Die Wärterin
Drama / Thriller
Regie: Gustav Möller
Dänemark / 2024
Die idealistische Gefängniswärterin Eva steht vor dem Dilemma ihres Lebens, als ein junger Mann aus ihrer Vergangenheit ausgerechnet in das Gefängnis verlegt wird, in dem sie arbeitet. Ohne ihr Geheimnis preiszugeben, bittet Eva darum, in die Abteilung des jungen Mannes namens Mikkel versetzt zu werden – die härteste und gewalttätigste Abteilung des Gefängnisses.
Hier beginnt ein beunruhigendes psychologisches Drama, in dem Eva nicht nur ihre Moral, sondern letztlich auch ihre Zukunft aufs Spiel setzt.
Was in der Vergangenheit genau passiert ist, wird lange geheim gehalten, und der Zuschauer fragt sich natürlich, was denn da geschehen sein könnte, dass die Dame so einen obsessiven Hass auf den Gefangenen entwickelt hat.
Wird der Streifen im ersten Abschnitt sehr realistisch inszeniert (soweit ich das als bisheriger Nichtinsasse eines Gefängnisses beurteilen kann), wendet sich das Blatt später – was ich aus Spoilergründen leider nicht genauer beschreiben kann.
Die erste Stunde des Films ist daher auch die interessantere, während gegen Ende die eine oder andere Wendung kommt, die aus meiner Sicht teilweise einen Tick zu weit hergeholt ist und nicht mehr wirklich realistisch erscheint.
Der Regisseur hatte im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder er inszeniert den Film als Drama oder als Thriller. Er hat sich klar für Ersteres entschieden.
Insgesamt ist der Film daher nicht wirklich spannend geworden, hat aber mit Frau Knudsen (die in BORGEN, der vielleicht besten Serie aller Zeiten aus Dänemark, die Hauptrolle spielte) eine wirklich hervorragende Hauptdarstellerin, die zudem eine dankbare Rolle bekommen hat. Ihr Gegenpart wirkt dagegen eher wie aus dem Klischeebuch für Anfänger entnommen.
Fazit: Zwei Drittel des Films sind wirklich gelungen. Auch die Knastaufnahmen und die dortigen Vorgänge sind teilweise sehr intensiv – danach wird es stellenweise etwas abstrus. Trotzdem gebe ich dem Film eine recht hohe Bewertung, weil mir genau diese Intensität sehr gut gefallen hat.