Blood for Dust
Thriller / Drama
Regie: Rod Blackhurst
USA / 2023
Amerikas Mittlerer Westen in den 90er-Jahren: Handelsvertreter Cliff ist hoch verschuldet und hält sich und seine Familie nur mit Mühe über Wasser. Schon lange hat er es aufgegeben, dem amerikanischen Traum hinterherzujagen – es geht nur noch darum, irgendwie zu überleben.
Als Cliff zufällig auf Ricky trifft, einen Freund aus einer dunklen Vergangenheit, die er lieber vergessen würde, bietet ihm dieser einen lukrativen Job an: Drogen und Waffen für Gangsterboss John zu schmuggeln. Zunächst scheint alles glatt zu laufen, doch Ricky hat ganz eigene Pläne – und als zum ersten Mal Blut fließt, wird Cliff sich wünschen, niemals auf seinen Freund gehört zu haben.
Jetzt mal ehrlich: Ist diese Story nicht dünner als dünn? Ich habe mir den Film nur bestellt, weil er erstaunlich gute Bewertungen bei IMDb hat – und jetzt weiß ich auch, warum.
Denn handwerklich macht man hier nämlich fast alles richtig. Das fängt schon beim sensationellen Soundtrack an, der genau an den richtigen Stellen einsetzt und sich perfekt mit den Bildern ergänzt.
Die Dialoge wissen zu gefallen und sind teilweise staubtrocken. Das größte Plus des Films sind allerdings seine Darsteller: Kit Harington und Scoot McNairy (SPEAK NO EVIL) liefern hier eine wirklich herausragende Leistung ab, während Josh Lucas mal wieder den überkandidelten Psychopathen gibt.
Stephen Dorff hat hingegen nur einen etwa zweiminütigen Cameo-Auftritt – vermutlich, weil er irgendwem noch einen Gefallen schuldete.
Regisseur Rod Blackhurst ist ansonsten eher im von mir durchaus geschätzten Kurzfilm-Bereich unterwegs, zeigt hier aber eindrucksvoll, dass er auch Spielfilmlänge souverän beherrscht.
Was mir ebenfalls gefallen hat: In diesem Film gibt es NICHTS, aber auch gar NICHTS Positives. Gescheiterte Existenzen, Menschen, die ums finanzielle Überleben kämpfen, einsame Figuren, Mütter und Hochkriminelle – sonst hat der Streifen keine Charaktere zu bieten. Das verleiht dem Ganzen eine durchgehend düstere Grundstimmung.
Die Geschichte ist dann auch deutlich interessanter, als es der Pressetext vermuten lässt, denn im Laufe des Films kommen einige Hintergründe und Abgründe des Protagonisten ans Licht, die zeigen, dass sein Leben eigentlich schon lange ziemlich beschissen war.
Unter dem Strich bleibt eine wirklich gelungene Mischung aus Drama und Noir-Thriller mit exzellenten Darstellern und düsteren Bildern – auch wenn Harington wirklich besser auf diesen bescheuerten Oberlippenbart verzichtet hätte. Aber gut, der fließt nicht in die Bewertung ein. 😉