Fight or Flight

Action / Thriller / Komödie

Regie: James Madigan

USA / 2024

Ex-Agent Reyes arbeitet inzwischen als Private Contractor und nimmt zwielichtige Aufträge an. Seine ehemalige Chefin schickt ihn los, um einen internationalen Kriminellen namens „Ghost“ auf einem Flug von Singapur nach San Francisco zu stoppen.

Doch „Ghost“ entpuppt sich als junge Frau namens Isha, die Reiche und Mächtige bestohlen hat, um Armen zu helfen. Hinter der Mission steckt in Wahrheit ein Hightech-Konzern, dem es um eine technische Vorrichtung geht, mit der man den weltweiten Datenverkehr lahmlegen oder manipulieren könnte.

Was als einfacher Auftrag beginnt, eskaliert schnell: Das gesamte Flugzeug ist voller Kopfgeldjäger – und alle wollen die Prämie kassieren, die auf „Ghost“ ausgesetzt ist.

Wer mich kennt, weiß: Solche Filme sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Eine absurde Aneinanderreihung hanebüchener Handlungselemente, ein Held, der gefühlt fünfmal sterben müsste und trotzdem immer noch locker weiterkämpft. Ich habe mir den Film eigentlich nur wegen Josh Hartnett angesehen.

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum ich trotzdem eine so hohe Wertung vergebe. Ganz einfach: Ich wusste genau, was mich erwartet – nämlich kompletter Unsinn, aber dafür extrem gut gemachte Unterhaltung. Und genau das liefert FIGHT OR FLIGHT in Reinform.

Hartnett ist hier wieder einmal gegen den Strich besetzt und hat sichtlich Spaß an der Rolle. Laut Interviews hat er für den Film sogar Kampfsporttraining genommen, damit die Action zumindest halbwegs glaubwürdig rüberkommt.

Der endgültige Wahnsinn beginnt, als die Kettensäge ins Spiel kommt. Der Film, der ohnehin eher eine Actionkomödie als ein Thriller ist, driftet dann in ein herrlich überzogenes Gemetzel ab, das aber perfekt zum restlichen Ton passt.

Dazu kommt: Es gibt hier wirklich keinen Leerlauf. Schon der Start ist rasant, und danach gibt es rund 100 Minuten Dauerfeuer, ergänzt durch einige wirklich gelungene One-Liner.

Erstaunlich ist übrigens, dass der Regisseur bisher kaum etwas anderes gemacht hat. Umso erstaunlicher, wie professionell und durchdacht der Film inszeniert ist – zumindest innerhalb seines völlig durchgeknallten Konzepts.

Fight or Flight ist völlig albern, komplett unrealistisch, aber extrem unterhaltsam. Wer einfach mal abschalten will, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, ist hier goldrichtig.

Wer Filme wie Free Fire mag, dürfte hier ebenfalls bestens bedient werden. Ich wollte erst 7 Punkte geben – habe mich dann aber doch für 8 entschieden. Was bei solchen Filmen bei mir wirklich selten vorkommt.