Die Gesandte des Papstes
Drama / Historie
Regie: Alejandro Monteverde
USA / 2024
Im Jahr 1889 erreicht Francesca Cabrini, eine mutige italienische Ordensschwester, New York – eine Stadt, die von Einwanderung, Elend und Hoffnung gleichermaßen geprägt ist. Als persönliche Gesandte des Papstes tritt sie ihre Mission an: den Ärmsten der Armen zu helfen, insbesondere den Waisenkindern aus Immigrantenfamilien.
Doch was sie vorfindet, ist mehr als nur Armut – es ist ein System aus Gleichgültigkeit, Vorurteilen und männlich dominierten Machtstrukturen, das ihr kontinuierlich Steine in den Weg legt.
Unerschütterlich im Glauben und von tiefem Mitgefühl getragen, widersetzt sich Cabrini jeder Form der Einschränkung. In einer Zeit, in der Frauen weitgehend zum Schweigen verurteilt sind, erhebt sie ihre Stimme – für die Kranken, die Waisen und für all jene, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden.
Mit ihrer visionären Kraft und unermüdlichen Energie kann sie rasch erste Erfolge verzeichnen. Doch ihre fortwährenden Bemühungen stoßen schnell auf Widerstand von den mächtigsten Männern New Yorks, die ihre fortschrittlichen Ideen als Bedrohung empfinden.
Zweieinhalb Stunden Arthouse-Kino – das ist schon eine Ansage. Ich bin ja ziemlich flexibel, was Filme angeht, aber bei so einem Werk braucht es doch einiges an Muße, um wirklich dranzubleiben. Filme dieser Art sind nicht immer leicht zu konsumieren, vor allem, wenn die Handlung recht sperrig daherkommt.
Nachdem mich KONKLAVE – ein Film, den ich ursprünglich nicht erwartet hatte – positiv überrascht hat, hoffte ich, dass auch DIE GESANDTE DES PAPSTES ein solches Erlebnis bieten könnte. Und tatsächlich: Ich wurde nicht enttäuscht.
Trotz der teils schwierigen Erzählstruktur schafft es der Regisseur, einen insgesamt sehr unterhaltsamen Film zu präsentieren, der die Zuschauer über die lange Laufzeit hinweg bei der Stange hält. Wie nahe der Film den tatsächlichen historischen Ereignissen kommt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen – schließlich leben die Zeitzeugen nicht mehr.
Die Besetzung des Films ist schlicht hervorragend. In der Hauptrolle wurde die talentierte Schauspielerin Christina Dell’Anna gecastet, die der Figur der Francesca Cabrini nicht nur große Glaubwürdigkeit verleiht, sondern ihr auch eine tiefe, menschliche Dimension gibt.
Ihre Darstellung ist fesselnd und trägt den Film mühelos. Auch die Nebenrollen sind erstklassig besetzt, mit bekannten Namen wie John Lithgow, David Morse und Rolando Villazón, die das Ensemble perfekt ergänzen.
Natürlich gibt es den einen oder anderen etwas klischeehaften Dialog, der vielleicht auch der deutschen Synchronisation zuzuschreiben ist, und an manchen Stellen wird der Film etwas elegisch – doch das tut dem sehr positiven Gesamteindruck keinen großen Abbruch.
Fazit: Ein überraschend unterhaltsamer Film, der nicht nur mit einer starken Hauptdarstellerin glänzt, sondern auch eine tiefgründige und zugleich packende Geschichte erzählt. Christina Dell’Anna erhielt für ihre Leistung viel Lob – und das völlig zu Recht. Wer sich für die Geschichte von Francesca Cabrini interessiert, findet übrigens auch einen sehr lesenswerten Wikipedia-Eintrag zu ihr.