Baghead

Horror

Regie: Alberto Corredor

USA / Deutschland / 2023


Nach dem Tod ihres Vaters erfährt Iris, dass sie einen heruntergekommenen, jahrhundertealten Pub in Berlin geerbt hat. Dabei ahnt sie nicht, dass sie als neue Eigentümerin untrennbar mit einem unheimlichen Wesen verbunden ist, das im Keller des Pubs haust – Baghead, eine angsteinflößende Kreatur, die die Gestalt von Verstorbenen annehmen kann.

Verzweifelte Hinterbliebene haben genau zwei Minuten Zeit, um mit den Toten zu sprechen und ihre Trauer zu lindern. Wird diese Zwei-Minuten-Regel allerdings gebrochen, müssen alle Beteiligten schreckliche Konsequenzen tragen.

In Zeiten, in denen die guten Geschichten schon mehrfach erzählt wurden und die Leute immer mehr dazu tendieren, sinnloses Dauergemetzel zu bejubeln, ist BAGHEAD wirklich mal eine originelle Abwechslung. Die Grundidee ist nämlich tatsächlich frisch und wurde so noch nicht erzählt.

Insbesondere die schicke Idee, dass man die Möglichkeit bekommt, noch einmal zwei Minuten mit seinen verblichenen Angehörigen zu sprechen – danach aber schleunigst die „Session“ beenden sollte – und dass unter dem Sack immer genau die Person steckt, die man am meisten vermisst, ist wirklich pfiffig.

Zudem hat man hier für einen insgesamt doch eher kleinen Film einen erstaunlich guten Cast zusammenbekommen. Peter Mullan ist für solche Rollen sowieso immer eine sichere Bank. Dazu kommt mit Freya Allan eine junge Darstellerin, die gerade ihren Durchbruch geschafft hat.

Viel Blut gibt es hier nicht zu sehen, denn BAGHEAD baut seine Spannung eher über Atmosphäre und subtile Stimmung auf. Die Gorehounds werden hier also vermutlich enttäuscht sein – was aber auch gut so ist, denn die Zielgruppe sind sie ganz offensichtlich nicht und können bei ihren metzelnden Clowns und Puhbären bleiben.

Auch der Schluss gerät erfreulich konsequent und wird die Menschen, die immer ein braves und langweiliges Happy End wollen, vermutlich etwas verschrecken. Ein zweiter Teil könnte durchaus noch folgen – und Potenzial für eine Fortsetzung wäre definitiv vorhanden.

Unter dem Strich bleibt ein überraschend origineller Streifen mit sehr guten Darstellern, teilweise sogar bis in die Nebenrollen gut besetzt, der übrigens zum großen Teil in Berlin gedreht wurde und mit einer wirklich interessanten Prämisse aufwartet.

Was bedeuten die Chuckys?