt er seine Kinder – und als ihm von einem der drei der Kopf serviert wird, dreht er durch.
Das alles aber, wie gesagt, immer auf humoristische Weise. Gerade gegen Ende werden bei Goblins die Oneliner fast schon in Bruce-Willis-Manier rausgehauen, und ich muss zugeben, dass ich mehrfach laut lachen musste, weil sie einfach so trocken rüberkamen.
Der Film wirkt dabei aber keineswegs wie irgendein billiger B-Movie, sondern ist sehr schick inszeniert von Jon Wright, dessen Vita insgesamt eher überschaubar ist und der vor allem fürs TV arbeitet. Lediglich Grabbers ist einem als Filmfan bekannt – und der ging in eine ganz ähnliche Richtung wie dieser Streifen hier.
Fazit: Amüsante Horror-Komödie, die so ziemlich jedes Irland-Klischee bedient – dies aber liebevoll und ohne sich über die Macken des Volkes lustig zu machen. In dieser Hinsicht könnte man den Film ein wenig mit Lang lebe Ned Devine vergleichen. Wer Horror-Komödien mag, wird hier gut bedient.
P.S.: Eine absolute Rarität ist, dass ich den deutschen Titel wirklich besser finde als den Originaltitel, denn Unwelcome ist doch recht nichtssagend.