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Following

Thriller

Screenlife-Produktion

Russland / 2023


Die junge Dana hat nur ein Ziel: Sie will herausfinden, was ihre Schwester Julia in den Tod getrieben hat. Bei der Untersuchung ihres Computers stößt Dana auf eine geheime Chatgruppe und ein unheimliches „Spiel“: Die Teilnehmer müssen 21 Aufgaben erledigen – dann endet das Spiel mit der „Erlösung“, ihrem Selbstmord. Um die Verantwortlichen für den Tod ihrer Schwester zu finden, nimmt Dana selbst an der Challenge teil – und öffnet damit ein Tor zur grausamsten aller verborgenen Online-Welten.

Der russische Thriller basiert auf tatsächlichen Cyberverbrechen: Die sogenannte „Blue-Whale-Challenge“ entwickelte sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem Social-Media-Phänomen, ging aber komplett an mir vorbei – was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich nicht unbedingt die Zielgruppe für so etwas bin.

Entsprechend bin ich eigentlich auch nicht prädestiniert, diesen Film zu rezensieren, weil ich mit sozialen Medien eher wenig anfangen kann und zudem so meine Probleme mit diesem sogenannten „Screenlife“-Format habe. Das bedeutet, dass der komplette Film ausschließlich auf Bildschirmen spielt – seien es Computer oder Handys. Ähnlich war das auch schon bei den Unknown User-Filmen, die mich eher gelangweilt haben.

Daher wollte ich nach fünf Minuten eigentlich schon abschalten – bis ich die wirklich erstaunlich gute Note bei IMDb gesehen habe und dann doch wissen wollte, wie es weitergeht. Und tatsächlich: Ich wurde nicht enttäuscht. Denn der Streifen ist durchweg spannend und hat einige wirklich originelle Einfälle zu bieten.

Auch der Stil, eben dieses Screenlife-Format, hat mich hier bei weitem nicht so gestört wie bei anderen Filmen. Das liegt vor allem daran, dass die Story deutlich kniffliger ist, als man zunächst annimmt. Außerdem kann man als halbwegs internetaffiner Mensch gut nachvollziehen, wie Dana dem Geheimnis des Täters auf die Spur kommt.

Man sollte allerdings schon mal bei Facebook oder Google aktiv gewesen sein – sonst verliert man hier recht schnell den Überblick. Aber auf wen trifft das heutzutage eigentlich nicht mehr zu?

Die Auflösung ist – und das ist leider das einzige wirkliche Manko – recht vorhersehbar. Gerade weil der Film ansonsten einige wirklich überraschende Momente hat, wäre hier ein etwas ausgeklügelterer Schluss wünschenswert gewesen. Dafür sind insbesondere Danas „Außeneinsätze“ wirklich spannend inszeniert.

Zudem wissen die beiden Hauptdarsteller zu gefallen – wobei beide auch sehr dankbare Rollen bekommen haben. Auch wenn man zunächst glauben könnte, dass hier schauspielerisch nicht viel gefordert ist, wird man eines Besseren belehrt. Gerade die Darstellerin der Dana hat extrem viel Screentime, da sie praktisch permanent zu sehen ist.

Insgesamt ist das hier eher ein Film für die jüngere Generation. So alte Säcke wie ich sind sicher nicht die Hauptzielgruppe von Following – aber auch mir hat das Ganze überraschend gut gefallen, und ich schließe mich der Durchschnittsbewertung bei IMDb ziemlich genau an.

Was bedeuten die Chuckys?