Die Brut

Horror / Body Horror / Thriller

Regie: David Cronenberg

Kanada / 1979


Als Frank Carveth feststellt, dass seine Tochter Candy von ihrer Mutter Nola misshandelt wird, geht er der Sache nach. Seine Ex-Frau wird im ominösen Somafree Institute behandelt. Dort praktiziert Dr. Raglan eine höchst umstrittene Therapieform, bei der unterdrückte Aggressionen in körperliche Manifestationen umgewandelt werden.

Je mehr sich Nolas Wut in den Sitzungen steigert, desto gefährlicher wird es für alle, gegen die sich ihr Zorn richtet. Schon bald wird klar, dass Raglans Klinik nicht nur ein Ort der Heilung ist – sondern die Brutstätte von etwas zutiefst Bösem.

Ich muss zugeben, dass ich den Film zum allerersten Mal gesehen habe, denn ich war nie der ganz große Cronenberg-Fan. Zwischen genialen Arbeiten wie DIE FLIEGE lieferte er ja auch immer wieder ziemlich sperrige oder wirre Kost ab. DIE BRUT hingegen ist rundum gelungen und funktioniert auch heute noch erstaunlich gut.

Gerade gegen Ende entwickelt der Film einen ordentlichen Ekelfaktor. Dass hier reihenweise Kinder (wenn auch keine besonders hübschen) als Mordwerkzeuge eingesetzt werden, war 1979 sicher ein ordentlicher Tabubruch. Ich frage mich ernsthaft, wie das damalige Publikum auf so etwas reagiert hat – denn zu dieser Zeit war derartiges noch alles andere als normal.

PLAION hat den Film nun als Mediabook neu veröffentlicht. Die Bildfassung ist sehr gut restauriert, und auch der Ton wurde hörbar aufpoliert – ohne dabei unrealistische Wunder wie ein modernes Dolby-7.1-Gewitter zu versprechen. Hier ist es eindeutig sinnvoller, die Originalspur zu respektieren, statt künstlich auf Wumms zu trimmen.

Das Bonusmaterial ist geradezu absurd umfangreich und läuft länger als der Hauptfilm selbst. Darunter befinden sich unter anderem:

24-seitiges Booklet von Prof. Dr. Marcus Stiglegger
Audiokommentare von Prof. Dr. Marcus Stiglegger & Kai Naumann sowie Prof. William Beard
Mehrere Featurettes („Childhood Memories“, „Scoring the Brood“, „Cronenberg Compositions“, „Pierre David on …“)
Radio-Spot, TV-Spot, Teaser, Trailer
Artwork-Galerie, Lobby Cards, Promotionmaterial, Filmprogramm
Zusätzlich: DVD-Version des Films mit allen Extras

Fazit: Den Film kann man sich auch heute noch sehr gut ansehen. Schon vor fast 50 Jahren hatte Cronenberg ziemlich verstörende Visionen im Kopf – vermutlich auch beeinflusst von seiner damaligen Scheidung, die er hier offensichtlich verarbeitet hat. Fans bekommen eine hervorragende Restaurierung und eine geradezu absurde Menge an Bonusmaterial geboten und dürften mehr als zufrieden sein.