Deep Water

Thriller

Regie: David S. Marfield

USA / 2005


Also eines muss man dem Texter der nachfolgenden Zeilen wirklich zugutehalten: Wer das liest, wird sich diesen Film auf jeden Fall ansehen wollen.

Deep Water ist ein faszinierender Mystery-Thriller der besonderen Art. Regisseur Marsfield verknüpft Elemente aus dem David-Lynch-Kosmos mit Motiven des Backwood-Horrors und schuf mit einem hervorragenden Ensemble, allen voran Peter Coyote und dem Sci-Fi-Kultstar Michael Ironside (Total Recall), einen Film der Extraklasse.“

Wenn man das liest, kommt man an einem Kauf dieser DVD kaum vorbei. Auch das Coverdesign ist sehr gelungen. Hat man den Film dann allerdings gesehen, könnte es gut sein, dass man den 15 Euro noch sehr lange nachtrauert.

Ein Typ namens Nat hat einen Traum: Er möchte eine eigene Straußenfarm gründen, ihm fehlt lediglich das nötige Kleingeld. Auf seiner Reise durchs halbe Land mit einer geklauten Karre rettet er einen Mann aus einem verunglückten Auto.

Dieser bedankt sich, indem er Nat bei sich aufnimmt und ihm kleinere Jobs gibt, mit denen er sein Reisegeld aufbessern kann. Doch hinter der Fassade des netten „Finch“ steckt ein geldgieriger Raffgeier, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.

Als Nat merkt, dass auch die örtliche Polizei in krumme Geschäfte verwickelt ist, will er so schnell wie möglich verschwinden. Dumm nur, dass er sich ausgerechnet in Finchs junge Frau verguckt hat – und das könnte sich rächen.

Boooah, ist das eine banale Story, die noch dazu vollkommen spannungsarm inszeniert wurde. Und damit kommen wir wieder zurück zum oberen Abschnitt: Mystery-Thriller? Hä? Wo bitte soll hier irgendetwas Mystisches sein?

Vielleicht war das auch einfach ein Schreibfehler und es sollte „Mist-ery-Thriller“ heißen – das würde zumindest einiges erklären. Vom David-Lynch-Kosmos ist hier jedenfalls nicht einmal ansatzweise etwas zu erkennen.

Und der vielzitierte „Sci-Fi-Kultstar Michael Ironside“ dümpelt schon seit Jahren in B- oder C-Produktionen herum. Abgesehen davon wissen – außer eingefleischten Filmfans – wohl die wenigsten überhaupt noch, dass er in Total Recall mitgespielt hat. Seine Rolle in Deep Water beschränkt sich zudem auf ein paar kurze Auftritte.

Erschreckend finde ich allerdings die Durchschnittsbewertung dieses Streifens, denn dort tummeln sich auch zahlreiche 9er und 10er. War in meinem Amaray vielleicht die falsche DVD drin? Oder bin ich bei diesem Langweiler einfach zu oft eingenickt?

Möglich wäre es. Für mich ist Deep Water jedenfalls ein total ödes Werk, dem ich – müsste ich für gewisse Zeitungen schreiben – nicht einmal einen einzigen Punkt in der Kategorie Spannung geben würde.

Was bedeuten die Chuckys?