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Archiv der Kategorie 'Thriller'

ASSASSINATION NATION (Universum Film)

am 03. April 2019 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

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Highschool-Schülerin Lily und ihre merkwürdige Gruppe von Freunden leben in dem Städtchen Salem (welch netter Hinweis auf die Hexenverbrennung), einem kleinen Kaff, in dem nicht wirklich viel los ist und das interessanteste die Frage ist, wer mit wem vögelt. Das ändert sich aber schnell, als ein anonymer Hacker anfängt, intimste Details aus dem Privatleben vieler Bewohner der Kleinstadt zu posten, denn dann wird die Sache kompliziert. Das erste Opfer ist der Bürgermeister, der sich auch das Leben nimmt. Danach ist der Rektor der Schule dran. Als dann noch der Verdacht entsteht, dass Lily und ihre Freunde in der Sache drin stecken, bricht das Chaos aus.

An diesem Film merke ich, dass ich zu alt bin für solche Streifen, der extrem an ein jugendliches Publikum gerichtet ist. Sei es nun aufgrund des hippen Schnitts oder dem bunten Look.

Man versucht hier der jungen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, in dem man wenig subtil darauf hinweist, dass es für die Kids nur noch Social Media und Handy gibt und das man alles was dort verbreitet wird, auch willenlos glaubt. Zudem bringt man unterschwellig noch Kritik an, doch Menschen, die nicht der Norm entsprechen oder ungewöhnliche Neigungen haben, zu akzeptieren – alles jedoch nur halbgar.

Als man diese Themen dann abgearbeitet hat, versucht man den Film noch durch Gewaltorgien auch für Fans von Tarantino oder Ritchie interessant zu machen, und man kann, insbesondere dem Mittelteil, einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Bis dahin dürfte die ältere Generation aber schon das Handtuch geworfen haben.

So fällt es sogar schwer das ganze einem Genre zuzuordnen. Für ein Drama ist es nicht wirklich subtil, für einen Thriller nicht wirklich spannend. Satire? Gesellschaftskritikstunde?

Schauspielerisch ist das ganze zudem reichlich überschaubar. Nicht eine der Herrschaften kann wirklich überzeugen und so hat man zudem auch keinerlei Mitleid mit den unsympathischen Protagonistinnen.

Fazit: Ein recht unterhaltsamer zweiter Teil kann nicht darüber hinwegtäuschen, das dies in erster Linie ein Film für Jugendliche ist (trotz der Gewaltorgie) ,die dabei gar nicht merken, dass sie selbst zu dieser Zombiemasse gehören, denen das Handy wichtiger ist als Familie oder sonstige Werte. Unter diesem Gesichtspunkt hat der Film ja doch etwas bewirkt.

Bewertung unmöglich aufgrund des Alters des Rezensenten.

DAS GESETZ IST DER TOD (Koch Media)

am 03. April 2019 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Ein grausamer Mordfall erschüttert eine verschlafene Kleinstadt in Colorado. Die Opfer: Drei Frauen und die Kinder eines örtlichen Mormonen, der zu seiner eigenen Sicherheit in eine Zelle verbracht wird. Was für den in der Sache recherchierenden Reporter Garret Smith zunächst wie ein sich gefährlich zuspitzender religiöser Familienzwist aussieht, entpuppt sich als mörderische Verschwörung, in deren Kontext auch Smith bald zu den Opfern gehören könnte.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Streifen nicht kannte, bin aber auch nun kein ausgewiesener Bronson Experte, da der Mann mit den 2 Gesichtsausdrücken, mir immer zu viel gleich geartete Filme drehte. Hier ist er schon 66 Jahre alt und spielt, für seine Verhältnisse, erstaunlich nuanciert, was vielleicht auch daran liegt, dass er im Gegensatz zu vielen seiner Rollen hier extrem viel Text hat.

Die Geschichte ist eigentlich ganz interessant und die Wende gegen Mitte des Films habe ich so nicht erwartet. Ansonsten kann der Streifen natürlich seine 80er Jahre Herkunft nicht verbergen und ich frage mich jedes Mal, wie wir damals in so bescheuerten Klamotten rumlaufen konnten?

Erinnerungen an die Jugend kommt auch mit dem Vorspann auf, denn da steht CANNON, einer DER Marken aus dem VHS Zeitalter, die fast jede Woche einen neuen Film herausbrachte, der meist in Richtung Action ging, selten auch mal Horror.

Das Bild ist sehr gut restauriert. Anfangs sieht man hier und da einige Blitzer, die sich aber nach wenigen Minuten verabschieden. Die Farben sind klar und satt, das Bild wirkt relativ frisch. Der Ton ist angemessen.

Das ganze wird geliefert in einem sehr schönen Hardcover mit dem damaligen Kinoplakat als Außenfront. Im Inlay geht man noch ein wenig auf die Filme des Hauptdarstellers ein und die Zusammenarbeit mit seinem Hausregisseur.

Fazit: Ordentlich gealterter Actionfilm mit einem erstaunlich guten Bronson und einer sehr guten Umsetzung ins neue Jahrtausend.

ROAD GAMES (Lighthouse Film)

am 26. März 2019 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Jack hat keinen guten Lauf. Seine Freundin hat ihn verlassen und mit ihr auch gleich Geld und alle seine Klamotten. Er versucht nun per Anhalter irgendwie in Richtung England zu kommen. Da lernt er zufällig die hübsche Veronique kennen. Beide trampen nun zusammen und glücklicherweise hält auch ein Auto an. Der etwas merkwürdige Grizard bietet den beiden an, bei ihm im Haus zu übernachten. Obwohl er ein komischer Kauz ist, stimmen beiden zu, auch weil bekannt ist, dass im Moment ein Killer sein Unwesen treibt und da ist man doch lieber in einem warmen Bett in einem Haus untergebracht, als im Freien zu schlafen. Als Jack beobachtet, das Grizard nachts etwas aus dem Auto lädt, das die Größe eines Menschen hat, kommt ihm ein schrecklicher Verdacht.

Der Film beginnt langsam. Man legt durchaus Wert darauf, dem Zuschauer die Charaktere von Jack und Veronique näher zu bringen. Das ist aber alles durchaus interessant geschildert und keineswegs langweilig, hat aber mit einem Thriller nichts zu tun.

Das ändert sich dann aber im zweiten Teil, in dem der Film wirklich spannend wird. Der Zuschauer ist dabei hin und hergerissen. Ist dieser Grizard nun wirklich der Mörder? Oder hat gar seine komische Gattin damit etwas zu tun? Zudem kann man auch Jack durchaus in Betracht ziehen. Denn stimmt die Geschichte mit der Freundin wirklich?

Aus diesen ganzen Verdachtsmomenten und den Verhaltensweisen der Protagonisten bezieht der Film seine Stärke. Unterstützt wird das ganze durch einen Soundtrack, der einen an die 80er Jahre erinnert und klingt, als hätten Jean Michel Jarre und Trevor Horn zusammengearbeitet. Das gefällt dem Retrofan natürlich ebenfalls sehr.

Und auch als man sich dann später sicher ist, wer nun hier der Böse ist (weil es anscheinend eindeutig belegt wird) kommt trotzdem noch eine Wendung, die, und das ist das Schöne, nie und nimmer jemand vorausahnen kann, welche aber, wenn man den ganzen Film Revue passieren lässt, durchaus Sinn ergibt.

So bleibt unter dem Strich ein wirklich gelungener kleiner B-Movie,ohne jegliche Spezialeffekte, bei dem auffällt, dass er überwiegend im Hellen spielt, was ungewöhnlich ist für das Genre – zudem versehen mit einem Klasse-Drehbuch. Für mich ein kleiner Geheimtipp.

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24 HOURS – TWO SIDES OF CRIME (Justbridge)

am 19. März 2019 unter Drama, Suspense, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Ein Banküberfall in einer Kleinstadt lauft völlig aus dem Ruder. Polizei und Geiselnehmer beginnen ein nervenzerfetzendes Katz- und Mausspiel, das die Stadt einen ganzen Tag lang in Atem halt. Es werden 2 erfahrene Ermittler eingesetzt, um mit den beiden Verbrechern per Handy zu verhandeln, doch mit der Zeit bekommen diese den Eindruck das die Täter gar nicht an dem geforderten Lösegeld interessiert sind, sondern einen völlig anderen Plan verfolgen.

Die Geschehnisse in dieser 12-teiligen TV Serie werden abwechselnd aus der Perspektive der Polizei, der Presse sowie auch aus der Sicht der Bankräuber, der Opfer und ihrer Familien gezeigt. Jede neue Folge lüftet dabei ein kleines Stuck des Geheimnisses und der Zuschauer erkennt allmählich, dass mehr dahinter steckt als zuerst angenommen.

Und genau dafür sind auch heute noch Rezensionen sehr wichtig, denn die ersten beiden Folgen sind, nun ja sagen wir mal, leidlich spannend. Denn zunächst bekommt man den Eindruck vermittelt, dass man hier einem ganz normalen Banküberfall mit Geiselnahme beiwohnt, wie man es schon zig Male gesehen hat.

Doch ab Folge 3 ändert sich dies komplett, denn es geht, wie bereits oben angedeutet, mitnichten um Lösegeld, sondern die Geiselnehmer haben sich etwas völlig anderes ausgedacht, weil sie über Insiderinformationen verfügen. Was genau das ist, lasse ich hier mal unbeantwortet, weil ich die Idee wirklich klasse fand.

Überhaupt schafft man es, immer wieder neue Wendungen einzustreuen, die ich so noch nicht gesehen habe und welche die Handlung interessant halten. Auch das sich die Folgen aus der Sicht der Polizei und dann aus der der Täter abwechseln, ist ein durchaus interessanter Schachzug, da man häufig erkennt, das die Polizei etwas ganz anderes vorhat oder denkt als die Täter und umgekehrt.

Fazit. Durchaus spannende Serie, die man vielleicht um 2 Folgen hätte kürzen können, da einige Seitenhandlungen nicht unbedingt notwendig gewesen werden. Ansonsten aber ein durchaus interessantes Konzept.

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GALVESTON (Koch Media)

am 12. März 2019 unter Drama, Thriller abgelegt

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Profikiller Roy hat nicht mehr lange zu leben, denn seine Lunge ist komplett hinüber. Für den in schmutzige Geschäfte verwickelten Stan erledigt er die Drecksarbeit. Bei einem Auftrag den er von ihm erhält, wird ihm im Nachhinein bewusst, das er dabei draufgehen sollte. Doch er kann fliehen: zusammen mit der jungen Prostituierten Rocky und deren kleiner Schwester finden sie sich bald in Roys Heimatstadt Galveston wieder. Doch die Schergen seines Bosses sind schon unterwegs, denn nicht nur er, sondern auch Rocky verfügen über Informationen die Stan zu Fall bringen können.

Jetzt werden viele sagen, das die Geschichte doch reichlich unspektakulär ist und ähnliches doch nun wahrlich schon oft erzählt wurde. Diese Kritiker liegen richtig, doch trotzdem lohnt es sich den Streifen anzuschauen.

Da sind zum einen die hervorragenden Schauspieler. Ben Foster liefert als zum Tode Geweihter, der sein Herz entdeckt , eine absolut hervorragende Leistung ab. Das ist man von ihm aber gewohnt. Das jedoch Elle Fanning so gut sein kann, hätte ich nicht gedacht, denn eigentlich war sie bislang immer nur die kleine Schwester von Dakota, die für die gleiche Rolle vor 5 Jahren besetzt worden wäre. Als Stan ist in einer kleinen Nebenrolle übrigens Beau Bridges zu sehen.

Das absolute Highlight des Streifens sind allerdings die letzten 20 Minuten, auf die ich jedoch nicht wirklich eingehen kann, weil ich dann zu viel spoilern würde. Ich kann aber so viel sagen, dass ich selten einen so gelungenen Abschluss eines Films gesehen habe.

GALVESTON ist ein gut gespielter und vor allem glaubwürdiger Streifen, der insgesamt am ehesten im Drama-Genre beheimatet ist, wenn auch hier und da Actionszenen und leichte Thrillerelemente hinzukommen. Die Geschichte ist nachvollziehbar und wirkt nicht wie am Reißbrett konstruiert. Meiner Meinung nach sehr gelungen, an manchen Stellen allerdings auch ein wenig langatmig. Das wird von den anderen Pluspunkten jedoch locker kaschiert.

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DEUTSCHLAND 86 (Universum Film)

am 12. März 2019 unter Drama, Suspense, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Nach den Ereignissen 1983 hat man Martin Rauch zu seinem Schutz nach Angola verbannt. Dort unterrichtet er Kinder in der deutschen Sprache und hat seine Vergangenheit fast schon vergessen, wäre da nicht sein Sohn Max, der weiterhin in der DDR lebt. Dann jedoch taucht seine ignorante und vollkommen linientreue Tante Lenora wieder bei ihm auf und bittet ihn ihr zu helfen. Als Belohnung dafür würde sie dafür sorgen, dass er zurück in die DDR kann, um bei seinem Sohn leben. Auch wenn er ihr nicht vertraut, lässt er sich auf den Deal ein. Dieser scheitert jedoch und Martin muss umdisponieren. Das macht er jedoch sehr geschickt in dem er sich mit der Frau eines einflussreichen Arztes einlässt. Mit ihrer Hilfe versucht er zurück in die DDR zu gelangen – dann erfährt er jedoch, dass diese für den BND arbeitet und sie versucht, ihn umzudrehen. Wird das gelingen und Martin seine alten Ideale verraten?

Die erste Staffel, die ja 3 Jahre zuvor spielte, war einer der besten deutschen Serien aller Zeiten. Da noch einen drauf zu setzen oder zumindest das Niveau zu halten, war natürlich eingermaßen schwierig, gelingt im Endeffekt aber fast – wenn auch nicht von Beginn an.

Denn die ersten Folgen die sich in Afrika abspielen, haben wenig mit der ersten Staffel zu tun und dienen eigentlich nur als Aufhänger, dass man Martin wieder zurück in die DDR schicken möchte und man hat sich dafür eine etwas haarsträubende Geschichte ausgedacht.

Als es beginnt wieder in Europa zu spielen und die DDR mehr zurück ins Spiel kommt, knüpft die Serie wieder nahtlos an die Vorgängerstaffel an, wenn es auch etwas schade ist, das der Kampf der beiden deutschen Seiten nicht mehr wirklich im Mittelpunkt steht, denn daraus bezog DEUTSCHLAND 83 ja seine hauptsächliche Faszination.

Sehr schön ist, das wirklich alle aus dem ersten Teil wieder dabei sind, mit Ausnahme von Ulrich Noethen, dessen Rolle eben nicht mehr in die jetzige Geschichte gepasst hätte. Ich halte sowohl Jonas Nay als auch Ludwig Trepte, der in einem Seitenstrang versucht ,die AIDS Krankheit an die Öffentlichkeit zu bringen, für 2 der besten Nachwuchsdarsteller, die wir haben. Beide sind Ende Zwanzig, Anfang 30 und haben schon sehr viele überzeugende Rollen gespielt. Zu dieser Kategorie zähle ich auch Frederik Lau und Tim Oliver Schulz.

Was mich persönlich etwas gestört hat, ist das doch sehr versöhnliche Ende, was ich nicht so gestaltet hätte. Allerdings bietet es anderseits auch eine ideale Vorlage für eine weitere Fortsetzung, die ja dann sicherlich DEUTSCHLAND 89 beleuchten wird, was ein interessantes Thema sein würde, denn da fiel ja schließlich die Mauer, was man sicher hervorragend in die Serie integrieren könnte. Ob diese Fortsetzung geplant ist, weiß ich allerdings nicht,

Fazit: Mit kleinen Abzügen in der B-Note eine gelungene Fortsetzung einer genialen Serie. Sehr schön herausgearbeitet wird auch, das man immer über die deutschen Kapitalisten schimpft, sich aber selbst zu Erhaltung der DDR zu solchen prostituiert. Weitere Folgen erwünscht.

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EXTREMITIES (Koch Media)

am 19. Februar 2019 unter Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Nachdem sie nur um Haaresbreite einer versuchten Vergewaltigung entgangen ist, wird Marjorie verständlicherweise von dem Gedanken verfolgt, dass der Angreifer ihr wieder auflauern wird, denn er hat ihr Portemonnaie gestohlen und weiß wo sie wohnt. Die Polizei jedoch will ihr keinen Schutz gewähren.Und tatsächlich bricht dieser kurz darauf bei ihr ein und misshandelt sie. Doch ihr gelingt es, den Spieß umzudrehen, sich zu befreien und ihren Peiniger zu überwältigen. Das Problem ist nur, dass man ihm natürlich keine versuchte Vergewaltigung nachweisen kann und er ruckzuck wieder auf freiem Fuß wäre. Ihre beide nach Hause gekommenen Mitbewohnerinnen wehren sich allerdings dagegen,Selbstjustiz zu üben.

Damals war dieser Film fast so etwas wie ein Skandal, da man das Thema gerne kleinredete. Heute sieht das natürlich, bei allem was in den letzten 30 Jahren so passiert ist, etwas anders aus.

Trotzdem (und das tue ich bei Filmen dieses Alters eher selten, sondern konzentriere mich auf die Restauration), bewerte ich den Film, denn ich finde, er hat die Zeit insgesamt sehr gut überstanden. Der Titeltrack ist ein typischer 80er Jahre Song und die Klamotten sind natürlich grausig, aber der komplette Film, die Handlung und die Dialoge funktionieren auch heute noch erstaunlich gut.

Fehlt nur noch die passende Umsetzung dazu und da KOCH MEDIA den Film restaurierte, weiß man sofort, das gute Arbeit abgeliefert wurde, denn die Bildqualität ist hervorragend. Schöne Farben, nahezu keinerlei Rauschen (zumindest nicht mehr als ab und an bei aktuelle Streifen auch) und keine Blitzer sind zu sehen.

Der Ton ist insgesamt natürlich etwas leise und hat bei weitem nicht die Power wie bei heutigen Produktionen. Ich persönlich finde es aber besser, wenn man das so lässt und nicht künstlich auf 6.1 hochsteuert, denn das hört sich dann meist grausig an.

So bleibt unter dem Strich in allen Punkten eine klare Kaufempfehlung.

HACKERVILLE (Eye See Movies/AV Visionen)

am 12. Februar 2019 unter TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Eine deutsche Großbank wird zum Opfer eines Hackerangriffs, den das Bundeskriminalamt bis nach Rumänien zurückverfolgen kann. Merkwürdigerweise wurden aber nur 9,99 EURO abgehoben, obwohl der Hacker Millionen hätte transferieren können. Trotzdem wird die Spezialistin für Internetkriminalität Lisa Metz in die rumänische Stadt Timisoara, die zugleich ihr Geburtsort ist, versetzt. Dort soll sie mit dem leitenden Ermittler Adam Sandor zusammenarbeiten. Die Spur führt zu dem vierzehn Jahre alten Cipi, der ein Programmier- und Hacker Wunderkind zu sein scheint. Doch auch andere haben dessen Talent erkannt, wollen den Jungen unbedingt in die Hände bekommen und schrecken dabei auch vor Mord nicht zurück und alle in Cipis Umfeld geraten in Gefahr.

Das Thema Internet ist heute aktueller denn je. Die vielfältigen Möglichkeiten die es bietet sind sehr angenehm, aber es ist eben auch anfällig für viele Dinge, die sich im rechtsfreien Raum bewegen, man nehme nur einmal das Darknet.

Natürlich ist es schon etwas weit hergeholt, was ein 14-jähriger alles so anstellen kann – besonders was er mit anderen Handy so veranstaltet, erscheint mir doch etwas sehr suspekt. Aber die Serie ist insgesamt durchaus gelungen.

Dem Darsteller des Cipi nimmt man die Rolle auf jeden Fall ab – so in etwa würde ich mir so einen Wunderknaben auch vorstellen. Anna Schumacher, die die Lisa spielt, ist zwar durchaus authentisch, hat aber die Eigenart, ähnlich wie Götz George, manche Sachen halb zu verschlucken und sehr leise zu sprechen, so dass ich mehrfach zurückspulen musste, um alles zu verstehen. Ob das in irgendeiner Weise einen Sinn ergeben soll oder das nur ihre Eigenart ist, weiß ich jedoch nicht.

Interessant hierbei ist, das die wirklich bekannten Schauspieler hier nur Nebenrollen besetzen, wie etwa Roland Zehrfeld als direkter Vorgesetzter von Lisa oder auch Nina Kunzendörfer, die die oberste Chefin spielt und dabei nicht sehr viel Screentime hat.

Der große Vorteil der Staffel ist, dass sie zwar abgeschlossen auserzählt ist, sich jedoch ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen lässt. Kommt wohl auf den Erfolg an, ob es einen Nachfolger geben wird.

Vielleicht denkt man sich hier einen etwas interessanteren Ort als Timisoara aus, denn der Nabel der Welt ist die kleine Stadt, die in etwa die Größe von Mainz hat natürlich nicht, wobei man diese wohl bewusst auswählte, weil man eben Cyberkriminalität immer nur mit großen Metropolen verbindet.

Insgesamt eine gelungene Serie mit recht vielen Wendungen und guten Darstellern. Die Bösen kommen zwar ein wenig überzogen daher und bedienen so manches Klischee, doch das stört nicht weiter, da die Geschichte ansonsten gut ausgearbeitet wurde. Fortsetzung erwünscht.

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BROKEDOWN PALACE (Koch Media)

am 06. Februar 2019 unter Drama, Thriller abgelegt

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Zwei Mädels, die sich vor dem Gang zum College noch einmal amüsieren wollen, unternehmen einen Trip nach Bangkok, erzählen den Eltern aber das sie in Hawaii unterwegs sind. Dort lernen sie den netten Nick kennen, mit dem sich eine dann natürlich einlässt. Doch der hat nur eines im Sinn: Die beiden als Drogenkuriere zu benutzen. Sie werden am Flughafen geschnappt und kommen in einem Frauenknast, in dem es nicht gerade freundlich zugeht. Auch wenn beide nichts von der Ware wussten, die sie mitführten, droht ihnen lebenslanger Aufenthalt dort. Ein ortsansässiger amerikanischer Anwalt übernimmt ihren Fall, ist anfangs aber eher an dem Geld interessiert, das er dafür bekommt, doch dann kommt er allmählich einer Verschwörung auf die Spur und beißt sich fest.

Ich hatte den Film, der bereits 1999 gedreht wurde, bislang noch nie gesehen, was auch damit zusammenhängt, dass sich meine Liebe für Frau Beckinsale in Grenzen hält. Dementsprechend wird sie hier von ihrer Mitstreiterin Claire Danes auch ganz schön übel an die Wand gespielt. Beide sind aber auch heute noch gut im Geschäft, insbesondere Daines ist ja mit HOMELAND noch mal richtig durchgestartet.

Der Film ist überraschend gut. Auch wenn manche Dialoge heute etwas altbacken wirken, ist das Schicksal der Mädels interessant geschildert, wobei der Streifen meines Wissens NICHT auf einer wahren Begebenheit beruht.

BP funktioniert sowohl als Thriller, als auch Drama das gegen Ende zwar ein bisschen übertrieben gerät, aber dennoch zu überzeugen weiß, was auch an den sehr guten Leistungen von Daines und Pullman liegt. In einer Nebenrolle ist übrigens Lou Diamond Phillips zu sehen.

Das Bild liegt auf gutem DVD Niveau. Die Farben sind schön satt und nur an manchen Stellen sieht man leichtes Grieseln, besonders in den dunkleren Stellen, aber das fällt wohl auch nur Leuten wie mir auf, die auch gezielt auf so etwas achten. Daher ist das dann eher Jammern auf sehr hohem Niveau. So alt ist der Streifen ja nun nicht, so dass man hier sicher nicht groß nachbearbeiten musste.

Insgesamt für mich, der den Film noch nie vorher gesehen hatte, eine positive Überraschung. Eine glaubwürdige Geschichte mit interessanten Wendungen, die man so auch nachvollziehen kann und die nicht übertrieben dargestellt wird.

ELISABETH HARVEST (Capelight/Alive)

am 28. Januar 2019 unter Drama, SciFi, Thriller abgelegt

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Nach ihrer Hochzeit mit dem brillanten und vermögenden Wissenschaftler Henry, zieht die junge Elizabeth in sein luxuriöses Anwesen in den Bergen. Henry legt seiner frisch angetrauten Ehefrau die Welt zu Füßen – ihr Leben scheint perfekt zu sein. Doch Elizabeth spürt, dass etwas nicht stimmt: In dem riesigen Haus gibt es einen verschlossenen Raum, den sie unter keinen Umständen betreten darf. Als sie es eines Tages dennoch wagt, die Tür zu öffnen, stößt sie auf ein dunkles Geheimnis.

Ich übernehme nur selten den Pressetext, aber dieser hat mir sehr gut gefallen, weil er nur sehr wenig verrät und doch das zusammenfasst, was man wissen sollte.

Vordergründig ist ELISABETH HARVEST ein Thriller, der aber auch mit Konventionen des Dramas spielt und die Wissenschaft auf der einen Seite kritisch hinterfragt, der aber auch ihre unglaublichen Möglichkeiten offenbart.

Der Regisseur verhält sich dabei eher neutral und lässt den Zuschauer selbst entscheiden, ob das was man hier sieht jetzt unethisch ist oder ob man die Handlungsweisen des Wissenschaftlers auf der einen Seite auch nachvollziehen kann.

Der Film bekommt einen sehr edlen Look spendiert und in dem Haus würde ich auch gerne wohnen, selbst wenn ich diesen bestimmten Raum nicht betreten dürfte.

Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, besonders Abbey Lee als Elisabeth ist gleich in mehreren Rollen zu sehen, was einen enormen Aufwand bedeutet. Als verzweifelten Ehemann hat man den gern gesehenen Ciran Hinds besetzt.

Warum bleibt dem Film nun eine höhere Wertung versagt? Das ist in der Lauflänge begründet, denn eigentlich ist der Streifen nach 80 Minuten auserzählt. Wieso man das ganze dann immer weiter verlängert und dann noch satte 30 dranhängt, die eigentlich vollkommen unnötig sind, erschließt sich mir nicht.

Auch der Erzählstil ist nicht linear, sondern wechselt ständig zwischen verschiedenen Zeiten hin und her, was es dem Zuschauer teilweise schwer macht zu folgen…..insgesamt wäre hier aufgrund der guten Geschichte etwas mehr drin gewesen.

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