Dark Nuns
Horror
Regie: Kwon Hyeok-jae
Südkorea / 2024
Der junge Hee-joon ist von einer der zwölf Manifestationen besessen. Da eine psychiatrische Behandlung keinen Erfolg bringt und die katholische Kirche einen Exorzismus verbietet, wendet sich seine verzweifelte Mutter an die hartgesottene Schwester Junia.
Gemeinsam mit der kritischen Schwester Michaela beginnt sie die verbotene Teufelsaustreibung – und damit einen gefährlichen Kampf gegen dunkle Mächte.
Und noch ein Exorzismus-Film. Nachdem ich schon beim Pacino-Vehikel darum gebeten hatte, dieses Kapitel nun bitte endlich zu schließen, kommen jetzt auch noch die Südkoreaner mit einem Beitrag um die Ecke. Immerhin ist das zumindest mal etwas Neues – auch wenn DARK NUNS ein Spin-off von PRIESTS ist, den ich selbst nie gesehen habe.
Ein paar Besonderheiten bringt der Film aber durchaus mit. In Südkorea ist ein Exorzismus eher ungewöhnlich, und auch die Genehmigung durch die Kirche scheint dort alles andere als leicht zu bekommen zu sein – was sicher auch daran liegt, dass es dort deutlich weniger Christen gibt als etwa in Europa. Entsprechend weicht der Film von der gewohnten Vorgehensweise ab.
Der Exorzismus wird hier nämlich nicht von einem Priester durchgeführt, sondern von zwei Nonnen, die dafür eigentlich gar nicht ausgebildet sind. Und eine von ihnen entspricht nun wirklich nicht dem klassischen Bild der untertänigen Gottesdienerin: Sie raucht, flucht und nimmt ihr Gelübde generell nicht allzu ernst.
Gerade diese Figur sorgt auch für die besten Momente des Films, weil man so etwas im Exorzismus-Genre bisher kaum gesehen hat. Normalerweise agieren hier ja immer nur fromme, ernste Priester – das wirkt hier angenehm frisch.
Man muss allerdings auch sagen, dass viele asiatische Horrorfilme eine deutlich ruhigere Gangart bevorzugen. Das dürfte auch der Hauptgrund sein, warum DARK NUNS insgesamt eher verhalten bewertet wird.
Ich persönlich fand den langsamen Aufbau und das Beleuchten der kirchlichen Hintergründe in Südkorea durchaus interessant – und vor allem mal etwas anderes, was dem inzwischen ziemlich ausgelutschten Genre ganz gut tut.
Gegen Ende zieht der Film dann aber spürbar an und muss sich in Sachen Kamera und Effekte wirklich nicht vor westlichen Produktionen verstecken. Das sieht alles durchweg hochwertig aus.
Fazit: Wer kein Problem damit hat, dass der Film erst spät richtig in die Gänge kommt, und sich auch für die Hintergründe und kirchlichen Abläufe interessiert, könnte mit DARK NUNS durchaus etwas anfangen. Wer hingegen den Exorzismus-Nonsens mit Russell Crowe mochte, dürfte hier eher weniger glücklich werden.