Dallas 362

Drama

Regie: Scott Caan

USA / 2003


Es gibt ja immer wieder Schauspieler, die offenbar nicht ausgelastet sind und dann auf die grandiose Idee kommen, sich auch noch auf den Regiestuhl zu setzen. Scott Caan, Sohn von James, gehört zu dieser Spezies. Für seine erste Regiearbeit übernimmt er natürlich gleich auch noch eine der Hauptrollen – man will ja schließlich zeigen, dass man alles kann. Oder zumindest glaubt, es zu können.

Caan spielt den Rabauken Dallas, der mit seinem besten Kumpel Rusty kleine Gaunereien begeht und zwischendurch ständig in Schlägereien gerät. Rusty will eigentlich raus aus der Stadt und beim Rodeo Geld verdienen, was seine Mutter verhindern will, da ihr Mann dabei ums Leben kam. Als Dallas ihn zu einem größeren Coup überreden möchte, zögert Rusty – was sich im Nachhinein als ziemlich gesund erweist.

Klingt alles gar nicht so übel, oder? Tja. Dallas 362 ist vor allem eins: dramatisch schlecht. Scott Caan zeigt schauspielerisch wieder einmal alles, was er draufhat – nämlich nichts. Kelly Lynch sieht aus wie Debbie Harry in 30 Jahren, Jeff Goldblum wirkt, als hätte man ihn mit irgendetwas erpresst, und Shawn Hatosy schaut ebenfalls so aus, als würde er lieber woanders sein.

Vielleicht ist Caan ja privat ein guter Kumpel und hat irgendwem eine Nacht mit Jessica Alba versprochen – man weiß es nicht. Wir sind ja nur die dummen Zuschauer, die dafür entweder ins Kino gehen oder die Videothekengebühr bezahlen dürfen.

Die Dialoge passen sich den miesen Schauspielerleistungen perfekt an: flacher als die Berge in Holland und in einer peinlich auf „jugendlich“ getrimmten Sprache, die einfach nur lächerlich wirkt. Besonders kreativ war man bei den Beleidigungen auch nicht – das Wort „Wichser“ fällt gefühlt dreimal pro Szene. Das kann zwar an der Synchro liegen, aber besser wird es im Original sicher auch nicht.

Ich vergebe selten die Note 1, weil ich weiß, wie viel Arbeit in einem Film steckt. Aber hier wüsste ich wirklich nicht, was eine 2 rechtfertigen würde. Ebenso wenig kann ich mir vorstellen, dass irgendjemand dieses Machwerk gut findet – nicht einmal Bushido-Fans. Und das will schon was heißen.

Was bedeuten die Chuckys?