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Archiv der Kategorie 'TV-SERIE'

24 HOURS – TWO SIDES OF CRIME (Justbridge)

am 19. März 2019 unter Drama, Suspense, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Ein Banküberfall in einer Kleinstadt lauft völlig aus dem Ruder. Polizei und Geiselnehmer beginnen ein nervenzerfetzendes Katz- und Mausspiel, das die Stadt einen ganzen Tag lang in Atem halt. Es werden 2 erfahrene Ermittler eingesetzt, um mit den beiden Verbrechern per Handy zu verhandeln, doch mit der Zeit bekommen diese den Eindruck das die Täter gar nicht an dem geforderten Lösegeld interessiert sind, sondern einen völlig anderen Plan verfolgen.

Die Geschehnisse in dieser 12-teiligen TV Serie werden abwechselnd aus der Perspektive der Polizei, der Presse sowie auch aus der Sicht der Bankräuber, der Opfer und ihrer Familien gezeigt. Jede neue Folge lüftet dabei ein kleines Stuck des Geheimnisses und der Zuschauer erkennt allmählich, dass mehr dahinter steckt als zuerst angenommen.

Und genau dafür sind auch heute noch Rezensionen sehr wichtig, denn die ersten beiden Folgen sind, nun ja sagen wir mal, leidlich spannend. Denn zunächst bekommt man den Eindruck vermittelt, dass man hier einem ganz normalen Banküberfall mit Geiselnahme beiwohnt, wie man es schon zig Male gesehen hat.

Doch ab Folge 3 ändert sich dies komplett, denn es geht, wie bereits oben angedeutet, mitnichten um Lösegeld, sondern die Geiselnehmer haben sich etwas völlig anderes ausgedacht, weil sie über Insiderinformationen verfügen. Was genau das ist, lasse ich hier mal unbeantwortet, weil ich die Idee wirklich klasse fand.

Überhaupt schafft man es, immer wieder neue Wendungen einzustreuen, die ich so noch nicht gesehen habe und welche die Handlung interessant halten. Auch das sich die Folgen aus der Sicht der Polizei und dann aus der der Täter abwechseln, ist ein durchaus interessanter Schachzug, da man häufig erkennt, das die Polizei etwas ganz anderes vorhat oder denkt als die Täter und umgekehrt.

Fazit. Durchaus spannende Serie, die man vielleicht um 2 Folgen hätte kürzen können, da einige Seitenhandlungen nicht unbedingt notwendig gewesen werden. Ansonsten aber ein durchaus interessantes Konzept.

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DEUTSCHLAND 86 (Universum Film)

am 12. März 2019 unter Drama, Suspense, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Nach den Ereignissen 1983 hat man Martin Rauch zu seinem Schutz nach Angola verbannt. Dort unterrichtet er Kinder in der deutschen Sprache und hat seine Vergangenheit fast schon vergessen, wäre da nicht sein Sohn Max, der weiterhin in der DDR lebt. Dann jedoch taucht seine ignorante und vollkommen linientreue Tante Lenora wieder bei ihm auf und bittet ihn ihr zu helfen. Als Belohnung dafür würde sie dafür sorgen, dass er zurück in die DDR kann, um bei seinem Sohn leben. Auch wenn er ihr nicht vertraut, lässt er sich auf den Deal ein. Dieser scheitert jedoch und Martin muss umdisponieren. Das macht er jedoch sehr geschickt in dem er sich mit der Frau eines einflussreichen Arztes einlässt. Mit ihrer Hilfe versucht er zurück in die DDR zu gelangen – dann erfährt er jedoch, dass diese für den BND arbeitet und sie versucht, ihn umzudrehen. Wird das gelingen und Martin seine alten Ideale verraten?

Die erste Staffel, die ja 3 Jahre zuvor spielte, war einer der besten deutschen Serien aller Zeiten. Da noch einen drauf zu setzen oder zumindest das Niveau zu halten, war natürlich eingermaßen schwierig, gelingt im Endeffekt aber fast – wenn auch nicht von Beginn an.

Denn die ersten Folgen die sich in Afrika abspielen, haben wenig mit der ersten Staffel zu tun und dienen eigentlich nur als Aufhänger, dass man Martin wieder zurück in die DDR schicken möchte und man hat sich dafür eine etwas haarsträubende Geschichte ausgedacht.

Als es beginnt wieder in Europa zu spielen und die DDR mehr zurück ins Spiel kommt, knüpft die Serie wieder nahtlos an die Vorgängerstaffel an, wenn es auch etwas schade ist, das der Kampf der beiden deutschen Seiten nicht mehr wirklich im Mittelpunkt steht, denn daraus bezog DEUTSCHLAND 83 ja seine hauptsächliche Faszination.

Sehr schön ist, das wirklich alle aus dem ersten Teil wieder dabei sind, mit Ausnahme von Ulrich Noethen, dessen Rolle eben nicht mehr in die jetzige Geschichte gepasst hätte. Ich halte sowohl Jonas Nay als auch Ludwig Trepte, der in einem Seitenstrang versucht ,die AIDS Krankheit an die Öffentlichkeit zu bringen, für 2 der besten Nachwuchsdarsteller, die wir haben. Beide sind Ende Zwanzig, Anfang 30 und haben schon sehr viele überzeugende Rollen gespielt. Zu dieser Kategorie zähle ich auch Frederik Lau und Tim Oliver Schulz.

Was mich persönlich etwas gestört hat, ist das doch sehr versöhnliche Ende, was ich nicht so gestaltet hätte. Allerdings bietet es anderseits auch eine ideale Vorlage für eine weitere Fortsetzung, die ja dann sicherlich DEUTSCHLAND 89 beleuchten wird, was ein interessantes Thema sein würde, denn da fiel ja schließlich die Mauer, was man sicher hervorragend in die Serie integrieren könnte. Ob diese Fortsetzung geplant ist, weiß ich allerdings nicht,

Fazit: Mit kleinen Abzügen in der B-Note eine gelungene Fortsetzung einer genialen Serie. Sehr schön herausgearbeitet wird auch, das man immer über die deutschen Kapitalisten schimpft, sich aber selbst zu Erhaltung der DDR zu solchen prostituiert. Weitere Folgen erwünscht.

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M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (Universum Film)

am 27. Februar 2019 unter TV-SERIE abgelegt

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Wien mitten im Winter. Eine Mutter schickt ihre kleine Tochter zurück zum Spielplatz, um die vergessene Jacke zu holen – doch sie kommt nicht mehr zurück. Ein Kindermörder treibt sein Unwesen in Österreichs Hauptstadt und die Polizei ist ratlos Der Innenminister beginnt die Serienmorde politisch für seine Zwecke zu nutzen, da er eine Kanzlerschaft anstrebt. Die Boulevardpresse heizt die Stimmung an. Und in der Bevölkerung beginnt es zu rumoren. Mehr und mehr Kinder verschwinden. Als die Leichen dann plötzlich aufgebahrt im Schnee auftauen, beteiligt sich nahezu die ganze Stadt an der Suche nach dem Mörder. Um ein Exempel zu statuieren ,wird auch die Unterwelt von Wien vorgeführt, die sich daraufhin ebenfalls auf die Suche macht.

Wie sich der geneigte Filmfan sicher denken kann, handelt es sich hier um ein Remake des Filmes von Fritz Lang aus dem Jahre 1931. Man möge mir bitte verzeihen, das ich mich an diesen ad hoc nicht mehr erinnern kann, denn als ich den zuletzt gesehen habe, kostete eine Nussecke noch 50 Pfennig.

Also konzentriere ich mich auf die Miniserie, die wohl in TV NOW laufen wird, bevor sie ins normale Fernsehen kommt. Auf Blu Ray gibt es diese allerdings jetzt schon im Handel.

Die ersten 3 Folgen sind äußerst schwere Kost. Dort meinte der Regisseur wohl das Feuilleton bedienen zu müssen und päppelt die Geschichte mit einigen surrealistischen und mystischen Szenen auf, die eigentlich nicht wirklich zu der Geschichte passen.

Seltsamerweise lassen diese (Gott sei dank) in den nächsten 3 Folgen deutlich nach und man konzentriert sich mehr auf die Suche nach dem Mörder und die verschiedenen Parteien und ihre teilweise eher unedlen Motive werden herausgearbeitet. Denn hier versucht jeder Kapital aus der Sache zu generieren.

Ein Verleger will die Auflage steigern, die Polizei will ihr ramponiertes Image aufbessern. Der Innenminister will den Killer fassen um etwas vorweisen zu können und die Unterwelt Wiens, die als Sündenbock genommen wird, handelt ebenfalls im eigenen Interesse.

Die Besetzung ist formidabel. Moritz Bleibtreu, Christian Dolezal, Julia Sternberger, Lars Eidinger und sogar das Enfant Terrible Udo Kier ( in einer kleineren Rolle) sind dabei, was für eine TV Serie durchaus ambitioniert und beachtlich ist.

Doch irgendwie kann mich M nicht komplett überzeugen. Es schleichen sich hier und da doch ein paar Spannungslücken ein, die in einer so kurzen Serie eher die Ausnahme sein sollten und auch wenn ich nichts gegen Arthouse habe, sind mir manche Dinge einfach zu gewollt künstlerisch und die Rolle, die BELA B von den Ärzten spielt, verstehe ich eigentlich gar nicht.

Gelungen ist allerdings das Ende, denn wie man plant den Mörder zur Strecke zubringen ist durchaus pfiffig. Das „Tribunal“ hingegen ein wenig arg weit hergeholt und wieder etwas zu pathetisch.

So geht das die ganze Serie durch, die guten und weniger guten Abschnitte wechseln sich hier ständig ab und es wirklich schwer eine abschließende Bewertung zu finden. Ich könnte mir vorstellen das der „normale“ Fernsehzuschauer hier, besonders am Anfang, schwer Zugang findet, denn von der Inszenierung eines Tatorts ist dies hier meilenweit entfernt.

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HACKERVILLE (Eye See Movies/AV Visionen)

am 12. Februar 2019 unter TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Eine deutsche Großbank wird zum Opfer eines Hackerangriffs, den das Bundeskriminalamt bis nach Rumänien zurückverfolgen kann. Merkwürdigerweise wurden aber nur 9,99 EURO abgehoben, obwohl der Hacker Millionen hätte transferieren können. Trotzdem wird die Spezialistin für Internetkriminalität Lisa Metz in die rumänische Stadt Timisoara, die zugleich ihr Geburtsort ist, versetzt. Dort soll sie mit dem leitenden Ermittler Adam Sandor zusammenarbeiten. Die Spur führt zu dem vierzehn Jahre alten Cipi, der ein Programmier- und Hacker Wunderkind zu sein scheint. Doch auch andere haben dessen Talent erkannt, wollen den Jungen unbedingt in die Hände bekommen und schrecken dabei auch vor Mord nicht zurück und alle in Cipis Umfeld geraten in Gefahr.

Das Thema Internet ist heute aktueller denn je. Die vielfältigen Möglichkeiten die es bietet sind sehr angenehm, aber es ist eben auch anfällig für viele Dinge, die sich im rechtsfreien Raum bewegen, man nehme nur einmal das Darknet.

Natürlich ist es schon etwas weit hergeholt, was ein 14-jähriger alles so anstellen kann – besonders was er mit anderen Handy so veranstaltet, erscheint mir doch etwas sehr suspekt. Aber die Serie ist insgesamt durchaus gelungen.

Dem Darsteller des Cipi nimmt man die Rolle auf jeden Fall ab – so in etwa würde ich mir so einen Wunderknaben auch vorstellen. Anna Schumacher, die die Lisa spielt, ist zwar durchaus authentisch, hat aber die Eigenart, ähnlich wie Götz George, manche Sachen halb zu verschlucken und sehr leise zu sprechen, so dass ich mehrfach zurückspulen musste, um alles zu verstehen. Ob das in irgendeiner Weise einen Sinn ergeben soll oder das nur ihre Eigenart ist, weiß ich jedoch nicht.

Interessant hierbei ist, das die wirklich bekannten Schauspieler hier nur Nebenrollen besetzen, wie etwa Roland Zehrfeld als direkter Vorgesetzter von Lisa oder auch Nina Kunzendörfer, die die oberste Chefin spielt und dabei nicht sehr viel Screentime hat.

Der große Vorteil der Staffel ist, dass sie zwar abgeschlossen auserzählt ist, sich jedoch ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen lässt. Kommt wohl auf den Erfolg an, ob es einen Nachfolger geben wird.

Vielleicht denkt man sich hier einen etwas interessanteren Ort als Timisoara aus, denn der Nabel der Welt ist die kleine Stadt, die in etwa die Größe von Mainz hat natürlich nicht, wobei man diese wohl bewusst auswählte, weil man eben Cyberkriminalität immer nur mit großen Metropolen verbindet.

Insgesamt eine gelungene Serie mit recht vielen Wendungen und guten Darstellern. Die Bösen kommen zwar ein wenig überzogen daher und bedienen so manches Klischee, doch das stört nicht weiter, da die Geschichte ansonsten gut ausgearbeitet wurde. Fortsetzung erwünscht.

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THE SWELL – WENN DIE DEICHE BRECHEN (Justbridge)

am 22. November 2018 unter Drama, Suspense, TV-SERIE abgelegt

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Nachdem der Sturm vorbei ist, stehen die Überlebenden vor der erschütternden Tatsache, dass nichts mehr in ihrem Leben so sein wird wie es einmal war. In sechs aufregenden Episoden entdeckt der Zuschauer Momente der Freude, Trauer, rasender Wut, Güte, und in der gegebenen Situation am wichtigsten, Widerstandsfähigkeit. Das ist der offizielle Pressetext, den ich doch ein wenig kurz und auch nicht wirklich ansprechend finde. Daher eine kleine Ergänzung. Nach dem erwähnten Sturm wurden weite Teile von Belgien und vor allem der Niederlande vollkommen überschwemmt und zig Tausende Menschen verloren ihr Leben. Wir sehen nun sowohl verschiedene Einzelschicksale, als auch die Reaktionen der Politik auf dieses Desaster, das man durch eine Evakuierung zumindest im Ausmaß hätte eindämmen können.

Gerade die politischen Passagen sind meiner Meinung nach die gelungensten der Serie, die in 6 Folgen a 45 Minuten aufgeteilt wurde. Denn wie man selbst in der Not noch versucht, den anderen über den Tisch zu ziehen, um einen eigenen Vorteil aus der Katastrophe zu schöpfen, passt genau zu dem Bild, das ich von der EU habe. Hier geht es nur noch um Geld und die Macht. Das wurde sehr schön herausgearbeitet und ist insbesondere in den letzten beiden Folgen sehr gut umgesetzt worden.

Aber auch einige der Einzelschicksale, die uns präsentiert werden, sind nicht unoriginell. Wer denkt zum Beispiel daran, dass bei einer solchen Überschwemmung schließlich alle Typen die im Knast sitzen, da drinne ersaufen? Was macht ein Wärter in dieser Situation? Insbesondere wenn zu wenig Personal da ist? Lässt er sie laufen oder riskiert er sein Leben wenn 20 Gefangene gegen einen stehen? Auch dieser Abschnitt ist sehr interessant geschildert.

Insgesamt hat die Serie optisch gutes TV-Niveau, die Stürme und Überflutungen sehen durchaus realistisch aus und auch die Kulissen wurden sehr gut hergerichtet.

Zwar hätte man die letzten 3 Folgen auch auf 2 kürzen können, weil es dort an manchen Stellen etwas zu melodramatisch wird, aber das gehört wohl zu einem Katastrophenszenario irgendwie dazu.

Der Geschichte mit der zerbrochenen Familie wird meiner Meinung etwas zu viel Zeit gewidmet. Sehr schön jedoch íst der Part, in dem ein alter Mann, der sich gerade umbringen wollte, ein Kind rettet und dadurch neuen Lebensmut erhält.

So bleibt unter dem Strich eine sehenswerte TV-Miniserie, die viele Aspekte einer solchen Katastrophe zeigt, besonders wenn man als Land darauf nicht vorbereitet ist. Die Darsteller sind überwiegend gehobenes TV-Niveau, der Look ansprechend.

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4 BLOCKS – STAFFEL 2 (Eye See Movies/AV-Visionen)

am 06. November 2018 unter Drama, TV-SERIE abgelegt

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Ein Jahr nach dem dramatischen Showdown mit den Cthulhu hat sich für die Hamadys viel verändert: Abbas steht wegen Mordes vor Gericht, Amara hat mit Latif einen Neuanfang gewagt und Toni kann endlich wie erhofft ins Immobiliengeschäft einsteigen. Zudem übernimmt er den Drogenhandel in Berlin Kreuzberg und Neukölln. Doch richtig glücklich ist er damit nicht, denn sein Vorgänger AL-Safi trachtet ihm nach dem Leben. Eigentlich will Toni auch noch immer aussteigen, und versucht sich in Immobilien. Doch dann werden seine Konten eingefroren und auch dieses Vorhaben scheitert wieder – es scheint, dass es ihm einfach nicht vergönnt ist, ein ehrliches Geschäft aufzuziehen. Dann töten seine Männer, in einem von ihm nicht genehmigten Racheakt, auch noch einige Tschetschenen, die nun auch ihre Finger im Spiel haben und ihrerseits Vergeltung wollen.

Nachdem die erste Staffel überragende Kritiken bekam, war es natürlich nicht ganz einfach da etwas nachzulegen, auch weil die moralische Instanz des Vorgängers, durch den Tod von Vince fehlt und so auch die spannende Frage, ob der Spitzel entdeckt wird, in der Fortsetzung natürlich nicht vorhanden ist, auch wenn man versucht die Rolle des Zeki ein wenig in diese Richtung gehen zu lassen.

Die Stärken und Schwächen der ersten Staffel sind gleichgeblieben. An manchen Stellen ist mir das einfach etwas zu viel „alder, ich f.icke deine Mudder und ich schwöre“-Gelaber was doch stark klischeehaft wirkt.

Die männlichen Darsteller sind, wenn man mal ganz ehrlich ist, nicht wirklich gut, was aber die Authentizität unterstreicht, denn hierfür hat man ja bewusst Laien genommen. Herausragend allerdings Kida Khodr Ramada, der der mit Abstand beste Schauspieler unter den Herrschaften ist und für die Darstellung in Teil 1 ja einen Grimme-Preis erhielt. Auch den beiden Damen der Famile Hamady sind durchaus sehenswerte Darstellungen gelungen.

Die erste Staffel zeigte bereits hohe Qualität in Sachen Inszenierung. Damit jetzt auch gar nichts schiefgehen konnte, organisierte man mit Oliver Hirschbiegel (Das Experiment) und Özgür Yıldırım (Boy 7) 2 absolute Top-Regisseure im Bereich Cinema, die die Serie eben eher nach einem langen Kinostreifen aussehen lassen, denn nach einer Fernsehproduktion.

Wer den Vorgänger mochte, dem dürfte auch die neue Staffel gefallen. Grundsätzlich hat man die Geschichten um die Hamadys durchaus interessant und relativ nachvollziehbar weitergesponnen. Und auch für eine dritte Staffel ist die Chance noch gegeben.

Am Set soll es übrigens immer wieder zu größerem Stress gekommen sein. Dazu schreibt WIKIPEDIA

„insbesondere durch die Besetzung von verschiedenen Rollen aus der Hip-Hop-Szene wie die beiden Hauptdarsteller Latif (Massiv) und Abbas (Veysel), aber auch Nebendarsteller wie Gringo, Eunique und Gzuz, aber auch Verbindungen einiger der anderen Darsteller zur organisierten Kriminalität. So berichteten die Medien immer wieder, dass es angeblichen Stress zwischen tatsächlichen Gangstern, Kneipenwirten und den Darstellern gegeben hätte.“

Inwiefern das stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen, unterstreicht aber, die von mir oben angeführte Authenzität und ich denke, solch eine Serie kann man einfach nicht durchweg mit gestandenen und bekannten Darstellern besetzen, da diese nicht in diesem Milieu groß geworden sind und sich daher dort auch schwer hineinversetzen können. Insofern ist diese Wahl schon gut. Kida Khodr Ramadan soll übrigens privat ein total netter und cooler Typ sein – kann man sich gar nicht vorstellen, bei der Rolle die er hier spielt :o )

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SLASHER – STAFFEL 2 (Justbridge)

am 16. Oktober 2018 unter Horror, TV-SERIE abgelegt

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Eine Gruppe Twens hat vor 5 Jahren im Summercamp einen Mord begangen. Nun wurde das Anwesen gekauft und es sollen Tennisplätze errichtet werden. Dumm nur, das dies ausgerechnet dort passieren soll, wo die Leiche vergraben liegt. Also trifft man sich, um das Problem zu beseitigen. Das Haus des ehemaligen Camps bewohnt mittlerweile eine spirituelle Gruppe, die das Quintett aber herzlich aufnimmt. Diese quartiert sich unter dem Vorwand einer Wiedersehensfeier dort ein. Soweit so gut, doch dann kommt es zu den ersten Morden und nach und nach müssen die Herrschaften mit der Wahrheit rausrücken, denn die Schneemobile würden manipuliert und die nächste Station ist satte 30 Meilen entfernt – und das im tiefsten Winter. Doch dann wird einer nach dem anderen ermordet und merkwürdigerweise auch Mitglieder der neuen Bewohner, die ja eigentlich gar nichts mit den damaligen Geschehnissen zu tun haben….

SLASHER geht bereits in die zweite Runde. Witzigerweise hat man, ähnlich wie bei AMERICAN HORROR STORY, einige Darsteller der ersten Staffel wieder mit dabei. Es handelt sich jedoch um eine völlig neue Geschichte, die absolut nichts mit dem Vorgänger zu tun hat, den man nicht kennen muss, um hier mitzukommen.

Und aus meiner Sicht ist die zweite Staffel auch in allen Belangen besser. Zwar

Natürlich kommt einem die Geschichte bekannt vor, da ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST hier als Vorbild dient, doch eine Gulaschsuppe hat ja auch immer die gleichen Zutaten und schmeckt trotzdem lecker. Zudem schafft man es, ähnlich wie im Vorgänger, immer wieder neue Fährten zu legen.

Teil 2 ist schon deshalb spannender, weil sich alles in einer überschaubaren Umgebung abspielt und der tiefe Winter eine Flucht nicht zulässt. So wird also nach und nach einer nach dem anderen ausgeschaltet und irgendwann gehen dem Zuschauer dann auch die Verdächtigen aus. Die Wende gegen Ende ist absolut sensationell und ich muss zugeben, das ich nie und nimmer darauf gekommen wäre, obwohl sie im Nachhinein durchaus Sinn ergibt.

Zum ersten Mal seit langem gebe ich auch der FSK recht, die in den letzten Jahren wieder jeden Mist ab 18 Jahren freigab, obwohl die Filme total harmlos waren. Hier ist das anders, die Morde sind teilweise doch ziemlich derb und auch einige andere Szenen recht deftig. Da spritzt das Kunstblut ganz schön durch die Gegend.

Nochmals, auch wenn diverse Schauspieler der ersten Staffel hier wieder mit an Bord sind – die beiden Teile sind in sich abgeschlossen und man kann problemlos die Fortsetzung schauen ohne jegliches Hintergrundwissen aus dem ersten Teil mitzubringen.

Natürlich gibt es, wie immer bei solchen Filmen, die ein oder andere Logikschwäche und das Verhalten der Protagonisten ist nicht immer nachvollziehbar, aber wenn ich sehe wie ein Schrottfilm wie DONT MOVE überall hochgeschrieben wird, obwohl er mehr Logikfehler hat, als zu ertragen sind, kann man hier über kleinere hinwegsehen. Ich habe die ersten 5 Folgen übrigens am Stück geschaut, was mir nur ganz selten passiert. Fieserweise gibt es aber auch praktisch am Ende jeder Folge einen Cliffhanger.

Fazit: Spannend und sehenswert und deutlich besser als der schon nicht schlechte Vorgänger.

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DER CLUB DER ROTEN BÄNDER – FINALE STAFFEL (Universum Film)

am 14. Juni 2018 unter Drama, TV-SERIE abgelegt

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Wie? So spät kommt der mit der Bewertung der dritten Staffel werden sich jetzt einige denken – die gibt es doch schon ewig auf dem Markt. Stimmt, aber ich hatte ein großes Problem, nämlich das ich die letzten beiden Folgen lange vor mir hergeschoben habe, weil ich wusste, es sind die letzten die ich zu sehen bekomme. Auf diesen Umstand gehe ich später noch mal ein.

Der Club hat Benito beerdigt und kehrt in das Krankenhaus zurück. Leo unterzieht sich erneut einer Operation. Während Jonas sich in seine Schwimmlehrerin verliebt, die nur leider doppelt so alt ist wie er. Hugo versucht, ein normales Leben zu führen, was allerdings nicht gelingt, da er in der Schule gehänselt wird. Emma hat ihre Krankheit im Griff, lebt aber in ständiger Sorge um Leo und während Alex weiterhin als Gast kurze Einsätze hat, lernt Toni die Liebe kennen, ein Gefühl, mit dem er als Autist nur schwer umgehen kann.

Man sieht also, hier ist noch jede Menge Raum für weitere Geschichten rund um den Club, zumal nur die erste Staffel vom Original adaptiert wurde, während die Nachfolger von 2 deutschen Autoren geschrieben wurden.

Auch wenn ich vorher schon volle Punktzahl vergab, setzt diese Staffel nochmal einen drauf. Das liegt vor allem daran, das die Darsteller, die sich wohl auch privat extrem gut verstanden haben sollen, so aufeinander eingespielt sind, das das ganze nicht mehr wirkt wie eine gespielte TV-Produktion, sondern eher wie eine reale Dokumentation.

Insbesondere Nick Julius Schuck muss ich hierbei hervorheben, der ja nun eine gänzlich andere Rolle spielt, als nur im Bett rumzudösen, und das wirklich klasse erledigt.

Soweit mein Lob und jetzt kommt mein Gemecker. Niemand kann mir erklären, wieso diese Serie eingestellt wird. Auch von VOX habe ich dazu keinerlei Information bekommen, während visueller Sondermüll wie GZSZ oder BERLIN TAG UND NACHT hier Jahre lang jeden Tag ausgestrahlt wird.

Und man schaue sich mal die Kritiken an – egal ob bei amazon oder von Rezensenten, die das beruflich tun – alle sind begeistert. Anscheinend hat man das nun gemerkt und will nächstes Jahr einen Spielfilm hinterherschießen der VOR den Ereignissen, der ersten Staffel spielt. Das sehe ich mehr als kritisch. Tim Oliver Schulz ist dann 31 und soll einen 15 jährigen spielen? Und der oben erwähnte Herr Schuck ist ja mittlerweile vom Kind zum Teenager geworden, wie soll das gehen? Ich befürchte da großen Murks.

Fazit: Leider geht einer der besten Serien nun zu Ende – meiner Meinung nach ungerechtfertigt, zumal ja auch die Einschaltquoten stimmten. Fast alle Charaktere sind noch nicht auserzählt und wenn man die Geschichten eh selbst schreibt und nicht adaptiert, dann wäre doch hier noch einiges möglich gewesen. Natürlich volle Punktzahl, aber mit erheblichem Unmut..

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HUMANS – STAFFEL 1 + 2 (Justbridge)

am 16. Mai 2018 unter SciFi, TV-SERIE abgelegt

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Der von Kindern und Stress herausgeforderte Ehemann Joe Hawkins kauft, einen „Synth“, da er den Haushalt nicht mehr alleine schafft. Die Gattin ist davon wenig begeistert, denn sie hat eine Antipathie gegen diese Herrschaften, obwohl sie den Alltag enorm erleichtern können. Sie sehen aus wie Menschen, sie sprechen wie Menschen, aber sie haben eben keinerlei Emotionen – glauben alle!!Sexueller Gebrauch der Synths ist erstaunlicherweise möglich, was auch viele gerne wahrnehmen. Zudem gibt es auch Menschen, die sich in diese verlieben, was durchaus problematisch sein kann. Einige Synths entwickeln jedoch mit der Zeit ein Bewusstsein, aufgrund ihrer fortschrittlichen und sich kontinuierlich weiterentwickelnden Intelligenz. Da droht Ungemach, denn viele der Synths wollen ein eigenes Leben führen und nicht nur Sklaven der Menschen sein. Eine Gruppe von diesen, fliehen vor Leo Elster. Dieser ist der Sohn des Erfinders, der längst verstanden hat, das diese angeeigneten Emotionen auch sehr gefährliche Ausmaße annehmen können.

2 ganze Staffeln sind schwer zusammenzufassen, denn ich will die Leute ja auch nicht langweilen oder zu viel vorweg nehmen, aber ich denke das grobe Gerüst ist hiermit abgedeckt.

HUMANS ist die amerikanische (Co-Produziert von GB) Version der schwedischen Serie REAL HUMANS, die bereits vor einigen Jahren recht erfolgreich lief, allerdings versteckt in kleineren Fernsehanstalten, ich glaube damals war es ARTE.

Erstaunlicherweise unterscheidet sich das Remake nahezu gar nicht vom Original. Insbesondere Staffel Nummer 1 scheint fast eine 1:1 Adaption zu sein, was für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich ist, denn da nimmt man meist nur die Grundidee und wandelt viele der Ereignisse um.

Auch Nummer 2 kam mir in vielen Teilen doch sehr bekannt vor (habe das Original vor einigen Jahren gesehen), ein paar Sachen kannte ich jedoch nicht, da hat man wohl ein paar Dinge etwas umgeschrieben.

Die Gretchenfrage ist jetzt natürlich, welche Version die bessere ist und das vermag ich eigentlich nicht zu sagen. Die Amerikaner und Briten haben natürlich einen ganz anderen Stil als die Schweden, die ruhig die Ereignisse präsentieren, während die Kollegen  deutlich mehr Action in die Serie einbauen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Das ist in meinen Augen reine Geschmackssache.

Einziger Unterschied ist für mich, das im Remake mit Carrie-Ann Moss, Gemma Chan (aus dem grandiosen EXAM) oder auch natürlich William Hurt sehr bekannte Namen dabei sind, deren Gesichter man bestens kennt, während im Original die Schauspieler doch alle sehr unbekannt waren.

Am besten vergleicht man das ganze mit VERGEBUNG. Wer das Original und auch das Remake kennt, wird wissen, welches ihm besser gefiel – und so ähnlich verhält es sich auch hier. Ich denke das die amerikanische Fassung insgesamt mehr interessierte Zuschauer gefunden hat, denn soweit mir bekannt, waren die Verkaufszahlen des Originals, trotz guter Kritiken, eher mau.

Was jedoch wirklich gelungen herausgearbeitet wird, sind die Schwierigkeiten die sich mit solch einer künstlichen Intelligenz ergeben, aber auch ihr enormer Nutzen. Ob diese Spezies insgesamt mehr Vorteile oder Nachteile bringt, muss der Zuschauer für sich selbst entscheiden.

Fazit: Selten kommt es vor, dass Serien sowohl bei den Rezensenten als auch bei den Zuschauern gleich gut ankommen. Die Grundidee ist gelungen, die Schauspieler sind gut ausgewählt. Ob man sich, wenn man das Original kennt, das Remake noch anschauen muss, kann jeder für sich selbst entscheiden.

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4 BLOCKS (AV Visionen)

am 31. März 2018 unter Drama, Suspense, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Ali “Toni” Hamady ist der Anführer eines arabischen Familienclans, bei dem alle Fäden des organisierten Verbrechens in Neukölln und Umgebung zusammenlaufen. Eigentlich möchte er aber mit dem ganzen Mist aufhören und ein friedliches Leben mit Frau und Kind verbringen. Ganz anders sein Bruder, der gewalttätige Abbas, dem das Leben sehr viel Spaß bereitet. Dann trifft Toni seinen alten Freund Vince wieder und integriert ihn als Person seines Vertrauens in die Organisation. Er weiß jedoch nicht, das dieser ein Undercoverspitzel der Polizei ist. Abbas begegnet ihm auch mit Misstrauen. Als der Schwager der beiden verhaftet wird, und es auch noch einen Krieg mit einer Rockerbande gibt, die ebenfalls den Bezirk für sich beansprucht, kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, bei denen es auch Tote gibt.

Als ich mehrfach las DIE BESTE DEUTSCHE SERIE ALLER ZEITEN wurde ich schon stutzig, denn das ist nun schon ein hoher Anspruch. Nicht das die Deutschen jetzt bekannt dafür wären originelle und spannende Serien zu produzieren (müsste echt überlegen ob ich 5 zusammenbekomme) aber das Wort „beste“ schreckt mich immer ab, weil man dann oft enttäuscht wird. In diesem Fall nicht.

4 Blocks ist spannende Unterhaltung mit exzellenten Schauspielern, von denen vor allem Frederick Lau in einer für ihn ungewöhnlichen Rolle zu sehen ist, da er sonst eher viel quatscht und zappelt, wie z.b. in VICTORIA. Hier spielt er sehr zurückhaltend und kommt mit wenigen Worten aus.

Natürlich kann 4 Blocks einige Klischees nicht umschiffen. Alle Araber hören deutschen Hiphop oder sagen 10 mal am Tag „Bruder“ und „ich schwöre“ usw. Auch das Aussehen mancher Darsteller wirkt etwas aufgesetzt.

Das sind jedoch nur Abzüge in der B-Note. Die ersten 4 Folgen sind sehr gelungen, die letzten beiden würde ich wirklich als das beste bezeichnen, was ich aus Deutschland seit langem gesehen habe, denn da spitzt sich die Lage zu und es wird richtig spannend.

Angeblich soll es eine Fortsetzung geben, wobei ich mir das nur schwer vorstellen kann, wenn ich mir so die Entwicklungen gegen Ende anschaue und ob diese so gut wird wie der Vorgänger, bleibt dann auch abzuwarten.

Insgesamt vergebe ich 7 Chuckies, und das obwohl ich die ganze Zeit mit deutschem Hiphop vollgenudelt wurde, für den es normalerweise schon 3 Abzug gäbe – einfach nur grauslig diese Musik. In diesem Kontext passt sie aber eben gut und stört nicht wirklich, sondern untermauert das Geschehen.

Eine Warnung noch. Die FSK 16 Freigabe ist grenzwertig, denn der Streifen ist an manchen Stellen extrem brutal und sogar teilweise sadistisch. Also zartbesaitete Gemüter sollten besser beim Tatort bleiben.

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