Blood Star
Thriller
Regie: Lawrence Jacomelli
USA / 2024
In der sonnenverbrannten Einsamkeit von New Mexico ist die junge Bobbie auf dem hitzeflirrenden Highway quer durch die Wüste unterwegs in Richtung Westküste. Ein harmloser Tankstopp mitten im Nirgendwo führt zu der schicksalhaften Begegnung mit Sheriff Bilstein, einem mehr als seltsamen Cop, der Bobbie nur kurze Zeit später wegen Geschwindigkeitsüberschreitung anhält.
Das ist allerdings erst der Beginn eines Albtraums auf offener Straße, in dessen Verlauf die junge Frau wieder und wieder vor den grausamen Psychospielchen ihres sadistischen Verfolgers fliehen muss. Dabei hinterlässt der gewissenlose Sheriff eine Spur aus Blut und Verzweiflung, und je tiefer Bobbie auf der Flucht in das dunkle Reich des Mörders vorstößt, umso deutlicher muss sie erkennen, dass der Weg zur Erlösung nur in ihren eigenen Händen liegt.
Nun könnte man meinen, dass wir das alles schon zigmal gesehen haben und auch dieses Subgenre langsam langweilig wird. Umso überraschender, dass sich Regienovize Lawrence Jacomelli (sorry, aber der Name ist doch niemals echt) hier wirklich einiges einfallen lässt, um seinen Thriller doch noch einmal von den anderen Genrevertretern zu unterscheiden.
Die Wendungen sind hierbei teilweise wirklich gelungen und gerade gegen Ende schlägt die Story einige unerwartete Haken, die auch einen erfahrenen Frührentner wie mich noch begeistern konnten.
Der Darsteller des durchgeknallten Sheriffs war mir bisher unbekannt, empfiehlt sich aber für weitere Aufgaben in diesem Bereich. Ein weiterer Auftritt in genau dieser Rolle dürfte allerdings schwierig werden – aber man weiß ja nie.
Auch die Hauptdarstellerin ist mir nicht bekannt, schafft aber den Brückenschlag zwischen verängstigtem Mädchen und tougher Frau sehr überzeugend, sodass sich Jacomelli auf seine beiden Hauptdarsteller verlassen kann.
Gegen Ende wird der Streifen dann auch noch ziemlich brutal, teilweise sogar sadistisch, was mich nicht weiter stört, sanftere Gemüter aber durchaus abschrecken könnte.
Natürlich gibt es auch hier ein paar kleinere Logiklöcher, aber die halten sich so in Grenzen, dass man sich zumindest nicht darüber aufregen muss und mit dem bekloppten Sheriff dafür ganz gut entschädigt wird.
Fazit: Ein fieser, eher klein budgetierter, aber gerade deshalb sehenswerter Thriller und ein kleiner Geheimtipp aus der Metzelecke, der im Gegensatz zu vielen Genrevertretern auch wirklich spannend geraten ist.