Beezel

Horror / Mystery

Regie: Aaron Fradkin

USA / 2024


In einem düsteren Haus in Massachusetts lauert seit sechs Jahrzehnten ein unfassbares Grauen: Beezel, eine alterslose Hexe, die sich von Menschenfleisch nährt, wartet geduldig auf den Moment, ihre finsteren Pläne in die Tat umzusetzen. Nacheinander betreten drei Hausbesitzer unwissentlich ihr unheilvolles Reich – und verstricken sich in einen albtraumhaften Strudel aus übernatürlichem Terror, dem es kein Entkommen zu geben scheint.

Und so entwickelt sich ein wirklich kleiner, feiner Horrorthriller, der so etwas wie Kurzgeschichten erzählt, ohne diese explizit als solche zu kennzeichnen. Vielmehr ergibt sich diese Struktur daraus, dass der Zuschauer die Geschehnisse in dem Haus über einen Zeitraum von sechs Jahrzehnten präsentiert bekommt – keine schlechte Idee.

Auch die Umsetzung ist durchaus gelungen. Regisseur Aaron Fradkin versteht sein Handwerk im Horrorgenre besser, als man es anhand seiner frühen Veröffentlichungen vielleicht erwarten würde – möglicherweise sollte er in diesem Genre künftig weiterarbeiten.

Die Schockeffekte kommen teilweise aus dem Nichts und werden durch einen einzigen schnellen Schnitt effektiv in Szene gesetzt. Dieses Stilmittel nutzt er mehrfach, und immer wieder ist man aufs Neue überrascht.

Überhaupt ist die Atmosphäre des Films sein großes Plus, denn auch der ständig wabende, düstere Score weiß zu gefallen und verstärkt das Unbehagen noch zusätzlich.

Die FSK-Freigabe ist mit 16 überraschend niedrig. Nicht, dass wir hier eine Splatterorgie wie bei THE WELL hätten, aber vor 20 Jahren wäre BEEZEL so sicherlich niemals ab 16 durchgegangen – im Gegenteil: Einige Szenen wären vermutlich komplett herausgeschnitten worden.

Doch Brutalität ist nicht die eigentliche Stärke des Films, sondern – wie bereits erwähnt – seine Stimmung. Bei Kurzgeschichten ist es allerdings immer so, dass diese durch den Wechsel der jeweiligen Handlung kurz unterbrochen werden.

Zudem muss man sich schnell mit neuen Gesichtern anfreunden, und auch für tiefgehende Charakterzeichnung bleibt wenig Zeit. In diesem Fall ist das aber nicht weiter schlimm, da es ohnehin vor allem um die Hexe und ihre Taten geht. Besonders freundlich ist sie den Bewohnern jedenfalls nicht gesinnt und lässt sich einige ziemlich fiese Dinge einfallen.

Fazit: Ein garstiger, kleiner B-Movie mit extrem gut gesetzten Schocks und einer insgesamt unorthodoxen Erzählweise. Wer Filme mag, die vor allem über Atmosphäre funktionieren, könnte hier durchaus fündig werden.