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Archiv der Kategorie 'Thriller'

DER NEBELMANN (Koch Media)

am 20. September 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Bereits vor einigen Jahrzehnten ging in einem kleinen Dorf in den Alpen ein Kindesentführer um, auch wenn das von offizieller Seite niemand bestätigen wollte. Dann verschwindet plötzlich wieder ein Mädchen und man stellt sich die Frage, ob es es sich um den gleichen Täter handelt. Der selbstverliebte und pressegeile Star-Ermittler Vogels wird mit dem Fall beauftragt und stößt auf eine gläubige Gemeinschaft und einer Mauer des Schweigens. Dann entdeckt er auf einem Video eines Freundes der Entführten, immer wieder einen weißen Jeep, der einem Lehrer gehört. Ohne große Beweise zu haben, das dieser Wagen etwas mit dem Verbrechen zu tun hat, spielt er diese Aufnahmen der Presse zu und es beginnt eine Hetzjagd auf den Pädagogen und das Dorf wendet sich komplett von ihm ab.

DER NEBELMANN hat ein Problem – und das ist seine Länge. Auf satte 130 Minuten kommt der Streifen, dessen Geschichte aber so eine Dauer eigentlich nicht hergibt und der Film daher partiell sehr dialoglastig ausfällt.

Das hört sich aber negativer an, als es eigentlich ist, denn gegen Ende gibt es sage und schreibe 3 Wendungen, die zwar nicht zwingend logisch, aber allesamt überraschend daherkommen. Insbesondere die Schlusspointe ist originell.

Jean Reno ist zwar dick auf dem Cover abgebildet, hat aber eine eher kleinere Rolle und spielt den Psychiater, der Vogels verhört, nachdem dieser einen Autounfall hatte. Dies ist eigentlich das Ende der Geschichte. Von da an wird immer wieder mit zahlreichen Zeitsprüngen gearbeitet, was meiner Meinung nach dem Film einfach zu viel Tempo nimmt. Ich denke eine stringente Abfolge hätte dem Streifen besser getan.

Auch Toni Servillo spielt die Rolle des selbstverliebten Ermittlers ansprechend. Überhaupt kann man gegen den Cast nichts einwenden. Auch die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache gut und der Streifen wirkt insgesamt auch sehr homogen.

In den Extras quasselt der Drehbuchautor ohne Luft zu holen – wäre der Streifen in dem gleichen Tempo gedreht, ginge hier richtig die Post ab. Zudem scheint er auch ein wenig selbstverliebt zu sein – wie sein erdachter Ermittler.

In einer Nebenrolle ist übrigens Greta Scacchi zu sehen, von der mir schon ewig kein Film mehr aufgefallen ist. Das war die Darstellerin, die die Rolle in Basic Instinct ablehnte und Sharon Stone damit zu Weltruhm verhalf.

Unter dem Strich eine Mischung aus Drama und Thriller, bei dem einen nur die Laufzeit ein wenig zu schaffen macht. Für die Charakterzeichnung nimmt man sich sehr viel Zeit – manchmal zu viel. Die Schlusswendungen und die letzten 30 Minuten an sich, entschädigen aber für den ein oder anderen Leerlauf.

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GRINGO (Universum Film)

am 20. September 2018 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Harold Soyinka ging es blendend, als er morgens zur Arbeit aufbrach, doch dann kommt es knüppeldick. Erst erfährt er, das er faktisch pleite ist, danach scheint sich anzudeuten, dass die Firma verkauft werden soll und er seinen Job verliert und dann stellt er auch noch fest, das seine Frau fremdgeht – und das über Skype. Also übernimmt Harold die Initiative und täuscht eine Entführung vor, denn für gewisse Leute kann der gute durchaus gefährlich werden, denn er hat seit Jahren im Rahmen der Firmentätigkeit mit einem mexikanischen Drogendealer zusammengearbeitet – selbstverständlich ohne das zu wissen. Dieser benötigt aber ebenfalls seine Dienste und hält ihr für den Chef des Unternehmens. Und dann hetzt ihm sein wirklicher Boss auch noch seinen Bruder auf die Pelle, einen ehemaligen Söldner. So wird er plötzlich von der halben Welt gejagt – ohne genau zu wissen warum.

Diese Ausgangslage führt dann zu recht unterhaltsamen Abschnitten, in denen David Oyelowo als harmloser und hilfloser Angestellter, durchaus komödiantisches Talent beweist, obwohl er in der Vergangenheit doch eher anspruchsvolle Filme drehte. (NINA oder SELMA seien hier erwähnt)

Auch der Rest des Castes ist wahrlich hochkarätig. Charlize Theron, Joel Edgerton, Amanda Seyfried und einige andere mehr, tauchen hier teilweise sogar nur in kleineren Rollen auf.

Das Drehbuch ist fein ausgeklügelt, denn die ständig vorhandenen Wendungen sind nur schwer zu erahnen und gerade gegen Ende wird es dann komplett chaotisch, wobei das Wort in diese Fall positiv gemeint ist.

Allerdings dauert es ein wenig bis der Streifen in die Gänge kommt und man auch die Geschichte durchschaut. Zudem ist es gar nicht so einfach GRINGO einem Genre zuzuordnen. Actionkomödie triffts wohl am ehesten, wobei auch durchaus Thrillerelemente vorhanden sind.

Der Film ist an manchen Stellen überraschend brutal. Das fällt einem im ersten Moment gar nicht so sehr auf, doch wenn man mal genauer drüber nachdenkt, gibt es schon einige Szenen (Stichwort Kopfschuss oder großer Fußzeh) die nicht ohne sind. Von daher geht die FSK-Freigabe 16 auch durchaus in Ordnung.

Leider nimmt der Trailer in diesem Fall wieder zu viel vorweg und nahezu alle guten Szenen sind da bereits vorhanden. Ein Phänomen, das sich insbesondere bei Horrorstreifen oft beobachten lässt und da frage ich mich schon, wer so etwas zusammenschneidet.

Ich habe diesen erst im Nachhinein gehen und konnte ohne vorgefertigte Meinung oder Wissen an GRINGO herangehen und bin insgesamt positiv überrascht, denn insbesondere gegen Ende ist das Drehbuch, wie bereits oben kurz erwähnt, extrem pfiffig.

Sehen aber nicht alle so, denn die Durchschnittsbewertungen im Internet sind nicht besonders gut, was ich nicht verstehen kann. Ich fand GRINGO sehr unterhaltsam.

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FREDDY /EDDY (Eurovideo)

am 11. September 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Der Maler Freddy hat ein ziemliches Problem. Denn seine Frau hat ihn angeklagt, weil er sie schwer verletzt hat. Als er sie mit einem anderen im Bett entdeckte, brannten bei ihm die Sicherungen durch. Sie erhält das Sorgerecht und er darf sein Kind nur alle 2 Wochen sehen. Doch das hat noch andere Folgen. Viele Freunde wenden sich von ihm ab und auch die Nachbarn wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben, obwohl er immer noch behauptet, nichts mit der Tat zu tun zu haben. Lediglich Paula und Mizi, die neu im Haus gegenüber einziehen, sind ein Lichtblick in Freddys Leben, denn er freundet sich mit beiden an. Doch dann taucht sein früherer Freund Eddy wieder auf. Ein imaginärer Kumpel, den er als Kind immer mit sich trug und der aussieht wie er selbst. Freddy ist sich jedoch sicher, das hier ein Mensch aus Fleisch und Blut existiert und es keine Wahnvorstellung ist, doch keiner glaubt ihm. Dreht er nun total durch und ist Eddy, nur ein Hirngespinst oder doch eine reale Person, die sich in sein Leben einmischt ?

Mit einem Budget von sage und schreibe 75.000 EURO hat die Regisseurin Tini Tüllmann (es handelt sich hierbei um eine Frau – selbst in Pressetexten steht hier desöfteren Regisseur!) einen spannenden kleinen Thriller inszeniert, der bis in die kleinsten Nebenrollen prominent besetzt ist.

Hier wirken neben den Hautdarstellern Felix Schaefer und Jessica Schwarz so bekannte Namen wie Robert Stadlober, Burghardt Klaußner und sogar der Anführer der „roten Bänder“ Tim Oliver Schulz, in teilweise winzigen Nebenrollen mit. Das war natürlich nur möglich, weil diese alle auf ihre normale Gage verzichteten.

Auch der Streifen selbst hat überhaupt keinen Low Budget Look und sieht wirklich auch aus, wie eine hochprofessionelle Kinoproduktion.

Die ersten 60 Minuten weiß man natürlich nicht, was Sache ist. Gibt es Eddy wirklich oder hat Freddy sich diesen nur erschaffen, um unter einen anderen Ich seine dominante Seite auszuleben? Danach wird der Film insgesamt ein wenig konventioneller was schade, aber eigentlich auch nicht vermeidbar ist. Das Ende wiederum ergattert einen Pluspunkt.

Wenn man mal wieder sagt, das es ohne Budget in Deutschland nicht möglich ist einen guten Film zu drehen, kann man FREDDY/EDDY als Paradebeispiel gegen diese These anführen. Sicher bekommt nicht jede/r Regisseur/in so gute Schauspieler für Umme, aber im Endeffekt ist es doch die Umsetzung und die Geschichte, die den Streifen zu einem kleinen Geheimtipp werden lässt.

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THE ENDLESS (Meteor/Alive)

am 11. September 2018 unter Drama, SciFi, Suspense, Thriller abgelegt

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Zehn Jahre sind vergangen, seit die Brüder Aaron und Justin den Klauen des religiösen Kults entkommen sind, in dem sie einst aufwuchsen. Doch nun taucht plötzlich ein Videoband auf, durch das die Vergangenheit wieder allgegenwärtig ist. Aaron war damals noch klein und sein Bruder erzählte ihm all die Jahre, dass er ihn aus der Sekte befreit hätte ,die seiner Meinung nach einen kollektiven Selbstmord plante. Trotzdem kann ihn Aaron überreden, der Gemeinschaft einen Besuch abzustatten. Man wird auch erstaunlich freundlich aufgenommen. Zudem scheint es den Mitgliedern gut zu gehen, denn sie wirken gesund und sind kaum gealtert. Doch irgend etwas stimmt nicht, denn wieso fliegen Vögel in merkwürdigen Formationen und man sieht bis zu 3 Monde am Abend? Als das Brüderpaar der Wahrheit auf die Spur kommt, ist diese bitter für alle Beteiligten.

Auch THE ENDLESS ist kein einfacher Film, doch handelt es sich hier explizit nicht um Kunstkino, sondern einen Thriller mit künstlerischem Touch, was bedeutet, das auch der Normalbürger wie ich diesen schauen kann, ohne gleich Roger Ebert zu sein.

Leichte Kost ist THE ENDLESS aber keineswegs, denn auch nach 2-maliger Sichtung des Streifens habe ich noch immer nicht alles verstanden. Ich versuche hier auch bewusst relativ wenig zu verraten – man sollte den Film einfach selbst schauen und ihn auf sich wirken lassen. Einen Referenzfilm hierfür zu finden, ist dabei äußerst schwer, denn THE ENDLESS ist dafür einfach zu speziell.

Auf vielen Seiten wird er aber gut bewertet und auch der Schnitt auf imdb von 7,2 deutet daraufhin, dass auch andere diesen Film mögen, der, das muss man allerdings schon anmerken, sehr langsam beginnt und erst nach einer Weile Fahrt aufnimmt, weil man auch versucht, die damalige Flicht des Brüderpaars herauszuarbeiten.

Selbst die Zuordnung des Genre fällt hier schwer. Ein wenig Sozialdrama, Science Fiction, Thriller – von allem ist etwas dabei.

Fazit: Sicher nicht für jedermann ,ist dieser Streifen mit einigen Preisen ausgezeichnet worden und dies nicht ganz zu Unrecht. Man bekommt zwar keine leichte Kost geboten, doch insbesondere der letzte Abschnitt und einige Ideen sind herausragend, obwohl auch hier nicht viel Budget zur Verfügung stand. Wer allerdings alles erklärt haben möchte, wird enttäuscht werden.

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REVENGE (Koch Media)

am 30. August 2018 unter Horror, Suspense, Thriller abgelegt

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Die atemberaubende Jen genießt ein luxuriös-romantisches Wochenende in der Villa ihres reichen Lovers Richard , als dessen Geschäftsfreunde zu einem unangekündigten Jagdausflug auftauchen. Im Verlauf einer lockeren Party steigert sich die Spannung unter den Anwesenden ins Unermessliche und entlädt sich in der brutalen Vergewaltigung Jens. Um den Vorfall zu vertuschen, wird sie von Richard eine Klippe in den sicheren Tod hinuntergestoßen. Doch unglücklicherweise für die Männer hat Jen den mörderischen Sturz überlebt – schwer verletzt und aufgespießt von einem Baum. Das vermeintliche Freiwild rettet sich blutüberströmt in die Wüste, versorgt ihre Wunden und macht sich nun selbst unerbittlich auf die Jagd nach ihren Peinigern, mit nur einem Ziel: Rache!

So weit der wirklich gelungene Pressetext. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man es schafft, aus einer praktisch nicht vorhandenen Geschichte, eine so lange Zusammenfassung zu pressen – das hätte ich niemals hinbekommen.

Daher fangen wir auch gleich mit den negativen Dingen an. Wie man einen Sturz aus gefühlten 80 Metern überleben kann und das auch noch aufgespießt von einem Baumstumpf, ist schon reichlich weit hergeholt und Madame ist anscheinend ein anatomisches Wunder. Das hätte man nun wirklich auch logischer präsentieren können. Wie sie die Wunde heilt, schlägt dann dem Fass den Boden aus.

Aber o.k. Es handelt sich hier um einen klassischen REVENGE Film, da muss man über solche Sachen wohl hinwegsehen, zumal der Film wirklich auch einige Stärken zu bieten hat.

Dem Mädel gelingt die Wandlung von der kleinen dummen Blondine zum Racheengel durchaus überzeugend. Regisseurin Coralie Fargeat , die eher aussieht, als würde sie lustige Familienkomödien drehen, lässt ihr dabei auch Platz für Improvisation.

Was die eben erwähnte Dame aber visuell aus ihrem Spielfilmdebüt herauszaubert, ist aller Ehren wert. Im 5 Minuten-Takt streut sie optische Highlights ein, die ich in einem Film aus diesem Genre noch nie gesehen habe und die ein wenig an STAY erinnern. Ich nenne da nur mal Mond, Ameise oder Apfel als Beispiel. Zudem ist alles sehr farbenprächtig inszeniert.

Das wird den Freund von viel Blut wenig beeindrucken, denn der will lieber viele rote Flüssigkeit sehen und bekommt diese auch reichlich geboten. Besonders der Showdown ist doch recht drastisch inszeniert.

Wer also REVENGE als Metzelfilm mit öder Story aburteilt, liegt in meinen Augen falsch. Der Streifen ist durchgehend spannend und man leidet mit der Protagonistin und im Zusammenspiel mit den bereits erwähnten visuellen Spielereien, ergibt sich daraus ein positives Gesamtbild.

Fazit: Die guten Kritiken sind durchaus berechtigt, denn REVENGE ist mehr als ein tumbes Gemetzel, ordentlich besetzt und wird nie langweilig, Über einige doch recht unlogische Szenen muss man in diesem Fall hinwegsehen, die durch grandiose Ideen im visuellen Bereich auch kompensiert werden.

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DEATH WISH (Universum Film)

am 30. August 2018 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

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Der Chirurg Dr. Paul Kersey ist Notarzt in Chicago und mit viel Leid vertraut. Eines Tages widerfährt es ihm aber selbst, denn seine Frau und die Tochter werden von Vermummten angegriffen und schwer verletzt. Während der Nachwuchs noch mit dem Leben ringt und im Koma liegt, stirbt die Gattin an ihren Verletzungen. Als die Polizei auch nach Wochen noch keinen Schritt weiter ist, bricht in Kersey eine Bombe los. Er besorgt sich eine Waffe, lernt schießen und streift nachts durch die Straßen und erledigt Räuber, Mörder und anderes Gesindel. Dann wird jedoch ein Video gefunden auf dem er zu sehen ist – wenn auch nur von hinten und er droht aufzufliegen, zumal es in den sozialen Medien rauf und runter gespielt wird. Doch bevor er nicht alle Mörder seiner Frau erledigt hat, wird er nicht aufhören.

Natürlich erzähle ich hier niemandem, der sich auch nur rudimentär mit Filmen auskennt etwas Neues, dass das Ganze ein Remake des Charles Bronson Filmes aus dem Jahre 1974 ist, bei dem allerdings einige Dinge geändert wurden.

Nachdem Bruce Willis irgendwann meinte, seinen Ruf zerstören zu müssen und in einem unnötigen Streifen nach dem anderen mitzuwirken, hat er jetzt mal wieder einen gescheiten Film abgeliefert, was bei dem Regisseur zudem sehr bemerkenswert ist, denn Eli Roth gehört für mich zu den überbewertesten seiner Zunft.

Um so mehr überrascht, das DEATH WISH nicht als Dauergeballer daherkommt, sondern erstaunlich viel Wert auf Charakterzeichnung legt, was in seinen vorherigen filmischen Gurken nun wirklich nicht seine Stärke war.

Insbesondere die Figur von Willis ist sehr gut ausgearbeitet und dieser hat natürlich auch die schauspielerischen Möglichkeiten, sowohl die ernste, als auch die Rolle des Rächers glaubwürdig zu spielen..

Daher kommt der Streifen erstaunlich subtil daher und es dauert auch einige Zeit bis er mal richtig in Fahrt kommt.

Insgesamt gibt es auch deutlich weniger Actioneinlagen, als man bei einem Remake des ultimativen Rächerfilms erwarten durfte, was dann natürlich auch wieder einigen nicht in den Kram passt. Allen kann man es eben nie Recht machen.

Ich muss sagen, das ich bei dem Regisseur über das Resultat überrascht bin Natürlich wird hier nichts umwerfend Neues erzählt, denn rächende Familienväter sind nunmal ein alter Hut. Trotzdem bietet der Streifen 100 Minuten spannende Unterhaltung mit einem sehr gut aufgelegten Willis, der sich anscheinend langsam mal wieder die Drehbücher vorher durchliest.

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24 STUNDEN IN SEINER GEWALT (Koch Media)

am 22. August 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Nachdem ihm seine Anwältin zur bewaffneten Flucht aus dem Knast verholfen hat, nimmt Schwerverbrecher Michael Bosworth mit seinen Komplizen das Haus von Familie Cornell ein. Mit dem Ehepaar und den beiden Kindern als Geiseln, glauben die Herrschaften dem Gefängnis zu entgehen. In der extrem angespannten Lage verschlechtert sich allerdings das Verhältnis der Gangster untereinander immer mehr, während die Familie, die eigentlich zerrüttet ist, stärker zusammenwächst. Als das FBI den Geiselnehmern langsam auf die Spur kommt, dreht Bosworth völlig durch und es scheint nur eine Frage der Zeit bis es Tote gibt.

Der Film war damals nicht gerade ein Erfolg an den Kinokassen und gilt so ein wenig als die Einleitung des Abstieges von Mickey Rourke, der dafür auch die Goldene Himbeere bekam, was ich merkwürdigerweise nicht nachvollziehen kann. Ich bin nun wahrlich kein Fan des Mannes ,der meiner Meinung nach schauspielerisch immer überbewertet war, aber gerade hier liefert er eine gute Leistung ab, noch dazu wo er einen Gegenspieler wie Anthony Hopkins hat.

Der Film ist ein Remake des Bogart Streifens „An einem Tag wie jeder andere“ und ich frage mich, wie man von DESPERATE HOURS (Original) auf so einen beknackten Titel wie 24 STUNDEN IN SEINER GEWALT umschwenken kann, was nicht einmal stimmt, da es nämlich 1 ½ Tage sind. Wer denkt sich so etwas aus?

Der Film ist außergewöhnlich gut besetzt, denn neben den oben erwähnten sind auch Elias Koteas und Mimi Rogers dabei und als Regisseur hatte man mit Michael Cimino einen am Start der schon 2 Kultfilme auf seiner Habenliste stehen hatte (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN und HEAVENS GATE), wobei letzterer erst Jahre später entsprechend gewürdigt wurde.

Heute sind solche Houseterrorfilme nichts besonderes mehr. Dass ganze hat sich ja mittlerweile zu einem eigenen Sub-Genre entwickelt, das allerdings eher im Horrorbereich angesiedelt ist.

Hier bekommt man einen durchaus ansprechenden Film geboten, der die Zeit recht gut überstanden hat. Die Restauration is,t wie immer bei Koch, sehr gut, aber das braucht man ja fast nicht mehr erwähnen. Genial finde ich die Synchronstimme von Rourke, die den Charakter den er hier spielt, perfekt untermauert.

OPEN THE DOOR (Tiberius)

am 08. August 2018 unter Horror, Suspense, Thriller abgelegt

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Der ehemalige LAPD Cop Brett arbeitet seit kurzem als Security Chef in einem alten historischen Gebäude in Bulgarien. Dort zog es ihn hin, als er seine Frau kennenlernte, die aber verstarb. Das gesamte Haus scheint bis auf den obersten Stock unbewohnt zu sein. Unten im Keller hat er lediglich die Aufgabe auf den Monitoren die Lagerräume zu überwachen und bei etwas ungewöhnlichem eine bestimmte Nummer zu wählen. Ein lockerer Job, wie sich herausstellt, denn viel passiert nicht. Dann sieht er auf einmal einen Schatten durchs Bild huschen. Ein paar Tage später entdeckt er Fußspuren. Langsam wird er neugierig was sich in den riesigen Kellerräumen verbirgt.

Ein Film mit Robert Englund deutet normalerweise immer daraufhin, dass wir es hier mit Schrott zu tun haben, den ich kann mich an keine 3 guten Filme erinnern, außer den Nightmare Teilen, in denen er mitspielte.

OPEN THE DOOR hingegen ist einer seiner besten, denn der Film schafft es, mit sehr wenigen Mitteln eine hervorragende Spannung aufzubauen. Englunds Charakter ist (man möchte sagen wie immer) etwas morbide, wird von ihm aber glücklicherweise nicht übertrieben dargestellt.

Der Streifen schafft es, das man als Zuschauer wirklich mit der Zeit neugierig wird, was denn jetzt in diesem verdammten Keller lauert.

Die Auflösung mit dem Herren im Bett (mehr kann ich leider aus Spoilergründen nicht verraten), ist zudem äußerst originell und hat einen leichten Fantasy-Touch, der aber nur angedeutet wird.

Im letzten Teil gerät OPEN THE DOOR ein wenig konservativ und orientiert sich dann doch stark an Filmen wie INSIDIOUS, denn dann kommen wieder die Toten ins Siel. Das hätte etwas origineller ausfallen können. Auch die Romanze mit der Kellnerin erschließt sich mir nicht, denn sie hat eigentlich keine Auswirkungen auf das Geschehen.

Sehr ansprechend dann die Abschluss-Szenen mit den Gesichtern am Fenster, das hat man toll eingefangen.

Fazit. Durchaus spannender und gar nicht mal dummer Horrorstreifen, der eine ganz nette Geschichte zu bieten hat. Die Schauspieler sind solide, die Kameraführung gefällt. Sehr brutal ist er nicht, so dass die FSK 16 Freigabe in Ordnung geht.

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DONT MOVE (Tiberius)

am 08. August 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Ein Campingtrip mitten im Paradies wird zu einem ziemlichen Alptraum… Adam und seine Frau Gwyn wandern durch die Wälder Australiens. Ein Trip, um wieder zueinander zu finden, denn aufgrund dessen, das er sehr viel herumreist, ist sie sehr oft alleine. Das hat auch dazu geführt, das sie eine Affäre hatte, die sie mit diesem Urlaube beenden will.. In der Nacht stellen sie erschrocken fest, dass eine Schlange in ihr Zelt gekrochen ist. Jede Bewegung könnte nun ihre letzte sein, denn ein Biss des giftigen Tieres endet tödlich. Problem ist: Sie haben nur eine einzige Dosis des lebensrettenden Gegenmittels bei sich. Wehrlos und gefangen in ihrem Zelt sind die beiden völlig auf sich allein gestellt. In dieser ausweglosen Situation stößt Adam zufällig auf Nachrichten von Gwyns Affäre…

Zuerst einmal handelt es sich hierbei um einen Thriller und nicht um einen Horrorfilm, wie das Cover vermuten lässt. Gemischt mit Versatzstücken des Dramas.

Eigentlich ist die Handlung recht unspektakulär. Interessant wird es eben im Zelt. Was ist wenn man von einer schwarzen Mamba eingezingelt ist und gerade erfahren hat das die Gattin einen Lover hat. Versucht man alles um sie zu retten oder ist man sich selbst der Nächste?

Diese Konstellation ist durchaus interessant, insgesamt für einen Spielfilm aber etwas zu wenig, denn trotz der recht knackigen Laufzeit ist es eben schwer, die an sich seltsame Lage so lange auszureizen.

Das hat die Regisseurin auch erkannt und fährt deshalb ein paar Trick auf in Sachen Kameraführung. Zum Beispiel die Idee das Zelt auf dem Kopf zu zeigen und immer wieder zur nächsten Szene zu schwenken ist klasse und hab ich so noch nie gesehen. Aber auch in anderen Situationen ist die Kameraführung eigentlich das Highlight des Streifens.

Insgesamt ist das durchaus ein solider Film der in der Mitte etwas durchhängt und auch die ein oder andere unlogische Stelle hat (wies löscht man nicht einfach Nachrichten des Liebhabers?). Zu Gute halte ich ihm, das er keine mutierten Monster oder sonstige Viecher auffährt, sonder einfach nur die Gefahren der Natur sprechen lässt. Das Ende ist leider etwas weit hergeholt.

Natürlich erfindet DONT MOVE das Genre nicht neu, für einen spannenden Abend jedoch ist er vollkommen ausreichend. Zudem halte ich die Regisseurin für talentiert.

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ALLES GELD DER WELT (Universum Film)

am 02. August 2018 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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1973 wird der 16-jährige Paul, Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten J. Paul Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper verlangen läppische 17 Millionen Dollar Lösegeld, doch Opa denkt nicht im Traum daran dieses zu bezahlen. Der moderne Dagobert Duck und Griesgram hält das Ganze für eine Inszenierung und fürchtet Nachahmer – schließlich hat er 13 weitere Enkel und wäre danach (wenn er jedes Mal zahlen würde) pleite. Nur Pauls verzweifelte Mutter Gail kämpft weiter um das Leben ihres Sohnes. Unermüdlich versucht sie, den alten Getty umzustimmen und verbündet sich schließlich mit dem Sicherheitsberater, dem Ex-CIA Mann Fletcher Chase. Dieser steht eigentlich auf der Gehaltsliste von Getty, doch dessen Verhalten widert ihn an und so versucht er seine Kontakte spielen zu lassen ….Den beiden bleibt aber nur noch wenig Zeit, bis das Ultimatum abläuft – und ein Ohr fehlt dem Jungen bereits….

Anscheinend war es jedem außer mir bekannt, dass der Film schon fertig gedreht war und dann die Szenen mit Christopher Plummer komplett nochmal eingespielt wurden, da dessen Rolle mit Kevin Spacey besetzt war, der aber nach seinen Skandalen (die ich persönlich aber völlig überbewertet finde und nicht rechtfertigen den Mann dermaßen niederzumachen) nicht mehr Ridley Scotts Vertrauen besaß, bzw. man fürchtete, dass der Film an den Kinokassen abschmiert.

Obwohl Spacey eigentlich eh viel zu jung war, hat man diesbezüglich mit Christopher Plummer, der Zeit seines Lebens für meine Begriffe als einer der unterschätztesten Schauspieler in die Filmgeschichte eingehen wird, die perfekte Besetzung gefunden.

Allerdings (und dafür habe ich Zeugen^^), war mein erster Eindruck nach dem Film, dass er dramaturgisch doch merkwürdig daherkommt und zusätzlich einen mauen Spannungsbogen hat. Alles wirkt irgendwie zusammengestückelt und passt nicht zur bekannten Professionalität des Regisseurs. Aber die Erklärung woran das liegt, habe ich ja jetzt hierfür bekommen.

Zwar wird der Streifen im zweiten Abschnitt deutlich besser, bis dahin zieht sich das Ganze aber ganz schön in die Länge und Mark Wahlberg finde ich irgendwie fehlbesetzt, ohne dass dies an seiner schauspielerischen Leistung läge, aber irgendwie kaufe ich ihm das Ganze nicht ab.

Auch hier wird wieder behauptet, das sich das Gezeigte ganz nahe an den tatsächlichen Ereignissen des Jahres 1973 bewegt, was ich in manchen Punkten aber nur bedingt glauben kann, weil mir viele Dinge recht unglaubwürdig erscheinen (würde zu vielen Spoilern führen).

Wer sich für die Geschichte interessiert, kann das ganze bei Wikipedia nachlesen, da gibt es einen sehr interessanten Bericht.

Eine echte Entdeckung in diesem Streifen ist Charlie Plummer, der mit seinem nuancierten Spiel und den Kulleraugen alle aussticht und, so weit mir bekannt, nicht mit Christopher verwandt ist.

So bleibt unter den Strich ein grundsolides Entführungsdrama. Aber man hat von Scott schon besseres gesehen. Die Oscar-Nominierung für den mittlerweile 88-jährigen Christopher Plummer halte ich allerdings für vollkommen gerechtfertigt – nicht nur weil er die Rolle perfekt verkörpert, sondern weil er auch innerhalb weniger Wochen die ganzen Nachdrehs schaffte – und das in diesem Alter.

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