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Archiv der Kategorie 'Thriller'

BAD SAMARITAN (Atlantis Film/Alive)

am 01. November 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Sean und Derek haben eine nette neue Geldquelle entdeckt: Der Eine parkt die schicken Autos der Gäste von Nino‘s Restaurant, der andere bricht während die Herrschaften dinieren, in die leeren Häuser ein. Klappt alles gut. Bis Sean in einem der luxuriösen Häuser eine junge Frau entdeckt, die in einem Raum eingesperrt und angekettet ist. Er versucht diese zu befreien, doch ihm fehlen dazu die richtigen Mittel und der Hausherr naht auch schon. In Panik flüchtet Sean, hinterlässt jedoch Spuren. Die Polizei hört sich seine Geschichte mit großer Skepsis an: Schließlich ist er vorbestraft und Cale, der Hausbesitzer ein wohlhabender, vorbildlicher Bürger der Stadt. Und er ist auch schlau, denn er kommt Sean auf die Schliche und dreht den Spieß um.

Juchhu, es gibt sie doch noch – Geschichten, die noch nicht durchgenudelt sind, sondern noch eine gewisse Eigenständigkeit mitbringen, so wie es BAD SAMARITAN aufzeigt.

Grundsätzlich ist der „Job“ den die beiden durchführen schon mal ein interessantes Geschäftsmodell, dass sich viele nach Sichtung des Streifens sicherlich auch mal durch den Kopf gehen lassen. Das man in einem Haus landet, das von einem Irren bewohnt wird, ist ja doch eher selten.

Auch wenn es etwas nervt, das die Polizei Menschen, die vorbestraft sind nie glaubt, sind die Handlungsweisen des Protagonisten alle nachvollziehbar. Nachdem er das Mädchen zurücklassen musste, versucht er eben alle legalen Mittel auszuschöpfen um ihr zu helfen. Als das nicht klappt, greift er zu anderen Maßnahmen.

Richtig garstig wird es aber eben, als Cale das ganze entdeckt und mithilfe seines Einflusses und Geldes Stück für Stück Seans Leben zerstört. Das ist spannend und vor allem wirklich originell geschildert.

Überhaupt hat der Streifen recht viele einfallsreiche Stellen. Alleine schon die Szene in der Sean dem Computer photographieren will und während des Blitzes das Mädchen in der Ecke angebunden sitzen sieht, ist wirklich cool gemacht. Solche hat der Streifen einige zu bieten, da würde ich aber jetzt zu viel spoilern.

Schade, das der Showdown dann ein wenig arg konventionell gerät, während man den Rest nicht wirklich mit diesem Wort beschreiben kann. Da wäre noch etwas mehr drin gewesen.

Fazit: Ich kenne das Budget dieses Streifens nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass es riesig war, weil bis auf eine Explosion eigentlich alles nur von der spannenden Konstellation lebt und es hier weder Effekte noch große Action-Szenen gibt. Ein kleiner Geheimtipp.

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DER AUGENZEUGE (Koch Media)

am 23. Oktober 2018 unter Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Der Vietnamveteran Daryll arbeitet mittlerweile als Hausmeister in einem New Yorker Bürohochhaus. Eines Tages stolpert er bei einem Rundgang im Gebäude über die Leiche seines Chefs, einen asiatischen, eher zwielichtigen Geschäftsmann. Als eine Fernsehreporterin, in die er verliebt ist, sich für den Fall beginnt zu interessieren, gibt er vor mehr zu wissen, als es eigentlich der Fall ist. Ohne es zu ahnen, bringt er sich und die Dame in höchste Gefahr, denn der Mord hatte einen schwerwiegenden Hintergrund.

DER AUGENZEUGE stammt bereits aus dem Jahre 1980 und hat, für diejenigen, die ihn nicht kennen, eine geradezu unfassbare Besetzung an Bord. Sigourney Weaver, William Hurt, James Woods, Morgan Freeman – das ist mal ein Cast, wobei die letzteren beiden eigentlich erst später richtig bekannt wurden.

Der Film hat die Zeit ganz ordentlich überstanden und auch die Dialoge sind ok, die in vielen Werken aus dieser Zeit heute nur noch bescheuert wirken. Über die Qualität der Hauptdarsteller gibt es eh keine Zweifel.

Das Bild ist auf gutem DVD-Niveau. Insgesamt kommt es auf meinem Plasma TV farblich sehr ordentlich rüber, vor allem in den dunklen Szenen, die bei Filmen, die schon so alt sind meistens miserabel sind – hier kann man nichts negatives sagen. Ab und an sind kleine Blitzer zu sehen, die aber verschmerzbar sind.

So bekommt man den Streifen wohl in fast bestmöglicher Qualität geboten, was natürlich immer davon abhängig ist, wie gut das Ausgangsmaterial war. Liebhaber des Films können zugreifen, sollte der Preis erschwinglich sein.

SUMMER OF 84 (Pandastorm/Edel Germany)

am 16. Oktober 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Vier Freunde schlagen die Zeit zwischen Baumhaus, Bowlingbahn und BMX-Fahrten tot – was soll auch schon in so einem öden Vorort groß passieren? Doch dann fällt Hobby-Verschwörungstheoretiker Davey auf, das in letzter Zeit in der Nähe viele Kinder verschwunden sind. Er verdächtigt ausgerechnet seinen Nachbarn Wayne Mackey, denn wieso kauft er so viel Erde und Gartengeräte wie Hacke und Schaufel? Seine Freunde glauben ihm erst nicht, denn er kommt eigentlich jede Woche mit merkwürdigen Theorien, doch sie helfen ihm trotzdem bei der Überwachung des Polizisten. Nach und nach verdichtet sich tatsächlich die These, dass der Nachbar der Mörder sein könnte, doch wer wird den Jungs glauben? Ihre angeblichen Beweise sind alles nur Indizien….

Wie der Titel bereits suggeriert, spielt der wirklich unterhaltsame Thriller im Jahre 1984 und ist insgesamt vor allem sehr schön gestaltet. Der Hauptdarsteller ist zum „damaligen Zeitpunkt“ übrigens genauso alt wie ich. So kann ich auch ganz gut beurteilen, dass der Streifen viel Liebe zum Detail mitbringt.

Ich versuche bei Filmen, die in diesem Jahrzehnt spielen, aber heute gedreht wurden, immer irgendwelche Fehler in Sachen Ausstattung oder Kleidung zu finden – jedoch ist mir nichts aufgefallen.

Ein wenig erinnert SUMMER OF 84 natürlich an die mittlerweile zur Kultserie avancierten STRANGER THINGS, wobei sich das eher auf die Protagonisten, denn auf die Handlung bezieht, die völlig anders gelagert ist.

Der große Pluspunkt, den ein Film aus dem Jahre 2017 zu einem aus den 80ern hat sind die Dialoge, denn wenn man sich alte Streifen aus diesem Jahrzehnt anschaut, benutzt man da Worte und Sätze die heutzutage völlig out sind und teilweise total lächerlich wirken.

Die Geschichte an sich wurde ja so durchaus schon öfters erzählt, siehe DAS FENSTER ZUM HOF oder auch DISTURBIA, in denen immer der Nachbar der Verdächtige ist, aber selten so charmant wie hier. Auch wenn die Jungs natürlich ein wenig den typischen Klischees entsprechen (der Schlaue, der Dicke, der Coole und der Intellektuelle) macht es trotzdem Spaß den Kerlen bei der „Arbeit“ zuzusehen.

Am Ende gibt es zudem noch eine faustdicke Überraschung und man lässt sich zudem Spielraum für einen zweiten Teil, der wünschenswert wäre.

Sehr schön auch die musikalische Untermalung im typischen 80er Synth-Sound Gewand, welcher durch John Carpenter mitgeprägt wurde und der diese liebevolle Hommage an Filme wie GOONIES noch unterstützt.

Ein kleiner Geheimtipp.

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DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (Universum Film)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Um ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen, flieht Rose mit ihren vier Kindern von England nach Amerika und lässt sich dort auf dem abgelegenen Anwesen Marrowbone nieder. Doch Rose erkrankt aus heiterem Himmel und stirbt wenige Tage später. Dies kann durchaus zu einem Problem werden, denn keiner der Söhne ist bereits 21 und man kann ihnen daher das Haus wegnehmen. Also muss man vor den Einwohnern verbergen, das die Mutter nicht mehr lebt, da sonst das Waisenhaus droht. Das gestaltet sich jedoch zunehmend schwerer, denn der neugierige Anwalt Porter hat Lunte gerochen und Jack ist in ein Mädchen verliebt. Zudem scheint es in dem Haus zu spuken. Man hört merkwürdige Geräusche und insbesondere der kleinste der vier, Sam, erzählt ständig von einem Geist….

Um das erst einmal klarzustellen. Sowohl Cover als auch Trailer, als auch Titel deuten hier auf einen Horrorfilm hin Das ist MARROWBONE aber nicht. Zwar sind ein paar kleine Elemente enthalten, doch eigentlich ist das hier ein Sozialdrama, welches in den 60ernn spielt und später mit etwas Thrill und ganz leichten Horrorschnipseln ausgeschmückt wird.

Ich betone das deshalb, weil die meisten Menschen sonst wieder mit einer ganz anderen Vorstellung an diesen Film herangehen werden und sich danach fragen, wo hier der Horror geblieben ist, den der Trailer suggeriert.

Als Familiendrama weiß der Streifen nämlich durchaus zu überzeugen und die vier Geschwister, von denen ich nur Charlie Heaton kannte, weil er in STRANGER THINGS mitspielt, machen ihre Sache durchaus ordentlich.

Wer also hier ein gutes Drama sehen will, kommt auf seine Kosten – ich befürchte nur das die wenigsten mit dieser Erwartung an MARROWBONE herangehen werden und dann enttäuscht sind. Der Streifen bekommt auf imdb eine sehr gute Durchschnittsnote, der ich mich auch in etwa anschließen würde.

Zudem gibt es gegen Ende noch einen sehr schönen Twist, auf den ich nie und nimmer gekommen wäre und der das ganze dann noch ein wenig aufwertet und einen halben Chucky dazu ergattert.

Fazit: Ansprechendes Familiendrama in schöner Optik und guten Darstellern. Allerdings weit entfernt von einem Horrorfilm, darüber muss sich jeder im klaren sein, der diesen Streifen kauft oder ausleiht.

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JOSHUA (Koch Media)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Die Welt der Familie Cairn ist einigermaßen in Ordnung. Vater Brad ist Banker an der Wall Street, Mutter Abby hat soeben Sprössling Lily zur Welt gebracht, leidet allerdings unter Depressionen. Ihr neunjähriger Sohn Joshua ist ein hochbegabtes Kind, das sogar mindestens eine Klasse überspringen soll und für sein Alter schon virtuos am Klavier ist. Als jedoch das Baby nicht aufhören will zu schreien, dreht Abby irgendwann durch. Zudem stellt Joshua merkwürdige Fragen. Kurz darauf verunglückt die Mutter von Brad und in dem regt sich der Verdacht, das sein Sohn gar nicht so ein Unschuldslamm ist, wie es nach außen scheint.

In der ersten Veröffentlichung als DVD von 2007 stand als Untertitel noch KIND DES TEUFELS – das hat man sich hier zum Glück erspart, denn das ist mal wieder kompletter Unsinn, denn der Film hat mit einem Horrorfilm nun mal gar nichts zu tun und ist eigentlich nicht mal ein Thriller, sondern ein Psychodrama.

Hätte man sich den ersten Teil des Namens einer der Hauptdarsteller mal besser zu Herzen genommen, das ist nämlich Sam ROCKwell, der hier mit Vera Farmiga die Eltern des gar nicht so harmlosen Rackers spielt.

Denn Tempo fehlt diesem Film von Anfang an. Man versucht zwar sehr schön dem Zuschauer die Charaktere näher zu bringen, verwendet dafür allerdings doch etwas viel Zeit, denn es dauert eigentlich fast 50 Minuten, bis mal endlich etwas nennenswertes passiert.

Der Junge der Joshua gibt, liefert allerdings eine formidable Leistung ab und spielt die beiden gestandenen Stars locker an die Wand und das nur mit minimalen Gesichtsausdrücken. Jedoch hat man von ihm nicht mehr viel gesehen in den letzten 10 Jahren, was mich wundert, denn der Junge hat Talent. Lediglich im STAR TREK REBOOT als ganz junger SPOCK hatte er einen kurzen Auftritt.

JOSHUA ist kein schlechter Film, er kommt nur einfach zu spät in die Gänge. Zudem ist das Ende sehr abrupt und wird nur von Leuten verstanden werden, die dem englischen mächtig sind (mehr kann ich aus Spoilergründen leider nicht verraten).

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht – hier wurde etwas Potenzial verschenkt, dachte sich wohl auch Farmiga und spielte ein paar Jahren später in ORPHAN mit, der ähnlich gelagert, aber deutlich spannender ist.

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DER NEBELMANN (Koch Media)

am 20. September 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Bereits vor einigen Jahrzehnten ging in einem kleinen Dorf in den Alpen ein Kindesentführer um, auch wenn das von offizieller Seite niemand bestätigen wollte. Dann verschwindet plötzlich wieder ein Mädchen und man stellt sich die Frage, ob es es sich um den gleichen Täter handelt. Der selbstverliebte und pressegeile Star-Ermittler Vogels wird mit dem Fall beauftragt und stößt auf eine gläubige Gemeinschaft und einer Mauer des Schweigens. Dann entdeckt er auf einem Video eines Freundes der Entführten, immer wieder einen weißen Jeep, der einem Lehrer gehört. Ohne große Beweise zu haben, das dieser Wagen etwas mit dem Verbrechen zu tun hat, spielt er diese Aufnahmen der Presse zu und es beginnt eine Hetzjagd auf den Pädagogen und das Dorf wendet sich komplett von ihm ab.

DER NEBELMANN hat ein Problem – und das ist seine Länge. Auf satte 130 Minuten kommt der Streifen, dessen Geschichte aber so eine Dauer eigentlich nicht hergibt und der Film daher partiell sehr dialoglastig ausfällt.

Das hört sich aber negativer an, als es eigentlich ist, denn gegen Ende gibt es sage und schreibe 3 Wendungen, die zwar nicht zwingend logisch, aber allesamt überraschend daherkommen. Insbesondere die Schlusspointe ist originell.

Jean Reno ist zwar dick auf dem Cover abgebildet, hat aber eine eher kleinere Rolle und spielt den Psychiater, der Vogels verhört, nachdem dieser einen Autounfall hatte. Dies ist eigentlich das Ende der Geschichte. Von da an wird immer wieder mit zahlreichen Zeitsprüngen gearbeitet, was meiner Meinung nach dem Film einfach zu viel Tempo nimmt. Ich denke eine stringente Abfolge hätte dem Streifen besser getan.

Auch Toni Servillo spielt die Rolle des selbstverliebten Ermittlers ansprechend. Überhaupt kann man gegen den Cast nichts einwenden. Auch die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache gut und der Streifen wirkt insgesamt auch sehr homogen.

In den Extras quasselt der Drehbuchautor ohne Luft zu holen – wäre der Streifen in dem gleichen Tempo gedreht, ginge hier richtig die Post ab. Zudem scheint er auch ein wenig selbstverliebt zu sein – wie sein erdachter Ermittler.

In einer Nebenrolle ist übrigens Greta Scacchi zu sehen, von der mir schon ewig kein Film mehr aufgefallen ist. Das war die Darstellerin, die die Rolle in Basic Instinct ablehnte und Sharon Stone damit zu Weltruhm verhalf.

Unter dem Strich eine Mischung aus Drama und Thriller, bei dem einen nur die Laufzeit ein wenig zu schaffen macht. Für die Charakterzeichnung nimmt man sich sehr viel Zeit – manchmal zu viel. Die Schlusswendungen und die letzten 30 Minuten an sich, entschädigen aber für den ein oder anderen Leerlauf.

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GRINGO (Universum Film)

am 20. September 2018 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Harold Soyinka ging es blendend, als er morgens zur Arbeit aufbrach, doch dann kommt es knüppeldick. Erst erfährt er, das er faktisch pleite ist, danach scheint sich anzudeuten, dass die Firma verkauft werden soll und er seinen Job verliert und dann stellt er auch noch fest, das seine Frau fremdgeht – und das über Skype. Also übernimmt Harold die Initiative und täuscht eine Entführung vor, denn für gewisse Leute kann der gute durchaus gefährlich werden, denn er hat seit Jahren im Rahmen der Firmentätigkeit mit einem mexikanischen Drogendealer zusammengearbeitet – selbstverständlich ohne das zu wissen. Dieser benötigt aber ebenfalls seine Dienste und hält ihr für den Chef des Unternehmens. Und dann hetzt ihm sein wirklicher Boss auch noch seinen Bruder auf die Pelle, einen ehemaligen Söldner. So wird er plötzlich von der halben Welt gejagt – ohne genau zu wissen warum.

Diese Ausgangslage führt dann zu recht unterhaltsamen Abschnitten, in denen David Oyelowo als harmloser und hilfloser Angestellter, durchaus komödiantisches Talent beweist, obwohl er in der Vergangenheit doch eher anspruchsvolle Filme drehte. (NINA oder SELMA seien hier erwähnt)

Auch der Rest des Castes ist wahrlich hochkarätig. Charlize Theron, Joel Edgerton, Amanda Seyfried und einige andere mehr, tauchen hier teilweise sogar nur in kleineren Rollen auf.

Das Drehbuch ist fein ausgeklügelt, denn die ständig vorhandenen Wendungen sind nur schwer zu erahnen und gerade gegen Ende wird es dann komplett chaotisch, wobei das Wort in diese Fall positiv gemeint ist.

Allerdings dauert es ein wenig bis der Streifen in die Gänge kommt und man auch die Geschichte durchschaut. Zudem ist es gar nicht so einfach GRINGO einem Genre zuzuordnen. Actionkomödie triffts wohl am ehesten, wobei auch durchaus Thrillerelemente vorhanden sind.

Der Film ist an manchen Stellen überraschend brutal. Das fällt einem im ersten Moment gar nicht so sehr auf, doch wenn man mal genauer drüber nachdenkt, gibt es schon einige Szenen (Stichwort Kopfschuss oder großer Fußzeh) die nicht ohne sind. Von daher geht die FSK-Freigabe 16 auch durchaus in Ordnung.

Leider nimmt der Trailer in diesem Fall wieder zu viel vorweg und nahezu alle guten Szenen sind da bereits vorhanden. Ein Phänomen, das sich insbesondere bei Horrorstreifen oft beobachten lässt und da frage ich mich schon, wer so etwas zusammenschneidet.

Ich habe diesen erst im Nachhinein gehen und konnte ohne vorgefertigte Meinung oder Wissen an GRINGO herangehen und bin insgesamt positiv überrascht, denn insbesondere gegen Ende ist das Drehbuch, wie bereits oben kurz erwähnt, extrem pfiffig.

Sehen aber nicht alle so, denn die Durchschnittsbewertungen im Internet sind nicht besonders gut, was ich nicht verstehen kann. Ich fand GRINGO sehr unterhaltsam.

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FREDDY /EDDY (Eurovideo)

am 11. September 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Der Maler Freddy hat ein ziemliches Problem. Denn seine Frau hat ihn angeklagt, weil er sie schwer verletzt hat. Als er sie mit einem anderen im Bett entdeckte, brannten bei ihm die Sicherungen durch. Sie erhält das Sorgerecht und er darf sein Kind nur alle 2 Wochen sehen. Doch das hat noch andere Folgen. Viele Freunde wenden sich von ihm ab und auch die Nachbarn wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben, obwohl er immer noch behauptet, nichts mit der Tat zu tun zu haben. Lediglich Paula und Mizi, die neu im Haus gegenüber einziehen, sind ein Lichtblick in Freddys Leben, denn er freundet sich mit beiden an. Doch dann taucht sein früherer Freund Eddy wieder auf. Ein imaginärer Kumpel, den er als Kind immer mit sich trug und der aussieht wie er selbst. Freddy ist sich jedoch sicher, das hier ein Mensch aus Fleisch und Blut existiert und es keine Wahnvorstellung ist, doch keiner glaubt ihm. Dreht er nun total durch und ist Eddy, nur ein Hirngespinst oder doch eine reale Person, die sich in sein Leben einmischt ?

Mit einem Budget von sage und schreibe 75.000 EURO hat die Regisseurin Tini Tüllmann (es handelt sich hierbei um eine Frau – selbst in Pressetexten steht hier desöfteren Regisseur!) einen spannenden kleinen Thriller inszeniert, der bis in die kleinsten Nebenrollen prominent besetzt ist.

Hier wirken neben den Hautdarstellern Felix Schaefer und Jessica Schwarz so bekannte Namen wie Robert Stadlober, Burghardt Klaußner und sogar der Anführer der „roten Bänder“ Tim Oliver Schulz, in teilweise winzigen Nebenrollen mit. Das war natürlich nur möglich, weil diese alle auf ihre normale Gage verzichteten.

Auch der Streifen selbst hat überhaupt keinen Low Budget Look und sieht wirklich auch aus, wie eine hochprofessionelle Kinoproduktion.

Die ersten 60 Minuten weiß man natürlich nicht, was Sache ist. Gibt es Eddy wirklich oder hat Freddy sich diesen nur erschaffen, um unter einen anderen Ich seine dominante Seite auszuleben? Danach wird der Film insgesamt ein wenig konventioneller was schade, aber eigentlich auch nicht vermeidbar ist. Das Ende wiederum ergattert einen Pluspunkt.

Wenn man mal wieder sagt, das es ohne Budget in Deutschland nicht möglich ist einen guten Film zu drehen, kann man FREDDY/EDDY als Paradebeispiel gegen diese These anführen. Sicher bekommt nicht jede/r Regisseur/in so gute Schauspieler für Umme, aber im Endeffekt ist es doch die Umsetzung und die Geschichte, die den Streifen zu einem kleinen Geheimtipp werden lässt.

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THE ENDLESS (Meteor/Alive)

am 11. September 2018 unter Drama, SciFi, Suspense, Thriller abgelegt

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Zehn Jahre sind vergangen, seit die Brüder Aaron und Justin den Klauen des religiösen Kults entkommen sind, in dem sie einst aufwuchsen. Doch nun taucht plötzlich ein Videoband auf, durch das die Vergangenheit wieder allgegenwärtig ist. Aaron war damals noch klein und sein Bruder erzählte ihm all die Jahre, dass er ihn aus der Sekte befreit hätte ,die seiner Meinung nach einen kollektiven Selbstmord plante. Trotzdem kann ihn Aaron überreden, der Gemeinschaft einen Besuch abzustatten. Man wird auch erstaunlich freundlich aufgenommen. Zudem scheint es den Mitgliedern gut zu gehen, denn sie wirken gesund und sind kaum gealtert. Doch irgend etwas stimmt nicht, denn wieso fliegen Vögel in merkwürdigen Formationen und man sieht bis zu 3 Monde am Abend? Als das Brüderpaar der Wahrheit auf die Spur kommt, ist diese bitter für alle Beteiligten.

Auch THE ENDLESS ist kein einfacher Film, doch handelt es sich hier explizit nicht um Kunstkino, sondern einen Thriller mit künstlerischem Touch, was bedeutet, das auch der Normalbürger wie ich diesen schauen kann, ohne gleich Roger Ebert zu sein.

Leichte Kost ist THE ENDLESS aber keineswegs, denn auch nach 2-maliger Sichtung des Streifens habe ich noch immer nicht alles verstanden. Ich versuche hier auch bewusst relativ wenig zu verraten – man sollte den Film einfach selbst schauen und ihn auf sich wirken lassen. Einen Referenzfilm hierfür zu finden, ist dabei äußerst schwer, denn THE ENDLESS ist dafür einfach zu speziell.

Auf vielen Seiten wird er aber gut bewertet und auch der Schnitt auf imdb von 7,2 deutet daraufhin, dass auch andere diesen Film mögen, der, das muss man allerdings schon anmerken, sehr langsam beginnt und erst nach einer Weile Fahrt aufnimmt, weil man auch versucht, die damalige Flicht des Brüderpaars herauszuarbeiten.

Selbst die Zuordnung des Genre fällt hier schwer. Ein wenig Sozialdrama, Science Fiction, Thriller – von allem ist etwas dabei.

Fazit: Sicher nicht für jedermann ,ist dieser Streifen mit einigen Preisen ausgezeichnet worden und dies nicht ganz zu Unrecht. Man bekommt zwar keine leichte Kost geboten, doch insbesondere der letzte Abschnitt und einige Ideen sind herausragend, obwohl auch hier nicht viel Budget zur Verfügung stand. Wer allerdings alles erklärt haben möchte, wird enttäuscht werden.

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REVENGE (Koch Media)

am 30. August 2018 unter Horror, Suspense, Thriller abgelegt

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Die atemberaubende Jen genießt ein luxuriös-romantisches Wochenende in der Villa ihres reichen Lovers Richard , als dessen Geschäftsfreunde zu einem unangekündigten Jagdausflug auftauchen. Im Verlauf einer lockeren Party steigert sich die Spannung unter den Anwesenden ins Unermessliche und entlädt sich in der brutalen Vergewaltigung Jens. Um den Vorfall zu vertuschen, wird sie von Richard eine Klippe in den sicheren Tod hinuntergestoßen. Doch unglücklicherweise für die Männer hat Jen den mörderischen Sturz überlebt – schwer verletzt und aufgespießt von einem Baum. Das vermeintliche Freiwild rettet sich blutüberströmt in die Wüste, versorgt ihre Wunden und macht sich nun selbst unerbittlich auf die Jagd nach ihren Peinigern, mit nur einem Ziel: Rache!

So weit der wirklich gelungene Pressetext. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man es schafft, aus einer praktisch nicht vorhandenen Geschichte, eine so lange Zusammenfassung zu pressen – das hätte ich niemals hinbekommen.

Daher fangen wir auch gleich mit den negativen Dingen an. Wie man einen Sturz aus gefühlten 80 Metern überleben kann und das auch noch aufgespießt von einem Baumstumpf, ist schon reichlich weit hergeholt und Madame ist anscheinend ein anatomisches Wunder. Das hätte man nun wirklich auch logischer präsentieren können. Wie sie die Wunde heilt, schlägt dann dem Fass den Boden aus.

Aber o.k. Es handelt sich hier um einen klassischen REVENGE Film, da muss man über solche Sachen wohl hinwegsehen, zumal der Film wirklich auch einige Stärken zu bieten hat.

Dem Mädel gelingt die Wandlung von der kleinen dummen Blondine zum Racheengel durchaus überzeugend. Regisseurin Coralie Fargeat , die eher aussieht, als würde sie lustige Familienkomödien drehen, lässt ihr dabei auch Platz für Improvisation.

Was die eben erwähnte Dame aber visuell aus ihrem Spielfilmdebüt herauszaubert, ist aller Ehren wert. Im 5 Minuten-Takt streut sie optische Highlights ein, die ich in einem Film aus diesem Genre noch nie gesehen habe und die ein wenig an STAY erinnern. Ich nenne da nur mal Mond, Ameise oder Apfel als Beispiel. Zudem ist alles sehr farbenprächtig inszeniert.

Das wird den Freund von viel Blut wenig beeindrucken, denn der will lieber viele rote Flüssigkeit sehen und bekommt diese auch reichlich geboten. Besonders der Showdown ist doch recht drastisch inszeniert.

Wer also REVENGE als Metzelfilm mit öder Story aburteilt, liegt in meinen Augen falsch. Der Streifen ist durchgehend spannend und man leidet mit der Protagonistin und im Zusammenspiel mit den bereits erwähnten visuellen Spielereien, ergibt sich daraus ein positives Gesamtbild.

Fazit: Die guten Kritiken sind durchaus berechtigt, denn REVENGE ist mehr als ein tumbes Gemetzel, ordentlich besetzt und wird nie langweilig, Über einige doch recht unlogische Szenen muss man in diesem Fall hinwegsehen, die durch grandiose Ideen im visuellen Bereich auch kompensiert werden.

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