Das letzte Opfer

Thriller / Psychodrama

Regie: Anders Rønnow Klarlund

Dänemark / 2022


Nach einem langen Tag empfängt Star-Psychologin Susanne ihren letzten Klienten, einen Mann namens Mark. Schnell wird klar, dass dieser ein gesuchter Serienkiller ist. Er stellt Susanne ein Ultimatum: Entweder heilt sie ihn in der Therapiestunde – oder sie wird sein nächstes Opfer.

Mit jedem Sandkorn, das durch Susannes Sanduhr fließt, zieht sich die Schlinge enger um ihren Hals in diesem Wettlauf um Leben und Tod, an dessen Ende sich ein dunkles Geheimnis offenbart.

Eine, wie ich finde, durchaus interessante Ausgangsposition – und so auch noch nicht oft gesehen.

Der Norden hat sich mittlerweile wirklich zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Filmindustrie im Rest Europas entwickelt. Standen früher hauptsächlich die britischen, französischen und deutschen Filme im Mittelpunkt, sind in den letzten Jahren sehr viele spanische und jede Menge norwegische, schwedische oder dänische Streifen wie dieser hinzugekommen.

Dieses Kammerspiel zählt ebenfalls wieder zu den gelungenen Produktionen. Auch wenn man in der Mitte vielleicht etwas mehr hätte straffen können und gegen Ende schon das ein oder andere sehr konstruiert wirkt, stehen die vielen Wendungen hier im Mittelpunkt. Immer wenn man glaubt, man hat alles durchschaut, tut sich etwas Neues auf.

Die Sitzung gegen Ende bei der Polizei (ich will nicht zu viel spoilern) ist aber schon wirklich genial…

Die Schauspieler sind auch in Ordnung, wobei ich da aus Dänemark schon Besseres gesehen habe (siehe BORGEN). Aber beide wissen durchaus zu überzeugen, auch wenn Madame an manchen Stellen als Psychologin etwas cooler hätte reagieren können. Aber das sind wirklich nur kleine Nuancen.

Ich bin mir sicher, dass hier ein amerikanisches Remake bereits in den Startlöchern steht, denn dafür ist die Geschichte einfach zu ausgefeilt und wendungsreich.

Allerdings muss man dazusagen, dass zwei Drittel des Streifens nur in einem einzigen Raum spielen und das Ganze von Dialogen dominiert wird – das mögen viele Leute nicht. Erst gegen Ende verlagert sich das Geschehen nach draußen und an andere Orte, und da mutiert der Film dann auch eher zu einem Thriller, während ich ihn vorher eher als Psychodrama einordnen würde.

Fazit: Mal wieder eine kleine Überraschung aus dem hohen Norden Europas. Die Geschichte ist interessant und wendungsreich. Wer Filme aus diesen Gefilden mag, kann hier nicht wirklich etwas falsch machen.

Was bedeuten die Chuckys?