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Archiv der Kategorie 'Thriller'

ANON (Koch Media)

am 15. November 2018 unter SciFi, Thriller abgelegt

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Die totale digitale Überwachung des Menschen sorgt in naher Zukunft für ein Leben ohne Verbrechen, aber auch gänzlich ohne Anonymität und Privatsphäre. Glaubt man zumindest, denn dann geschehen eine Reihe grausamer Morde mit deren Aufklärung Detective Frieland betrauftragt wird. Plötzlich werden die im “Ether” gesammelten Daten systematisch manipuliert, was den Zusammenbruch des gesamten Systems zur Folge haben könnte, wenn man das ganze mal weiterspinnt. Man findet aber mit Hilfe externer Einsatzkräfte eine Spur zur Täterin. Doch die ist mit allen Wassern gewaschen und weiß ihre Spuren zu verwischen.

Wenn Andrew Niccol einen Film dreht werde ich immer hellhörig, denn der Mann hat immerhin mit seinem Debüt GATTACA einen Streifen aus meinen ewigen TOP 5 abgeliefert und ist grundsätzlich meistens im Themengebiet Technik in der Zukunft unterwegs.

Seine Filme sind im Allgemeinen eher ruhig gehalten. Ausnahme stellt hierbei IN TIME dar, der mir auch prompt nicht besonders gefallen hat, weil das tolle Thema zu einer Actionorgie verkam.

Hier kehrt er wieder zu seinem alten Stil zurück. Das mögen viele als etwas langatmig empfinden . Ich persönlich mag das. Gerade optisch wird hier einiges geboten, denn man sieht die Welt aus der Sicht des Polizisten, der automatisch von jedem Fußgänger die komplette Lebensakte eingeblendet bekommt. Eine wirklich interessante Idee. Auch die Nummer, dass man Erinnerungen mit anderen teilen kann, fand ich klasse.

Clive Owen hat zwar schon besser gespielt und wirkt in manchen Teilen des Films sediert, hingegen überrascht Amanda Seyfried mit einer perfekt auf sie zugeschnittenen Rolle. Auch Colm Feore sehe ich immer gerne.

Der Film lässt auch offen, in welchem Jahr die Geschehnisse stattfinden. Seine Hauptdarstellerin vermutet in den Extras sogar, dass es hier um ein Paralleluniversum geht, was man sich durchaus auch denken kann.

Zudem gibt es eine doch überraschende Wende kurz vor Ende des Films, auf die man aber, wenn man nicht wie ich schon hundemüde war, durchaus kommen kann, und die, wenn man im Nachhinein mal über das Verhalten von Seyfrieds Charakter nachdenkt, auch Sinn ergibt.

Fazit: SciFi mit Anspruch. Wer Streifen wie Gattaca vom gleichen Regisseur mochte oder auch Ex-Machina, für den dürfte das hier die richtige Wahl sein. Mit viel Action sollte man wie gesagt nicht rechnen.

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8 MILLIONEN WEGE ZU STERBEN (Koch Media)

am 15. November 2018 unter Drama, Klassiker, Thriller abgelegt

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Der Polizist Matthew Scudder erschießt im Dienst einen Unschuldigen. Er stürzt in eine Krise, die in einer Depression und schweren Alkoholkrankheit mündet und ihn seinen Job sowie seine Familie kostet. Als vor seinen Augen ein Callgirl erschossen wird, ermittelt er auf eigene Faust. Schnell findet Matthew heraus, dass hinter dem Mord der Drogenbaron Angel steht, der alles daran setzt, ihn ebenfalls tot zu sehen. Es kommt zu einem unerbittlichen Showdown…

Der Film ist mehr als ordentlich besetzt. Neben Jeff Bridges in der Hauptrolle sind unter anderem Andy Garcia und Rosanna Arquette zu sehen. Im Jahre 1986 war der Film ein mittelmäßiger Erfolg. Die Synchronisation hat man nicht verändert, aber es ist immer das gleiche. Haben wir wirklich in diesem Jahrzehnt so dumme Sprüche gemacht? Switcht man auf den englischen Ton um, ist das ganze wesentlich erträglicher.

Die Restauration ist mal wieder sehr gelungen, Man wiederholt sich da ständig, aber KOCHs Restaurator holt wirklich immer jede Menge aus den Streifen heraus. Der Ton ist solide, aber das Bild ist klasse. Die Farben sind intensiv, grieseln sieht man kaum, genauso wenig wie Blitzer. Da sollte sich WARNER mal ein Beispiel dran nehmen,

Auf mich persönlich wirkt der Streifen ein wenig in die Jahre gekommen, heute würde man vieles mit deutlich mehr Action versehen. Die vielen guten Bewertungen auf diversen Seiten allerdings zeigen, das der Film durchaus seine Anhänger hat

Diese können mit der Umsetzung absolut zufrieden sein. Diesbezüglich eine wirklich klare Kaufempfehlung.

TERMINAL (Universum Film)

am 15. November 2018 unter Thriller abgelegt

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Treffen sich 2 Produzenten:

1: Du ich hab da nen Kameramann der hat voll coole Einstellungen drauf!

2: Echt und machst du was mit dem`?

1: Ich hab da ein Drehbuch das ist total beschissen und die Handlung auch.
2: Hm und was willst Du jetzt von mir?

1: Kennst du irgend einen halbwegs bekannten Schauspieler der gerade nix zu tun hat?

2: Ja der Pegg ist im Moment wohl nicht sehr eingespannt.

1: OK und wie wärs denn mit der Robbie als Female Fatale, die kann das und ich nicht so teuer.

2: Gute Wahl.

1: Cool, steigst Du mit ein? Ich meine im Kino können wir den Mist nicht zeigen, aber auf DVD

2: Und der Kameramann kann echt was?
1. Ja der zaubert echt nen guten Look, aber wie gesagt sonst kann das Drehbuch nix.

2: Egal das reicht, wenn die Robbie noch viel Bein zeigt – bin dabei.

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10×10 (Ascot Elite/Alive)

am 15. November 2018 unter Thriller abgelegt

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Monatelang hat Lewis Cathy beobachtet. Jetzt schlägt er zu. Auf einem Parkplatz fesselt er sie und wirft sie in seinen Kofferraum. Zuhause steckt er sie in einen komplett schalldichten Raum und beginnt sie zu verhören. Er fragt sie nach ihrer Familie, ihrer Kindheit, ihrem Beruf und immer wieder nach ihrem Namen. Er scheint eine Menge über Cathy zu wissen, doch ihre Antworten machen ihn nur noch wütender.  Zwischen Kidnapper und Opfer beginnt ein atemloses Duell das die Situation bis zum Zerreißen anspannt …

Größtenteils habe ich die Produktbeschreibung übernommen, denn wenn diese gelungen ist (leider nur selten der Fall) braucht man da ja auch nicht sehr viel verändern.

Verwundert bin ich über so manche Kritik, die ich auf Amazon und auch anderen Seiten lesen musste, als mal wieder sehr oft das Wort „unlogisch“ bemüht wurde. Komischerweise bewerteten die gleichen Menschen den unlogischsten Film aller Zeiten DONT BREATHE (Ok. SALT und Konsorten waren auch kacke, aber das sind ja Major-Produktionen) mit hervorragend.

Natürlich sind manche Handlungsweisen nicht nachvollziehbar und es wird auch immer wieder die Frage gestellt werden, wieso man einem Typen, der einen entführt hat, wenn er mal auf dem Boden liegt, nicht den finalen Stoß verpasst. Aber wie sollte es denn dann auch weitergehen? Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel denn Madame in REVENGE zieht die Nummer ja gnadenlos durch.

Ich persönlich fand 10×10 (was sich übrigens auf die Größe des Raumes bezieht in dem Cathy gefangen ist) durchaus unterhaltsam und sehr kurzweilig. Auch die Tatsache, das man im Laufe des Films die Position wechselt, als herauszukommen scheint, dass Madame gar nicht so harmlos ist, wie sie scheint, ist interessant geschildert.

Kelly Reilly gibt, insbesondere in den Actionszenen, eine tolle Figur ab und die Kämpfe kamen soweit ich die Extras verstanden habe, wohl ohne Stuntdoubles aus. Luke Evans übertreibt es ab und zu etwas mit dem „ich bin hier der böse Mann mit der Kontrolle“-Blick.

Fazit. Natürlich nicht ganz logisch, ist der Film spannende Unterhaltung, die praktisch auch sofort losgeht. Ich fühlte mich gut unterhalten.

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BAD SAMARITAN (Atlantis Film/Alive)

am 01. November 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Sean und Derek haben eine nette neue Geldquelle entdeckt: Der Eine parkt die schicken Autos der Gäste von Nino‘s Restaurant, der andere bricht während die Herrschaften dinieren, in die leeren Häuser ein. Klappt alles gut. Bis Sean in einem der luxuriösen Häuser eine junge Frau entdeckt, die in einem Raum eingesperrt und angekettet ist. Er versucht diese zu befreien, doch ihm fehlen dazu die richtigen Mittel und der Hausherr naht auch schon. In Panik flüchtet Sean, hinterlässt jedoch Spuren. Die Polizei hört sich seine Geschichte mit großer Skepsis an: Schließlich ist er vorbestraft und Cale, der Hausbesitzer ein wohlhabender, vorbildlicher Bürger der Stadt. Und er ist auch schlau, denn er kommt Sean auf die Schliche und dreht den Spieß um.

Juchhu, es gibt sie doch noch – Geschichten, die noch nicht durchgenudelt sind, sondern noch eine gewisse Eigenständigkeit mitbringen, so wie es BAD SAMARITAN aufzeigt.

Grundsätzlich ist der „Job“ den die beiden durchführen schon mal ein interessantes Geschäftsmodell, dass sich viele nach Sichtung des Streifens sicherlich auch mal durch den Kopf gehen lassen. Das man in einem Haus landet, das von einem Irren bewohnt wird, ist ja doch eher selten.

Auch wenn es etwas nervt, das die Polizei Menschen, die vorbestraft sind nie glaubt, sind die Handlungsweisen des Protagonisten alle nachvollziehbar. Nachdem er das Mädchen zurücklassen musste, versucht er eben alle legalen Mittel auszuschöpfen um ihr zu helfen. Als das nicht klappt, greift er zu anderen Maßnahmen.

Richtig garstig wird es aber eben, als Cale das ganze entdeckt und mithilfe seines Einflusses und Geldes Stück für Stück Seans Leben zerstört. Das ist spannend und vor allem wirklich originell geschildert.

Überhaupt hat der Streifen recht viele einfallsreiche Stellen. Alleine schon die Szene in der Sean dem Computer photographieren will und während des Blitzes das Mädchen in der Ecke angebunden sitzen sieht, ist wirklich cool gemacht. Solche hat der Streifen einige zu bieten, da würde ich aber jetzt zu viel spoilern.

Schade, das der Showdown dann ein wenig arg konventionell gerät, während man den Rest nicht wirklich mit diesem Wort beschreiben kann. Da wäre noch etwas mehr drin gewesen.

Fazit: Ich kenne das Budget dieses Streifens nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass es riesig war, weil bis auf eine Explosion eigentlich alles nur von der spannenden Konstellation lebt und es hier weder Effekte noch große Action-Szenen gibt. Ein kleiner Geheimtipp.

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DER AUGENZEUGE (Koch Media)

am 23. Oktober 2018 unter Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Der Vietnamveteran Daryll arbeitet mittlerweile als Hausmeister in einem New Yorker Bürohochhaus. Eines Tages stolpert er bei einem Rundgang im Gebäude über die Leiche seines Chefs, einen asiatischen, eher zwielichtigen Geschäftsmann. Als eine Fernsehreporterin, in die er verliebt ist, sich für den Fall beginnt zu interessieren, gibt er vor mehr zu wissen, als es eigentlich der Fall ist. Ohne es zu ahnen, bringt er sich und die Dame in höchste Gefahr, denn der Mord hatte einen schwerwiegenden Hintergrund.

DER AUGENZEUGE stammt bereits aus dem Jahre 1980 und hat, für diejenigen, die ihn nicht kennen, eine geradezu unfassbare Besetzung an Bord. Sigourney Weaver, William Hurt, James Woods, Morgan Freeman – das ist mal ein Cast, wobei die letzteren beiden eigentlich erst später richtig bekannt wurden.

Der Film hat die Zeit ganz ordentlich überstanden und auch die Dialoge sind ok, die in vielen Werken aus dieser Zeit heute nur noch bescheuert wirken. Über die Qualität der Hauptdarsteller gibt es eh keine Zweifel.

Das Bild ist auf gutem DVD-Niveau. Insgesamt kommt es auf meinem Plasma TV farblich sehr ordentlich rüber, vor allem in den dunklen Szenen, die bei Filmen, die schon so alt sind meistens miserabel sind – hier kann man nichts negatives sagen. Ab und an sind kleine Blitzer zu sehen, die aber verschmerzbar sind.

So bekommt man den Streifen wohl in fast bestmöglicher Qualität geboten, was natürlich immer davon abhängig ist, wie gut das Ausgangsmaterial war. Liebhaber des Films können zugreifen, sollte der Preis erschwinglich sein.

SUMMER OF 84 (Pandastorm/Edel Germany)

am 16. Oktober 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Vier Freunde schlagen die Zeit zwischen Baumhaus, Bowlingbahn und BMX-Fahrten tot – was soll auch schon in so einem öden Vorort groß passieren? Doch dann fällt Hobby-Verschwörungstheoretiker Davey auf, das in letzter Zeit in der Nähe viele Kinder verschwunden sind. Er verdächtigt ausgerechnet seinen Nachbarn Wayne Mackey, denn wieso kauft er so viel Erde und Gartengeräte wie Hacke und Schaufel? Seine Freunde glauben ihm erst nicht, denn er kommt eigentlich jede Woche mit merkwürdigen Theorien, doch sie helfen ihm trotzdem bei der Überwachung des Polizisten. Nach und nach verdichtet sich tatsächlich die These, dass der Nachbar der Mörder sein könnte, doch wer wird den Jungs glauben? Ihre angeblichen Beweise sind alles nur Indizien….

Wie der Titel bereits suggeriert, spielt der wirklich unterhaltsame Thriller im Jahre 1984 und ist insgesamt vor allem sehr schön gestaltet. Der Hauptdarsteller ist zum „damaligen Zeitpunkt“ übrigens genauso alt wie ich. So kann ich auch ganz gut beurteilen, dass der Streifen viel Liebe zum Detail mitbringt.

Ich versuche bei Filmen, die in diesem Jahrzehnt spielen, aber heute gedreht wurden, immer irgendwelche Fehler in Sachen Ausstattung oder Kleidung zu finden – jedoch ist mir nichts aufgefallen.

Ein wenig erinnert SUMMER OF 84 natürlich an die mittlerweile zur Kultserie avancierten STRANGER THINGS, wobei sich das eher auf die Protagonisten, denn auf die Handlung bezieht, die völlig anders gelagert ist.

Der große Pluspunkt, den ein Film aus dem Jahre 2017 zu einem aus den 80ern hat sind die Dialoge, denn wenn man sich alte Streifen aus diesem Jahrzehnt anschaut, benutzt man da Worte und Sätze die heutzutage völlig out sind und teilweise total lächerlich wirken.

Die Geschichte an sich wurde ja so durchaus schon öfters erzählt, siehe DAS FENSTER ZUM HOF oder auch DISTURBIA, in denen immer der Nachbar der Verdächtige ist, aber selten so charmant wie hier. Auch wenn die Jungs natürlich ein wenig den typischen Klischees entsprechen (der Schlaue, der Dicke, der Coole und der Intellektuelle) macht es trotzdem Spaß den Kerlen bei der „Arbeit“ zuzusehen.

Am Ende gibt es zudem noch eine faustdicke Überraschung und man lässt sich zudem Spielraum für einen zweiten Teil, der wünschenswert wäre.

Sehr schön auch die musikalische Untermalung im typischen 80er Synth-Sound Gewand, welcher durch John Carpenter mitgeprägt wurde und der diese liebevolle Hommage an Filme wie GOONIES noch unterstützt.

Ein kleiner Geheimtipp.

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DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (Universum Film)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Um ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen, flieht Rose mit ihren vier Kindern von England nach Amerika und lässt sich dort auf dem abgelegenen Anwesen Marrowbone nieder. Doch Rose erkrankt aus heiterem Himmel und stirbt wenige Tage später. Dies kann durchaus zu einem Problem werden, denn keiner der Söhne ist bereits 21 und man kann ihnen daher das Haus wegnehmen. Also muss man vor den Einwohnern verbergen, das die Mutter nicht mehr lebt, da sonst das Waisenhaus droht. Das gestaltet sich jedoch zunehmend schwerer, denn der neugierige Anwalt Porter hat Lunte gerochen und Jack ist in ein Mädchen verliebt. Zudem scheint es in dem Haus zu spuken. Man hört merkwürdige Geräusche und insbesondere der kleinste der vier, Sam, erzählt ständig von einem Geist….

Um das erst einmal klarzustellen. Sowohl Cover als auch Trailer, als auch Titel deuten hier auf einen Horrorfilm hin Das ist MARROWBONE aber nicht. Zwar sind ein paar kleine Elemente enthalten, doch eigentlich ist das hier ein Sozialdrama, welches in den 60ernn spielt und später mit etwas Thrill und ganz leichten Horrorschnipseln ausgeschmückt wird.

Ich betone das deshalb, weil die meisten Menschen sonst wieder mit einer ganz anderen Vorstellung an diesen Film herangehen werden und sich danach fragen, wo hier der Horror geblieben ist, den der Trailer suggeriert.

Als Familiendrama weiß der Streifen nämlich durchaus zu überzeugen und die vier Geschwister, von denen ich nur Charlie Heaton kannte, weil er in STRANGER THINGS mitspielt, machen ihre Sache durchaus ordentlich.

Wer also hier ein gutes Drama sehen will, kommt auf seine Kosten – ich befürchte nur das die wenigsten mit dieser Erwartung an MARROWBONE herangehen werden und dann enttäuscht sind. Der Streifen bekommt auf imdb eine sehr gute Durchschnittsnote, der ich mich auch in etwa anschließen würde.

Zudem gibt es gegen Ende noch einen sehr schönen Twist, auf den ich nie und nimmer gekommen wäre und der das ganze dann noch ein wenig aufwertet und einen halben Chucky dazu ergattert.

Fazit: Ansprechendes Familiendrama in schöner Optik und guten Darstellern. Allerdings weit entfernt von einem Horrorfilm, darüber muss sich jeder im klaren sein, der diesen Streifen kauft oder ausleiht.

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JOSHUA (Koch Media)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Die Welt der Familie Cairn ist einigermaßen in Ordnung. Vater Brad ist Banker an der Wall Street, Mutter Abby hat soeben Sprössling Lily zur Welt gebracht, leidet allerdings unter Depressionen. Ihr neunjähriger Sohn Joshua ist ein hochbegabtes Kind, das sogar mindestens eine Klasse überspringen soll und für sein Alter schon virtuos am Klavier ist. Als jedoch das Baby nicht aufhören will zu schreien, dreht Abby irgendwann durch. Zudem stellt Joshua merkwürdige Fragen. Kurz darauf verunglückt die Mutter von Brad und in dem regt sich der Verdacht, das sein Sohn gar nicht so ein Unschuldslamm ist, wie es nach außen scheint.

In der ersten Veröffentlichung als DVD von 2007 stand als Untertitel noch KIND DES TEUFELS – das hat man sich hier zum Glück erspart, denn das ist mal wieder kompletter Unsinn, denn der Film hat mit einem Horrorfilm nun mal gar nichts zu tun und ist eigentlich nicht mal ein Thriller, sondern ein Psychodrama.

Hätte man sich den ersten Teil des Namens einer der Hauptdarsteller mal besser zu Herzen genommen, das ist nämlich Sam ROCKwell, der hier mit Vera Farmiga die Eltern des gar nicht so harmlosen Rackers spielt.

Denn Tempo fehlt diesem Film von Anfang an. Man versucht zwar sehr schön dem Zuschauer die Charaktere näher zu bringen, verwendet dafür allerdings doch etwas viel Zeit, denn es dauert eigentlich fast 50 Minuten, bis mal endlich etwas nennenswertes passiert.

Der Junge der Joshua gibt, liefert allerdings eine formidable Leistung ab und spielt die beiden gestandenen Stars locker an die Wand und das nur mit minimalen Gesichtsausdrücken. Jedoch hat man von ihm nicht mehr viel gesehen in den letzten 10 Jahren, was mich wundert, denn der Junge hat Talent. Lediglich im STAR TREK REBOOT als ganz junger SPOCK hatte er einen kurzen Auftritt.

JOSHUA ist kein schlechter Film, er kommt nur einfach zu spät in die Gänge. Zudem ist das Ende sehr abrupt und wird nur von Leuten verstanden werden, die dem englischen mächtig sind (mehr kann ich aus Spoilergründen leider nicht verraten).

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht – hier wurde etwas Potenzial verschenkt, dachte sich wohl auch Farmiga und spielte ein paar Jahren später in ORPHAN mit, der ähnlich gelagert, aber deutlich spannender ist.

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DER NEBELMANN (Koch Media)

am 20. September 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Bereits vor einigen Jahrzehnten ging in einem kleinen Dorf in den Alpen ein Kindesentführer um, auch wenn das von offizieller Seite niemand bestätigen wollte. Dann verschwindet plötzlich wieder ein Mädchen und man stellt sich die Frage, ob es es sich um den gleichen Täter handelt. Der selbstverliebte und pressegeile Star-Ermittler Vogels wird mit dem Fall beauftragt und stößt auf eine gläubige Gemeinschaft und einer Mauer des Schweigens. Dann entdeckt er auf einem Video eines Freundes der Entführten, immer wieder einen weißen Jeep, der einem Lehrer gehört. Ohne große Beweise zu haben, das dieser Wagen etwas mit dem Verbrechen zu tun hat, spielt er diese Aufnahmen der Presse zu und es beginnt eine Hetzjagd auf den Pädagogen und das Dorf wendet sich komplett von ihm ab.

DER NEBELMANN hat ein Problem – und das ist seine Länge. Auf satte 130 Minuten kommt der Streifen, dessen Geschichte aber so eine Dauer eigentlich nicht hergibt und der Film daher partiell sehr dialoglastig ausfällt.

Das hört sich aber negativer an, als es eigentlich ist, denn gegen Ende gibt es sage und schreibe 3 Wendungen, die zwar nicht zwingend logisch, aber allesamt überraschend daherkommen. Insbesondere die Schlusspointe ist originell.

Jean Reno ist zwar dick auf dem Cover abgebildet, hat aber eine eher kleinere Rolle und spielt den Psychiater, der Vogels verhört, nachdem dieser einen Autounfall hatte. Dies ist eigentlich das Ende der Geschichte. Von da an wird immer wieder mit zahlreichen Zeitsprüngen gearbeitet, was meiner Meinung nach dem Film einfach zu viel Tempo nimmt. Ich denke eine stringente Abfolge hätte dem Streifen besser getan.

Auch Toni Servillo spielt die Rolle des selbstverliebten Ermittlers ansprechend. Überhaupt kann man gegen den Cast nichts einwenden. Auch die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache gut und der Streifen wirkt insgesamt auch sehr homogen.

In den Extras quasselt der Drehbuchautor ohne Luft zu holen – wäre der Streifen in dem gleichen Tempo gedreht, ginge hier richtig die Post ab. Zudem scheint er auch ein wenig selbstverliebt zu sein – wie sein erdachter Ermittler.

In einer Nebenrolle ist übrigens Greta Scacchi zu sehen, von der mir schon ewig kein Film mehr aufgefallen ist. Das war die Darstellerin, die die Rolle in Basic Instinct ablehnte und Sharon Stone damit zu Weltruhm verhalf.

Unter dem Strich eine Mischung aus Drama und Thriller, bei dem einen nur die Laufzeit ein wenig zu schaffen macht. Für die Charakterzeichnung nimmt man sich sehr viel Zeit – manchmal zu viel. Die Schlusswendungen und die letzten 30 Minuten an sich, entschädigen aber für den ein oder anderen Leerlauf.

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