Blood
Horror / Drama / Thriller
Regie: Brad Anderson
USA / 2022
Nach der Trennung von ihrem Ehemann zieht die Krankenschwester Jess mit ihrer Tochter Tyler und ihrem kleinen Sohn Owen in ein altes Bauernhaus auf dem Land. Kurz nach ihrer Ankunft entwischt Owens Hund in den Wald und kehrt Tage später blutüberströmt und vermeintlich tollwütig zurück. Als er Owen angreift und beißt, verändert sich das Wesen des Kindes zunehmend – und er benötigt frisches Blut, um zu überleben. Seine Mutter muss sich entscheiden, wie weit sie geht, um diesen Blutdurst zu stillen …
Sollte jemand diese Geschichte bekannt vorkommen – es gab vor einigen Jahren mal einen ähnlich gelagerten Streifen aus dem Norden, dessen Name mir aber partout nicht einfallen will. Vielleicht kann mir ja jemand von der OFDb da auf die Sprünge helfen ...
Dabei geht es hier gar nicht so blutig zu, wie der Filmtitel suggeriert – das ist aber auch überhaupt nicht notwendig. Denn auch ohne große Splatter-Szenen schafft es der Film, drastisch zu wirken – was insbesondere an den Handlungsweisen der Mutter liegt, die teilweise schon recht einfallsreich, aber eben auch hochgradig illegal sind.
Michelle Monaghan sehe ich immer gerne. Sie ist zwar nicht wirklich mein Typ Frau, aber schauspielerisch immer top – und hier sehe ich sie zum ersten Mal in einem Horrordrama.
Das absolute i-Tüpfelchen sind aber die beiden Kids, die ihre Rollen völlig unaufgeregt, aber absolut präzise spielen. Während man dem kleinen Jungen richtiggehend ansieht, dass er traurig darüber ist, Blut zu benötigen, weil er dabei ein schlechtes Gewissen hat, ist seine kaum ältere Schwester die Toughe von den beiden.
Die beiden bringen das alles so realistisch rüber, dass es fast schon erschreckend ist und man an manchen Stellen wirklich das Gefühl bekommt, hier eine Doku über ein reales Ereignis zu sehen.
Auch der Schluss ist konsequent und glücklicherweise nicht irgendwie mit einem Pseudo-Happy-End versehen. Leute, die immer wollen, dass alles gut ausgeht, sind hier definitiv fehl am Platz – so viel darf ich verraten.
Brad Anderson hat schon so viele gute Filme gedreht, läuft aber seit jeher unter dem Radar. Da wären zum Beispiel der großartige The Machinist mit dem völlig abgemagerten Christian Bale oder auch Stonehearst Asylum zu nennen. Auch hier legt er wieder einen sehr guten Film vor, der mir bei IMDb mit 5,6 deutlich zu schlecht wegkommt.
Fazit: Spannendes Horrordrama mit nicht allzu viel Gewalt, aber sehr guter Charakterzeichnung. Die Darsteller sind überragend. Ein kleiner Geheimtipp.