Bliss
Horror / Thriller
Regie: Joe Begos
USA / 2019
Dezzy, Künstlerin und Rockerbraut, hat eine massive Schaffensblockade. Seit geraumer Zeit hat sie kein Bild mehr zu Ende gemalt. Das Einzige, was sie noch kann, ist, sich volllaufen zu lassen. Als ihr Manager ihr den Geldhahn zudreht, entscheidet sich Dezzy, es allen Zweiflern zu zeigen.
Da kommt es ihr gerade recht, dass Dealer-Kumpel Hadrian eine breite Auswahl an geeignetem Stoff auf Lager hat. Sie nimmt seinen härtesten Koksverschnitt „Diabolo“ – eine Mischung aus allen Effekten jeder bekannten Droge. Sie fühlt sich fortan wie ein anderer Mensch; irgendetwas in ihr bringt sie zur völligen Ekstase.
Die Trips werden immer härter, die Halluzinationen auch. Jeden Morgen nach dem Horrortrip wacht sie erinnerungslos und splitternackt vor ihrer Leinwand auf – doch die Blockade löst sich offenbar. Sie malt ihr angefangenes Gemälde Stück für Stück weiter. Wobei: Ist sie es wirklich selbst, die das Bild malt, oder steckt da viel mehr dahinter? Egal – Dezzy ist sich sicher: Das Bild wird ihr Meisterwerk.
Nach zehn Minuten war mein Finger schon am Ausschaltknopf, denn die Protagonistin geht einem anfangs wirklich tierisch auf die Nerven. Danach wird der Film aber doch noch überraschend gut, auch wenn ich die Wackelkamera, die uns ständig signalisieren soll, dass Madame gerade auf einem Trip ist, nicht zwingend mag.
Trotzdem entwickelt sich die Geschichte zu einer durchaus unterhaltsamen Angelegenheit. Die Idee, dass Dezzy sich im Rausch immer weiter dem Ende ihres Bildes nähert und dabei kreative Schübe bekommt, ist zwar abgedreht, aber irgendwie auch passend.
Auch die Wendung in der Mitte des Streifens, die mit einigem Blutvergießen verbunden ist (mehr will ich aus Spoilergründen nicht verraten), ist durchaus überraschend und wird den Blutfetischisten sicherlich gefallen. Denn dann mutiert der Streifen, der bis dato eher durch seine fast psychedelische Grundstimmung auffiel, zu einem ausgewachsenen Blutbad.
Eine gute Leistung bietet hierbei die Hauptdarstellerin, die in manchen Szenen wirklich wirkt, als hätte sie sich selbst irgendetwas eingeworfen – vielleicht hat sie es ja sogar, man weiß es nicht.
Auch das Finale ist schön abgedreht und bietet einen runden Abschluss für einen insgesamt schon sehr gewöhnungsbedürftigen und durchgeknallten Film, der mich ein wenig an die neueren Sachen von Nicolas Cage erinnert – insbesondere an Mandy.
Fazit: Abgedrehter Horrorfilm mit recht kruder Story und hohem Blutzoll. Sicher nicht jedermanns Geschmack.