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Archiv der Kategorie 'Thriller'

LEICHEN UNTER BRENNENDER SONNE (Koch Media)

am 10. Juli 2018 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

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An einem flirrend heißen Sommertag auf Korsika treffen in einer Burgruine mit Meerblick aufeinander: Malerin Luce und ihre beiden Lover, ein spleeniges Gangster-Trio, das gerade einen blutigen Überfall auf einen Gold-Transport durchgeführt hat, zwei in schweres dunkles Leder gekleidete Motorrad-Cops und drei scheinbar arglose Touristen. Ohne Rücksicht auf Verluste gehen alle Beteiligten aufeinander los, im Kampf um Leben und Tod – und um 250 Kilo reines Gold. Am nächsten Morgen gleicht das verlassene Örtchen einem blutigen Schlachtfeld…

So (leicht verändert) der Pressetext. Immerhin hat man es geschafft, meine Zusammenfassung, um 2 Zeilen zu übertreffen, denn mir wären definitiv nicht mehr eingefallen. Die Geschichte passt auf ein Post-It, soll aber wohl auch nicht zwingend die Intention sein.

Hier geht es darum in künstlerischen Kameraaufnahmen und Bildverfremdungen zu zeigen, das Arthouse-Kino auch schön brutal sein kann. Zudem bin ich froh, das ich das Internet habe, denn neben dem mir bekannten Giallo, hatte Italien auch den Poliziotti zu bieten, an dem sich dieser Film angeblich orientiert. Na dann.

Nach einer durchaus interessanten Einführung mit 2 pfiffigen Ideen, kommt erst mal Langeweile. Nach dem Überfall und dem Eintreffen der Polizei wird das ganze aber sogar recht spannend und hat in diesem Abschnitt sogar eine stringente und nachvollziehbare Handlung zu bieten.

Leider begeht man am Schluss den Fehler sich zu sehr in seine Bildverfremdungen zu verlieben und so geraten die letzten 10 Minuten leider arg überzogen.

Die beiden Regisseure haben vorher auch schon AMER gedreht und der ist auch perfekt als Referenz geeignet. Wer den mochte dürfte auch hier seine wahre Freude haben. Für Menschen die einen gradlinigen Actionthriller sehen möchten, dürfte das ein wenig too much Arthouse sein.

Ich selbst kann mich auch nicht wirklich entscheiden, denn teilweise waren die verwendeten Ideen (zum Beispiel die ständigen Zeitangaben) originell, manchmal aber übertreibt man es dann wieder total mit den bildlichen Experimenten.

Eine realistische Bewertung kann ich hier nicht geben, denn es wird Leute geben die begeistert aufschreien und von Kunst schwärmen, und andere werden das als kompletten Schrott bezeichnen. Ich liege irgendwo dazwischen.

STARTUP (Filmjuwelen/Alive)

am 10. Juli 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Die beiden idealistischen Programmierer Milo und Teddy gründen ein Startup-Unternehmen, mit dem sie Anfang des neuen Jahrtausends, durch den großen Internet-Boom ihre Open-Source-Softwares unter die Menschen bringen wollen. Natürlich bleiben die beiden brillanten Computerfreaks im Silicon Valley nicht lange unentdeckt und der charismatische Gary Winston, Vorstand des mächtigsten IT-Konzerns weit und breit, bietet ihnen verlockende Jobs an. Teddy lehnt ab, doch Milo steigt bei N.U.R.V. ein.
Nach und nach fallen ihm jedoch merkwürdige Dinge auf. Nicht nur das alle Mitarbeiter strengstens kontrolliert werden. Immer wenn Milo nicht weiterkommt, zaubert sein Chef neue Software aus dem Hut. So langsam dämmert es ihm, dass man hier von anderen Programmierern klaut. Als sein Freund Teddy umgebracht wird, muss er feststellen, das stehlen nicht das einzige ist, was Winston so anstellt.

STARTUP ist mein absoluter Lieblingsfilm mit Ryan Phillipe, den ich grundsätzlich sehr gerne sehe. Damals schon 27!! geht er locker als 18 durch und auch heute sieht der mittlerweile 43-jährige noch aus wie ein Twen.

Ihm zur Seite stehen mit Rachel Leigh Cook und Claire Forlani zwei ebenfalls begabte Darstellerinnen, die den ganz großen Durchbruch aber bis heute nicht geschafft haben. Beide sind selten in größeren Filmen zu sehen, sondern eher in kleinen B-Movies. Dazu zeigt sich Tim Robbins als eine Art Bill Gates Verschnitt in Höchstform und spielt den vordergründig netten, aber doch gewieften Unternehmer, einfach grandios.

Natürlich hat die Zeit den Streifen etwas eingeholt, denn das was Winston da erschaffen will, ist inzwischen Realität geworden und stellt kein großes Problem mehr da. Aber danach darf ich den Film nicht bewerten, denn dann müsste ich ja auch den tollen WARGMES niedermachen.

STARTUP ist jedenfalls ein spannender Computerthriller, der gleich mehrere interessante Wendungen bereithält, auf die man meiner Meinung nach kaum kommen kann. Die Idee mit dem Kinderhaus ist zudem genial (würde spoilern) und fantastisch designt.

So bleibt unter dem Strich ein Film, der ohne eigenes Verschulden etwas antiquiert wirkt, dessen Thrillerelemente dieses Manko aber locker ausgleichen. Die guten Kritiken im Internet sind durchaus berechtigt.

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LOCKDOWN (Tiberius)

am 03. Juli 2018 unter SciFi, Suspense, Thriller abgelegt

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Nach einer Party wacht Liv neben ihrem schwer verletzten Freund Lex auf und weiß nicht wo sie ist. Ihr Nachbar Kurt hat sie bei sich aufgenommen und erzählt eine haarsträubende Geschichte. Angeblich habe es einen Anschlag mit Biowaffen gegeben und er hätte die beiden vor dem sicheren Tod gerettet. Verantwortlich dafür sei ein Virus, das sich aus den Nebenwirkungen eines Medikaments ergeben hätte, welches von Liv und Lex mitentwickelt wurde. Als sich herausstellt das Kurt früher beim BND gearbeitet hat, kommen den beiden immer mehr Zweifel, insbesondere als sie Bilder sieht, auf denen sie überwacht wurde. Anscheinend hält er die beiden aus einem bestimmten Grund fest – aber welchem?

Sollte jemand die Handlung ein bisschen bekannt vorkommen, so liegt das wohl daran, das sie ein wenig 10 CLOVERFIELD LANE ähnelt und die ersten 30 Minuten auch so aufgebaut ist.

Danach entwickelt sich der Streifen aber in eine völlig andere Richtung, als der o.g. vermeintliche Referenzfilm. Es bleibt jedoch die ganze Zeit das Rätselraten, ob die Geschichte von Kurt stimmt oder ob er die beiden unter einem Vorwand eingesperrt hat.

LOCKDOWN ist einer der besten Thriller aus deutschen Landen, den ich seit Jahren gesehen habe. Die Story hält ständig Wendungen bereit und man weiß wirklich bis zum Schluss nicht was die Wahrheit ist.

Auch die darstellerischen Leistungen sind gelungen und ich frage mich, wieso man das ganze im ZDF unter dem „Kleinen Kammerspiel“ gezeigt hat, statt dem Streifen eine Kinoauswertung zu gönnen, denn er ist in allen Bereichen absolut professionell gemacht, auch Kamera und Regie sind neben dem Drehbuch top.

Der Film wurde wohl vor einem Jahr ausgestrahlt, wahrscheinlich irgendwann im ZDF zur Nachtzeit, dass es auch ja keiner mitbekam.

Für mich ein absoluter Geheimtipp, der es auf Anhieb in die TOP 5 meiner deutschen Lieblingsfilme geschafft hat (da befinden sich unter anderem 23, TATTOO und DAS EXPERIMENT). Absolut spannend von Anfang bis Ende und zudem mit einer durchaus interessanten Geschichte ausgestattet, deren Hintergründe einem erst nach und nach klar werden.

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SUGAR MOUNTAIN (Lighthouse)

am 03. Juli 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Miles hat ein Suchtproblem, er zockt einfach gerne. Als er das Erbe der Mutter durchgebracht hat und noch dazu bei dem brutalen Ganoven Joe Bright in der Kreide steht, kommt ihm eine Idee. In der öden Wildnis von Alaska wollen sie (seine Freundin und sein Bruder) sein Verschwinden vortäuschen. Daraufhin wird die ganze Stadt nach ihm suchen und es wird eine große Publicity geben, durch die man, per Rechteverkauf, an der Geschichte richtig viel Geld verdienen kann. Keine schlechte Idee, wie sich herausstellt, doch dann taucht Miles nicht mehr auf. Hat er sich verirrt und lebt er gar nicht mehr?

Juhu es gibt Geschichten, die noch nicht 100 mal erzählt wurden und diese findet man meistens immer in kleineren B-Movies, weil die Majors alles was man eh schon oft gesehen hat, immer wieder durchkauen.

Allerdings muss man sagen, das es sich hierbei mitnichten um einen Thriller handelt, wie der Trailer suggeriert, sondern eher um ein Drama mit spannenden Momenten und einigen, recht intelligenten Wendungen.

Der einzige mir bekannte Darsteller ist SAW 1 Opfer Cary Elwes, der den Sheriff spielt – die anderen Darsteller habe ich noch nie gesehen, aber insbesondere das Brüderpaar wurde sehr gut besetzt.

Dazu gibt es schöne Landschaftsaufnahmen, wobei ich nicht weiß, ob diese wirklich in Alaska gedreht wurden, denn da ist es doch sehr kalt. Der Titel des Films bezieht sich übrigens auf den Namen der Kleinstadt, in der der Film spielt.

Es müssen nicht immer 100 Millionen Dollar zur Verfügung stehen und Megastars, um einen feinen Film abzuliefern. Auch wenn SUGAR MOUNTAIN insgesamt einen Tick zu lang ausfällt, mit seinen fast 2 Stunden, ist die Geschichte gut und interessant bis zum Ende, welches auch logisch erscheint.

Zudem ist der Streifen hervorragend synchronisiert, was mich bei dem kleinen Label Lighthouse eh immer wundert, denn wenn man sich mal andere Indie-Produktionen anschaut, muss man auf das englische Original umswitchen, da die deutschen Stimmen nicht zu ertragen sind.

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KNIGHT MOVES (Koch Media)

am 03. Juli 2018 unter Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Die Geschichte dieses Kult-Thrillers dürfte allgemein bekannt sein, daher nur eine ganz kurze Zusammenfassung.

Während eines Schachturniers an der amerikanischen Westküste wird der Großmeister Peter Sandersen in eine mysteriöse Mordserie verwickelt: Das erste Opfer ist eine junge Frau, mit der er gerade die Nacht verbracht hat. Kurz darauf gibt sich ein Anrufer mit verstellter Stimme als Mörder zu erkennen und kündigt an, das tödliche “Spiel” fortzuführen. Deshalb gerät Peter Sandersen unter Verdacht und die Polizei setzt die Psychologin Kathy auf ihn an. Doch es geschehen weitere Morde..

KNIGHT MOVES gehörte für ich immer zu den besten Thrillern aller Zeiten, allerdings habe ich ihn auch das letzte Mal vor 20 Jahren gesehen und war nicht sicher, ob er mir im  2018 immer noch gefällt.

Die Antwort hierauf ist ein klares JA. Natürlich sind die Frisuren und Klamotten etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Geschichte ist und bleibt weiterhin faszinierend.

Alleine die Idee das der Killer die Mordserie nach einer Eröffnungsvariante des Schachs aufbaut, ist einfach sensationell. Auch wenn man auf die Auflösung nicht wirklich kommen kann, sind die Wendungen in dem Film sehr gelungen. On Top gibt’s noch die geniale Musik von ART OF NOISE Mitglied Anne Dudley.

Damals war die große Zeit von Christopher Lambert, der einen Kinohit nach dem nächsten landete – davon ist er heute meilenweit entfernt und froh, wenn ein Streifen überhaupt mal eine Kinoauswertung schafft. Diane Lane ist auch heute noch gut im Geschäft, während man von dem damals viel beschäftigten Tom Skeritt auch nur noch wenig hört.

Über Bild und Ton müssen wir uns nicht groß unterhalten, da KOCH dort immer Qualität anbietet und das dieser Streifen schon ein Viertel Jahrhundert alt ist, erkennt man wirklich nur an den Klamotten, denn das Bild ist hervorragend.

Endlich gibt es diesen Klassiker auf Blu Ray. Dazu hat man sogar noch einiges an Extras ausgebuddelt, es kommen alle Darsteller und der Regisseur zu Wort und noch einige weitere Schmankerl.

Fazit: Rundum gelungene Veröffentlichung.

THE CAVE (Lighthouse)

am 26. Juni 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Es ist sehr lange her, das das Pärchen Charlotte und Adrian ihren besten Kumpel Viktor gesehen hat, also beschließen sie ihn, spontan zu einer Höhlentour einzuladen, denn das ist das gemeinsame Hobby der 3 Protagonisten. Man trifft sich also um die Unternehmung zu starten und das in einer Höhle die noch ziemlich unerforscht ist. Als man entdeckt, dass hier schon vorher jemand war und ein Zelt zurückgelassen hat, ist man überrascht, macht sich aber keine weiteren Gedanken und erforscht weiterhin das Umfeld. Vor Adrian war Charlotte mit Viktor zusammen, der dies ihrer Meinung nach aber längst vergessen und überwunden hat – wenn sie sich mal da nicht täuscht. Als ein schmaler Gang einstürzt, gerät man in große Gefahr und auch die Stimmung unter den Herrschaften wird immer schlechter.

THE CAVE bekommt im Internet sehr gemischte Kritiken. Natürlich ist die Geschichte, dass die eine die Ex-Freundin des anderen ist etwas weit hergeholt – auf der anderen Seite ist es aber auch erfrischend, endlich mal wieder einen Thriller zu sehen, bei dem es keine Aliens, Mutanten, Monster oder sonstiges gibt.

Die Spannung wird nur aus der Lage der drei Darsteller und deren gegenseitiges Misstrauen bezogen und das erweist sich als genialer Schachzug, denn die Umgebung und menschliche Gefühle können auch reichen, um einen spannenden Thriller zu inszenieren.. Es müssen nicht immer Mutierte sei wie in dem (wenngleich auch gelungenen) DESCENT.

Der Streifen kommt mal wieder aus dem hohen Norden, wo man für Subtilität bekannt ist, allerdings nicht aus Schweden, das Vorreiter dieser Art Filme war, sondern aus Norwegen, wo auch schon sehr gute Produktionen entstanden, zum Beispiel die COLD PREY Teile.

Die Darsteller sind dem Zuschauer unbekannt, liefern aber eine sehr gute Leistung ab, zudem bleibt das Ende irgendwie offen, ein Nachklapp ist durchaus noch möglich, was ich begrüßen würde.

Fazit: Ein Film der seine Hauptspannung nur aus der räumlichen Enge bezieht, ist mal was ganz anderes. Da er nur knackige 78 Minuten geht, gibt es hier auch fast keinen Leerlauf. Mir hat der Streifen sehr gut gefallen, kann mir aber auch vorstellen dass es Menschen gibt, die das Nichtvorhandensein von Übersinnlichem stört.

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WIND RIVER (Universum Film)

am 26. Juni 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Auf der Jagd nach Pumas findet Fährtenleser Cory Lambert in der Wildnis des kleinen Indianer-Reservats “Wind River” die Leiche einer jungen Frau. Ähnliches passierte seiner Tochter ein paar Jahre zuvor, woran seine Ehe zerbrach. Um der Sache auf den Grund zu gehen schickt das FBI die komplett unerfahrene Jane Banner an den Tatort, einfach nur weil sie am nächsten dran war. Sie engagiert daraufhin Lambert, der das Gebiet kennt und einen guten Riecher hat. Auch die Polizei unterstützt sie bei den Ermittlungen und bald führen sie Spuren zu einem Täter. Doch der hatte bei seinem Verbrechen rege Mithilfe von anderen.

Der Film bekommt in nahezu allen Foren überragende Bewertungen, denen ich mich in dieser Form nicht anschließen kann. Sicherlich ist die Idee in dieser Umgebung einen Thriller zu drehen reizvoll und die Naturaufnahmen sind auch wirklich gelungen.

Bis das ganze mal ins Rollen kommt, vergeht allerdings jede Menge Zeit. Auch das der Protagonist schon einmal so eine ähnliche Erfahrung mit seiner Tochter machte, ist mir zu sehr aus dem Klischeebuch für traumatisierte Polizisten entnommen (auch wenn er in dem Fall ein Jäger ist)

Als der Fall in die Gänge kommt und sich langsam die Hintergründe herausstellen, wird es dann auch spannender und besser und der Showdown ist in meinen Augen auch sehr gelungen.

Jeremy Renner versucht extrem zurückhaltend zu spielen, was man ihm aber nur bedingt abnimmt, während Elizabeth Olsen als Greenhorn des FBI überzeugt. In einer Nebenrolle ist der unverwüstliche Graham Greene zu sehen, der schon in HALBBLUT, der auch in einem Reservat spielte, zu überzeugen wusste. Das war die Zeit in der Val Kilmer noch gute Filme drehte.

Nicht das ich WIND RIVER jetzt schlecht reden möchte. Die Geschichte ist aufgrund des Ortes interessant, aber mir zieht sich das alles ein wenig und der Regisseur verlässt sich zu sehr auf die Kraft seiner Naturbilder. Für mich zudem eher ein Drama als ein Thriller…

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OPERATION DUVAL (Lighthouse)

am 14. Juni 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Nach einem überstandenen Burn-Out versucht der ehemalige Unternehmensberater Duval wieder einen Job zu finden, was sich allerdings auf Grund seines Alters als schwierig erweist. Das er ehemaliger Alkoholiker ist, kommt noch erschwerend hinzu. Doch dann bekommt er eines Abends per Telefon ein völlig überraschendes und auch gut bezahltes Angebot. In einer leerstehenden Wohnung soll er heimlich den ganzen Tag aufgezeichnete Telefongespräche auf einer Schreibmaschine abtippen. Anfangs scheint das ein lockerer Job zu sein, doch bei manchen Telefonaten wird Duval hellhörig. Zu spät erkennt er, das er mittendrin in einer großen Verschwörung steckt.

Ich würde die Bezeichnung Thriller für diesen Streifen nicht verwenden, da dieser Begriff, gerade in den letzten Jahren, eher für eine andere Art Film steht. OPERATION DUVAL ist eigentlich ein klassischer Krimi, der auch in den 70er Jahren spielen könnte – von den Handyszenen mal abgesehen.

Daher ist der Streifen auch nichts für Schnellschnitt-Stakkato Freaks, denn der ruhige Erzählstil orientiert sich ganz klar an Filmen aus oben genannter Zeit. Mir würde da zum Beispiel DIE 3 TAGE DES CONDOR einfallen, der hier als Referenzfilm perfekt geeignet ist.

Mittendrin ein gut aufgelegter Hautdarsteller, der den einfachen Angestellten, der plötzlich in ein unglaubliches Komplett gerät, sehr überzeugend und auch mit Zurückhaltung spielt, was dem Streifen zu Gute kommt, denn ihn als Superheld darzustellen, wäre völlig fehl am Platz gewesen.

Die Wendungen des Films sind meiner Meinung nach nahezu nicht vorhersehbar und am Ende merkt man dann, das praktisch alle Dreck am Stecken haben, mit Ausnahme des Protagonisten, der einfach nur einen Job haben wollte.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Film im Jahre 2018, denn der Erzählstil ist gänzlich anders, als in sonstigen Produktionen. Freunde der 70er Jahre Krimis dürften begeistert sein – Jason Bourne Fans eher nicht.

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BRIMSTONE (Koch Media)

am 07. Juni 2018 unter Drama, Horror, Suspense, Thriller, mystery abgelegt

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Ende des 19. Jahrhunderts im amerikanischen Westen: Die junge Liz hat einen älteren Witwer geheiratet, der sie aufnahm, obwohl sie keine Zunge mehr hat und nicht sprechen kann. Sie kümmert sich auch rührend um die beiden Kinder. Eines Tages jedoch kommt ein neuer Referent in die Stadt, den Liz nur allzu gut kennt. Als sich verschiedene merkwürdige Dinge ereignen und Madame dafür verantwortlich gemacht wird, verschwindet sie. Doch das Grauen ist damit nicht zu Ende.

Die Zusammenfassung habe ich bewusst kurz gehalten, denn man könnte diese fast zu einem Roman ausarten lassen, denn das o.g ist nur die Essenz von eines der 4 Kapiteln, die dieser Streifen beinhaltet. Diese nennen sich

Offenbarung, Exodus und Genese  und Rache.

Jetzt werden einige erschrocken zusammenzucken und denken es handelt sich hier um einen biblischen Film mit viel Gottgelaber und Metaphern. Sicherlich spielt Religion in diesem Film eine Rolle, aber nur eine insgesamt eher untergeordnete.

Hauptsächlich geht es darum zu zeigen, wie die Frauen zu dieser Zeit behandelt wurden und nahezu keine Rechte hatten und entweder von ihren Männern geschlagen wurden oder als Nutten in einem Bordell endeten. Das ist zwar etwas dick aufgetragen, aber in vielen Fällen war das eben so.

In allen 4 Kapiteln spielen die Charaktere der Liz und des Referent die Haupttrolle. Es dauert ein wenig bis man erkennt, das die Geschichten zusammengehören, aber nicht in der zeitlichen Reihenfolge erzählt werden (da kennt Pearce sich ja seit Memento aus).Normalerweise ein Stilmittel, welches mir nicht unbedingt zusagt, das aber hier hervorragend umgesetzt wurde.

Ich habe auf meiner Seite bei einem einzigem Film noch nie so viele Genre markiert, aber BRIMSTONE bietet wirklich sowohl Drama, Mystery, Thriller als auch Horrorelemente. Sehr gut passt hierzu, dass der Streifen, gerade in den dunklen Szenen, fantastisch ausgeleuchtet wurde.

Weder Dakota Fanning (ging mir früher auf den Nerv, weil sie in jedem Film mitspielte, in dem man ein 8-13 jähriges Mädchen zu besetzen hatte), als auch Guy Pearce (teilweise grottenschlechte Filmauswahl) sind besondere Favoriten von mir, spielen aber hervorragend. Insbesondere der normal eher smarte Pearce hat sichtlich Spaß an der Rolle des dämonischen Referents.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Genre-Misch-Masch der aber erstaunlich gut funktioniert und das sagt jemand, der Geschichten, die in anderen Jahrhunderten spielen, eigentlich grundsätzlich erst gar nicht schaut. Daher eine klare Empfehlung von meiner Seite. Die FSK Freigabe ist fast grenzwertig…eine 18er Einstufung hätte ich auch verstanden, denn der Streifen hat schon üble Szenen.

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DER KURIER (Ascot/Alive)

am 07. Juni 2018 unter Thriller abgelegt

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Sean Haggerty braucht dringend Kohle, denn seine Frau leidet an einer Krankheit und muss dringend operiert werden. Um das finanzieren zu können, fliegt er als ausgebildeter Pilot, Aufträge für ein Drogenkartell, erzählt seiner Gattin aber das er legale Dinge tut. Bei einem Flug tritt plötzlich eine Ungereimtheit ein und er soll mittendrin den Landepunkt wechseln,. Das kommt ihm komisch vor. Und dann schaltet sich auch noch ein Mann von Geheimdienst ein, und er weiß nicht wem er noch trauen kann.

Das hat man sich schlau ausgedacht, zumal das offensichtliche Vorbild ja hervorragend funktioniert hat, denn BURIED war etwa die gleiche Situation, dass jemand in einem engen Raum sitzt und nichts hat, außer einem Telefon und Entscheidungen treffen muss, die sein Leben beeinflussen.

Leider aber hat der Regisseur dabei übersehen, dass man doch ein paar Spannungsmomente und vor allem Wendungen einbauen muss, denn sonst wird das ganze ziemlich langweilig und während dies bei BURIED der Fall war und ständig etwas Überraschendes passierte, plätschert DER KURIER so vor sich hin und kommt nicht in die Gänge.

Gut, für Herrn Radcliffe war das schnell verdientes Geld, denn die Dreharbeiten für diesen Möchtegern-Thriller dauerten nicht besonders lange.

Wahrscheinlich fiel sogar der größte Teil des Budgets an den Hauptdarsteller. Dieser hat in letzter Zeit einige Rollen angenommen, die ich nicht verstanden habe und die sein durchaus vorhandenes schauspielerisches Potenzial, das ihm kaum einer zutraute nach den Harry Potter Filmen, doch ein wenig beleidigt.

Fazit: Drehbücher vorher lesen macht manchmal Sinn Herr Potter.

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