Es lauert
Horror / Thriller
Regie: Ernie Barbarash
USA / 2005
Danny arbeitet als Rangerin in einem abgelegenen Waldgebiet und wohnt dort auch allein in einem kleinen Häuschen. Ächtung, jetzt wird’s originell: Sie hat den Tod ihrer besten Freundin nicht verwunden, den sie selbst verschuldete, weil sie betrunken am Steuer saß.
Seitdem leidet sie unter einem schweren Trauma und ertränkt ihre Trauer im Alkohol. Endlich mal was hochinnovatives. Egal, weiter: Kollege Justin versucht, sie ein wenig aus ihrer Lethargie zu reißen – was schließlich im Geschlechtsverkehr endet.
In derselben Nacht taucht ein Tier oder sonstiges Wesen auf und zerstört Justins Jeep. Doch das hierfür verantwortliche Kerlchen hat deutlich mehr Appetit auf Fleisch als auf Motorenöl, und so wird alles Menschliche niedergemetzelt, was ihm gerade vor die Füße läuft.
Leider ist das nicht sehr viel, denn in der Einsamkeit der Wildnis halten sich nun mal nicht allzu viele Menschen auf. Ich bin nicht zwingend blutgeil, aber ein paar zusätzliche Splattereffekte hätten dem Film vielleicht ganz gutgetan.
Die ersten 30 Minuten lauert ohnehin nur gähnende Langeweile. Man bekommt zigmal den Unfall aus Dannys Träumen präsentiert, inklusive der letzten Minuten vor dem Tod ihrer Freundin. Als der Rangerkollege auftaucht, folgt ein etwa zehnminütiger Exkurs in Sachen Hobbypsychologie, der – Überraschung – schließlich im Bett endet.
Den Dämon, eine krude Mischung aus Species, Jeepers Creepers und Angela Merkel, sieht man erst kurz vor Schluss – sofern man bis dahin nicht längst eingeschlafen ist. Zwar gibt es zwischendurch kurze Spannungsmomente, doch die reichen bei weitem nicht aus, um den Zuschauer bei der Stange zu halten.
Obendrauf gibt es gegen Ende noch eine absolut bescheuerte Erklärung, was dieses Vieh eigentlich darstellen soll und wo es herkommt – als hätte das noch jemanden interessiert.
Schauspielerisch bewegt sich das Ganze bestenfalls im unteren Durchschnitt. Und sollte ich jemals den Verantwortlichen für den Soundtrack treffen, dann würde dort vermutlich ebenfalls der Tod lauern. Die Musik in den Actionsequenzen ist noch okay, zwischendurch dudeln aber immer wieder grauenhaft schnulzige Lovesongs, die eher an das Gejaule von Whitney Houston erinnern und absolut nicht zum Film passen.
Die schlechte Synchronisation rundet den Gesamteindruck schließlich ab.
Wer mal wieder einen guten und spannenden Horrorfilm sehen will, sollte Es lauert lieber stehen lassen. Das Cover verleitet zwar zum Ausleihen, ist aber deutlich besser als der komplette Film. Dann hänge ich mir lieber das Poster an die Wand, statt 85 Minuten meiner Lebenszeit zu verschwenden.
Alternativ kann man sogar beim selben Anbieter bleiben, denn dieser hat mit Shallow Grave kürzlich einen wirklich spannenden und recht innovativen Film auf den Markt gebracht. Es lauert ist davon Lichtjahre entfernt.