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Archiv der Kategorie 'Suspense'

LIFJORD – STAFFEL 2 (Koch Media)

am 11. Juli 2017 unter Drama, Suspense, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Am Ende der ersten Staffel war eigentlich alles geklärt, daher war ich gespannt, wie es denn nun weiter gehen würde. Doch man bediente sich hier eines recht einfachen Kniffs, denn der „Geständige“ widerruft seine Aussage einfach und schon geht wieder alles von vorne los. Das ist zwar nicht wirklich originell, doch da die zweite Staffel erheblich besser ist als der Vorgänger, im Nachhinein begrüßenswert. Wer Nummer 1 nicht gesehen hat versteht hier nichts, denn die Ereignisse gehen direkt am Schauplatz der letzten Szene weiter.

Aksel klagt William wegen Mordes an. Mit der Zeit jedoch tun sich einige Abgründe auf, denn er kann sich nicht wirklich erinnern, was in der Mordnacht passiert ist und auch sein Alibi gerät erheblich ins Wanken. Das er dafür verantwortlich ist, das die meisten Einwohner in der Stadt ihren Job verlieren, macht ihn zudem auch nicht wirklich beliebter. Im Laufe des Prozesses muss er feststellen, das er die Sache lieber hätte ruhen lassen sollen, denn es kommen Wahrheiten ans Licht, auf die er hätte verzichten können.

Es ist unmöglich die ganze Handlung hier zu besprechen, denn dazu ist diese einfach zu komplex. Dazu gibt es reichlich Wendungen, die zwar an manchen Stellen zunächst etwas weit hergeholt scheinen, dann aber doch durchaus einen Sinn ergeben.

Der Vorteil der zweiten Staffel ist einfach, das man die Charaktere alle kennt. Bis man die im Vorgänger eingeführt hatte, waren schon mal 90 Minuten vorbei. Zudem mutiert die Geschichte immer mehr zu einem Thriller mit Drama-Elementen, während Nummer eins eher spärlich spannend war.

Die Schauspieler sind natürlich alle gleich geblieben und so muss ich mein Lob nicht noch einmal wiederholen, wobei ich doch die Leistung von Lena Endre herausheben möchte, die als intrigante und doch familienbewusste Eva eine hervorragende Leistung abliefert.

Auch dieses Mal kann ich mir nur schwer vorstellen, das es noch eine nächste Staffel geben wird, denn wieder scheint so weit alles geklärt, aber da habe ich mich ja schon einmal getäuscht. Der Schnitt von 7,6 bei imdb ist durchaus gerechtfertigt. Klare Steigerung zum soliden Vorgänger.

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THE GIRL WITH ALL THE GIFTS (Universum Film)

am 05. Juli 2017 unter Drama, Horror, Suspense abgelegt

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Eine Pilzinfektion hat große Teile der Menschheit ausgerottet. Daher laufen nun die sogenannten Hungries durch die Gegend, die wie der Name schon sagt, ständig Hunger haben und sich von Blut und Fleisch ernähren. Hoffnung scheint es nur durch eine kleine Anzahl infizierter Kinder zu geben, die dabei helfen sollen, einen Impfstoff zu finden. Größtenteils können Sie ihren Fressimpuls unterdrücken. Besonders in ein Mädchen setzt man große Erwartungen – Melanie ist intelligent und auch erstaunlich emphatisch für eine Infizierte. Als jedoch die Basis von einer riesigen Horde Hungries überrannt wird, können außer ihr nur ihre Lehrerin Helen, Sergeant Parks, ein Soldat und Dr. Caldwell entkommen. Melanie muss vor allem geschützt werden, denn sie ist wohl die letzte Hoffnung der restlichen Menschheit.

Oh man, schon wieder ein Zombiefilm werden viele sagen und ehrlich gesagt war das auch mein erster Gedanke Hätte mir jemand diesen Streifen nicht wärmstens ans Herz gelegt, hätte ich ihn mir wahrscheinlich gar nicht angeschaut, denn das Thema ist allerspätestens seit WALKING DEAD jetzt echt auserzählt.

Überraschenderweise schafft GIRL WITH ALL THE GIFTS es aber, neue Aspekte einzubringen. Die Idee mit den Zombiekindern ist durchaus originell. Auch das Melanie erstaunlich viel Empathie zeigt, aber dennoch, wenn sie Hunger hat, ihrem Fressreiz nicht widerstehen kann, sonst aber fast ein normales Kind ist, kannte man zumindest aus anderen Streifen mit der Thematik noch nicht.

Das Glenn Close mal in einem Horrorfilm inklusive Untoten mitspielen wird, hätte sie wahrscheinlich vor 10 Jahren auch noch nicht vermutet. Sie liefert eine überraschend starke Leistung ab und ist, neben Melanie, der mit Abstand interessanteste Charakter.

Mitte des Films geht ihm mal kurzfristig etwas die Luft aus und insgesamt hätten 20 Minuten weniger wohl auch gereicht. Trotzdem bleibt er, auch weil man nie weiß, was denn nun als nächstes passieren wird, durchaus spannend und zieht in den letzten 30 Minuten dann wieder enorm an.

Das Ende ist dann sicherlich Geschmackssache. Wer hier ein klassisches Happy-End erwartet wird enttäuscht sein. Zudem kann ich die Reaktion bzw Aktion von Melanie kurz vor Ende des Streifens nicht wirklich nachvollziehen. (mehr geht aus Spoilerrgründen nicht)

Wer dachte das wirklich das Genre tot ist, wird hier positiv überrascht, auch weil man es schafft, einen Horrorfilm mit einem Drama zu kombinieren, was nur ganz selten funktioniert.

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TELL ME HOW I DIE (Alive)

am 20. Juni 2017 unter Horror, SciFi, Suspense abgelegt

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Einige Studenten, unter anderem die sympathische Anna, nehmen an einem Medikamenten-Test in einer Forschungsstation teil, welche mitten in der Pampa liegt, aber 2000 Dollar sind durchaus ein Anreiz an dem ganzen teilzunehmen. Getestet wird ein Mittel, welches die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Schon nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Wirkungen – allerdings anders als angenommen. Einige der Teilnehmer haben Visionen und können Dinge sehen, die, wie sich später zeigt, auch wirklich passieren. Anfangs finden das einige ziemlich cool, denn zum Beispiel in einem Kasino kann man damit gut Geld scheffeln. Doch als der erste der Herrschaften das Zeitliche segnet und dies Anna in einer Vision erschien, wird den Teilnehmern mulmig. Zudem hat sich anscheinend ein Killer Zugang verschafft und dezimiert ordentlich Teilnehmer der Studien, als auch Personal.

Das hört sich jetzt insgesamt banaler an als es eigentlich ist, denn nach ca. 45 Minuten gibt es erste Anzeichen einer Wendung, die mir extrem gut gefallen hat, denn daraus resultiert, das die Überlebenden nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Leider kann ich nicht sagen , warum das so ist, denn das wäre wirklich zu krass gespoilert und würde hier doch zu viel vorwegnehmen.

Wer meint, man bekommt hier einen billig aussehenden B-Movie zu sein, der wird überrascht sein. Alleine die Forschungsstation macht optisch richtig was her und auch der komplette Look des Films sieht nun wahrlich nicht nach einer billigen Produktion aus. Respekt, was der völlig unbekannte Regisseur D.J Viola hier aus dem mickrigen Budget herausgeholt hat.

Die Schauspieler sind auch weitestgehend unbekannt, bestenfalls William Mapother, der den behandelnden Arzt spielt, kennt man aus recht vielen Filmen.

Wieso TELL ME HOW I DIE teilweise vernichtende Kritiken bekommt, ist für mich nicht nachvollziehbar – teilweise mit der Begründung der fehlenden Logik. Da frage ich mich, wie ein Film der mit einem Thema experimentiert, das so noch nie verfilmt wurde und in dem es um ein Medikament geht, das diverse Nebenwirkungen hat, dass es so aber gar nicht gibt, logisch sein kann?

Das sind dann aber komischerweise die gleichen Menschen, die den schlimmsten Rohrkrepierer der letzten 3 Jahre namens DONT BREATHE gut finden. DER war mal unlogisch, weil es da nicht um Experimente sondern nur um reale Dinge ging, und die waren völlig bescheuert konstruiert.

Ok, gegen Ende übertreibt es der Drehbuchautor ein wenig selbstverliebt mit seinen Visionen und Voraussagen und 107 Minuten sind auch eine stramme Laufzeit – da hätten es 25 Minuten weniger auch getan.

Trotzdem bleibe ich im Gegensatz zu den meisten (Ausnahmen sind einige Kritiken bei imdb) dabei, das TELL ME HOW I DIE einer der spannendsten Filme des Jahres ist. Wer zum Beispiel MORGAN Project mochte, wird auch hier Gefallen finden, weil es auch da um eine Mischung aus Horror und Sci-Fi ging. Zudem gibt es auch noch einiges an recht originellen Mordarten zu sehen. Was will man noch?

GEHEIMTIPP!

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AMBULANCE (KOCH MEDIA)

am 20. Juni 2017 unter Horror, Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Comiczeichner Josh spricht in New York auf der Straße seine Traumfrau Cheryl, an, der er schon wochenlang hinterherhechelt. Doch plötzlich hat sie einen Schwächeanfall und wird von einem Krankenwagen abgeholt. Als Josh sie im Krankenhaus besuchen will, wurde sie weder da, noch in irgend einem anderen New Yorks eingeliefert. Dann findet er heraus das dieser Krankenwagen anscheinend Diabetiker entführt, doch der ermittelnde Detective glaubt ihm nicht. Lediglich die Streifenpolizistin Dandra versucht ihm zu helfen und bald geraten beide in akute Gefahr.

Ich glaube 1990 kannte diesen Film so ziemlich jeder Videothekengänger. Im Kino nicht wirklich ein Hit, entwickelte sich der Streifen auf VHS zu einem Renner, für den man dann auch mal anstand, um ihn zu bekommen (so war das früher).

Doch wie das oft bei solchen Produktionen ist, kann man solche Filme 25 Jahre später nicht mehr schauen, weil die Dialoge heutzutage total beknackt wirken. AMBULANCE hat den Test of Time überraschend gut bestanden. Die Story ist originell, die Konversationen sind zwar nicht mehr zeitgemäß, aber auch nicht zu lächerlich. Lediglich die vollkommen bescheuerten Klamotten und Frisuren sind schauderhaft.

Doch das soll hier nichts zur Sache tun. Kümmern wir uns also um die technische Seite. Wie man das von KOCH gewohnt ist, bekommt man ein hervorragendes Bild geboten. Die Blu Ray hat eine ordentliche Qualität und kann mit B-Movies von heute durchaus mithalten. Der Ton ist in 2.0 und erfüllt seine Pflicht.

Das Mediabook enthält ein wunderschönes Inlay das die Geschichte und die Hintergründe der damaligen Produktion beleuchtet. Dazu gibt es die DVD und auch einiges an Bonusmaterial hat man noch ausgegraben, unter anderem Hintergründe zum Film die bestimmt genauso lange sind wie der Streifen selbst und einen Audiokommentar von Larry Cohen, dem Regisseur, der uns in den 80er und 90ern so viele gute Filme kredenzte – meist als Drehbuchautor. Unter anderem wären da MANIAC COP, NICHT AUFLEGEN und der leider völlig unbekannte DONOR (deutscher beknackter Titel : Skalpell des Schreckens) zu nennen.

Fazit: Ein sehr schönes Gesamtpaket, wie man es von Koch gewohnt ist. Natürlich ist das auch nicht ganz billig, aber Qualität hat eben ihren Preis.

ALLIED (Paramount/Universal Pictures)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Suspense abgelegt

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In ALLIED wird und die Geschichte des des englischen Geheimdienstoffiziers Max Vatan und der französischen Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour erzählt, die sich im geheimen Auftrag der Alliierten in Casablanca zusammentun, um ein Attentat zu verüben. Offiziell sind sie da schon verheiratet. Dies passiert später jedoch auch wirklich, denn das Paar hat sich beim Auftrag ineinander verliebt. Doch dann wird Marianne verdächtigt, eine verdeckte deutsche Agentin zu sein. Sollte sich dies als wahr herausstellen, weiß Max, was er zu tun hat – sie umgehend zu eliminieren.

Einen Film mit einem doch sehr großen Budget bespreche ich selten, denn er ist eigentlich nicht wirklich das was ich auf meiner Seite so präsentiere. In diesem Fall mache ich jedoch mal eine Ausnahme, weil mit der Streifen sehr gut gefallen hat.

Zwar ist das Ende doch relativ leicht abzusehen, doch bis dahin bekommt man einen stilsicheren und hervorragend gespielten Krimi der alten Schule zu sehen, in der die Hauptdarsteller überraschend gut aufspielen, zumal beide nicht wirklich zu meinen Favoriten gehören. Besonders Frau Cotillard, deren latenter Hang zum Overacting mich meist nervt, spiet erstaunlich nuanciert.

Robert Zemeckis, der legendäre Macher von Back to the future meldet sich nach längerer Abstinenz (obwohl so alt ist THE WALK ja auch noch nicht) mal wieder als Regisseur zurück und hat sich dafür ein sehr gutes Drehbuch ausgesucht. Die Figuren und die Konflikte, in denen sie sich bewegen sind glaubwürdig und nicht immer durchschaubar. Die Geschichte ist interessant und Menschen die sich gar nicht in den Wirren des zweiten Weltkrieges auskennen, bekommen sogar noch ein wenig Wissen vermittelt.

Dabei halten sich Liebesgeschichte und Krimihandlung einigermaßen die Waage, so das das Pendel nicht zu stark in eine Richtung ausschlägt. Die 2 Stunden kamen mir zudem relativ kurz vor.

Wer gerne alte Spionagestreifen wie etwa ENIGMA zu seinen Favoriten zählt, kann hier eigentlich bedenkenlos zugreifen.

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A KIND OF MURDER (Universum Film)

am 30. Mai 2017 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Walter Stackhouse ist ein erfolgreicher Architekt im New York der Sechzigerjahre, verheiratet mit der schönen Clara und führt ein vermeintlich perfektes Leben. Zumindest nach außen hin, denn seine Gattin hat schwere Depressionen und ist krampfhaft eifersüchtig. Da Stackhouse schon immer einen Hang zu spannenden Kriminalfällen hat und selbst gerne Autor wäre, kommt ihm ein Mord in der Umgebung gerade recht. Der Tatverdächtige ist der Ehemann, den er in dessen Buchladen unter einem Vorwand aufsucht. Kurz darauf bekommt der Architekt jedoch selbst Probleme. Seine Gattin wird ebenfalls tot aufgefunden. Als ans Licht kommt das er eine Affäre mit einer Barsängerin hatte, gerät er plötzlich ebenfalls unter Mordverdacht.

Das der Streifen sich an Hitchcock-Vorbildern orientiert ist offensichtlich. Leider erreicht er natürlich nicht annähernd die Qualität, wobei das nicht unbedingt an der Qualität des Regisseurs liegt, sondern an dem etwas holprigen Drehbuch.

Zudem dauert es recht lange, bis die eigentliche Krimihandlung mal ins Rollen kommt, davor ist der Streifen an manchen Stellen doch etwas geschwätzig.

Gelungen hingegen ist das coole 60s Flair und auch die Darsteller machen keinen schlechten Job, wobei Wilson sichtlich Spaß an seiner Rolle hat und den Hobby-Detektiv mit Verve verkörpert.

Hätte man die Geschichte etwas verschachtelter erzählt und die ein oder andere Wende eingebaut, wäre hier deutlich mehr möglich gewesen, als ein solider Genre Beitrag. Denn eigentlich gibt es hier einfach keine möglichen Verdächtigen, so dass der Ausgang im Grunde von vornherein klar ist.

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COLLIDE (Universum Film)

am 28. Februar 2017 unter Action, Suspense abgelegt

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Casey ist aus den USA geflohen, weil er dort diverse Probleme mit dem Rechtssystem bekam, denn Autoknacker ist nicht wirklich ein angesehener Job. Seine Wahlheimat Deutschland erweist sich jedoch als Glücksfall, denn hier lernt er die große Liebe seines Lebens kennen. Doch nach einer schönen Zeit bekommt Juliette die erschütternde Diagnose, das ihre Nieren nicht wirklich mehr funktionieren und sie dringend, zumindest eine neue braucht. Obwohl er dem kriminellen Leben eigentlich abgeschworen hat, steigt Casey wieder ein, um seine Freundin zu retten. Als er für den Gangster Geran einen Drogentransport überfallen soll, geht leider alles schief und Juliette scheint dem Tode geweiht, wie auch Casey, denn er hat sich hier mit dem falschen angelegt.

COLLIDE ist gar nicht so blöd, wie man nach dem Cover glauben könnte. Natürlich gibt es hier im Mittelteil Action ohne Ende, doch die Grundgeschichte ist durchaus nachvollziehbar und das Pärchen mit Nicholas Hoult und Felicity Jones auch glaubwürdig besetzt.

Auch Anthony Hopkins nimmt man seine Rolle als fiesem Drogenhändler mit Stil durchaus ab, doch was Ben Kingsley geritten hat diese Rolle anzunehmen, wird er wohl für sich behalten, denn in der undankbaren Rolle des Verbrechers Geran mutiert er zur Selbstkarikatur. Hat er das wirklich nötig?

COLLIDE ist einer der Filme, bei dem man mit dem Hauptdarsteller fiebert, obwohl er ja eigentlich Verbrechen begeht. Da dies aber im Namen der Liebe passiert, hat man als Zuschauer dann doch Verständnis für sein Tun, ähnlich wie bei Streifen wie SET IT OFF.

Natürlich sind die Verfolgungsjagden total übertrieben und die Gangster schießen grundsätzlich auch immer daneben, obwohl sie sonst alles treffen, aber der Unfall auf der Autobahn zum Beispiel ist wirklich spektakulär inszeniert.

Dadurch, das der Film die ersten 20 und die letzten 10 Minuten in ein Storygerüst eingebettet ist, wirkt er auch nicht so banal wie man zunächst glauben mag, denn die Grundgeschichte gefällt.

Fazit: Unterhaltsamer Streifen, dem natürlich partiell die Logik abgeht, aber bei dem man richtig gut abschalten kann.

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DER UNSICHTBARE GAST (Koch Media)

am 21. Februar 2017 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Der erfolgreiche Geschäftsmann Adrian gönnt sich nebenbei noch eine Affäre, die ihn aber ins Verderben zu stürzen scheint, denn anscheinend blieb das einem Herren nicht verborgen, der ihn nun erpresst und 100000 EURO will. Dazu lotst er ihn und eine Femme fatale in ein Hotelzimmer, wo sie auf weitere Anweisungen warten sollen. Doch dann wird Adrian niedergeschlagen. Als er aufwacht findet er seine Geliebte tot im Bad. Kurz darauf wird er festgenommen. Die renommierte Anwältin Virginia Goodman soll ihm nun aus der Patsche helfen und geht mit ihm die Ereignisse nochmals durch. Bald stellt sich heraus, das die Affäre nicht der einzige Schwachpunkt in seinem Leben darstellt und er und seine Geliebte einen Autounfall mit Todesfolge vertuschten. Die Luft für Adrian wird mit zunehmender Gesprächsdauer immer dünner.

Ich habe mich nun 20 Minuten gequält, um den Streifen dem Leser einigermaßen schmackhaft zu machen, doch wirklich gelungen ist es mir immer noch nicht, denn diese Zusammenfassung wird dem Film nicht gerecht, da hier nicht mal 10 % dessen aufgeführt ist, was man in den sensationellen 106 Minuten zu sehen bekommt. Es ist einfach nicht möglich, das Ganze gescheit zu komprimieren, weil einfach so viel passiert und ich ja auch nicht den halben Film vorweg nehmen will.

Ständig wird die Geschichte um weitere Geschehnisse ergänzt und parallel dazu (ähnlich wie in dem ebenfalls grandiosen THE BODY) entwickelt die Anwältin weitere Theorien wie alles abgelaufen sein könnte. Auch diese werden, wie die Geschichte die uns Adrian auftischt, filmisch präsentiert, so dass man als Zuschauer nie weiß, ob das was der vermeintliche Mörder erzählt die Ereignisse wiedergibt oder die Szenarien die Goodman entwickelt der Wahrheit entsprechen.

Das man hier nicht den Überblick verliert, liegt am genialen Drehbuch, das, wenn es ein Amerikaner geschrieben hätte, mit Sicherheit für einen Oskar nominiert worden wäre, denn dies ist so vielfältig, wendungsreich und überraschend, das man sogar den eigentlich nötigen Gang zur Toilette immer wieder hinauszögert, weil man wissen will, wie es weitergeht. Das hatte ich lange nicht mehr.

Zudem hat man hier wirklich gute Schauspieler engagiert. Insbesondere die Darstellerin der Anwältin Woodward ist sensationell. Wie sie ständig mit grimmiger Mine, die Aussagen ihres Mandanten in Frage stellt und seziert ist grandios.

Normalerweise sollte man bei Filmen, die auf dem Cover mit Hitchcock verglichen werden vorsichtig sein – in diesem Fall ist dieser Hinweis aber vollkommen gerechtfertigt – und auch noch untertrieben. Ich habe viele Filme des Altmeisters gesehen, doch einen so vielschichtigen wie diesen kenne ich von ihm nicht.

Für mich der beste Thriller, den ich in den letzten 5 Jahren gesehen habe. Hier passt einfach alles. Darsteller, Drehbuch, Spannung, Wendungen und die Auflösung. Ein absoluter Geheimtipp. Volle Chuckies!!!!

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OPERATION ANTHROPOID (Universum Film)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Die zwei tschechischen Soldaten Josef Gabcík und Jan Kubiš kehren im Dezember 1941 in ihre Heimat zurück, die mittlerweile unter der Besatzung der Deutschen steht. Sie haben den Auftrag, den SS-Obergruppenführer und Vorzeigesadisten Reinhard Heydrich zu ermorden und finden Unterschlupf bei einer Familie, bei der sie zusammen mit einigen anderen des Widerstands das Attentat planen. Doch selbst wenn dieses gelingen sollte ist es nicht sicher, ob Hitler nicht Rache im tschechischen Volk nehmen wird. Doch das Risiko ist die Gruppe bereit einzugehen.

Diese Ereignisse haben so oder so ähnlich wirklich stattgefunden und auch die beiden oben erwähnten Freiheitskämpfer gab es – das kann man überall nachlesen.

Cilian Murphy sieht man zudem immer gerne, zumal er sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht hat. Ob man sich mit Herrn Dorman, der sich immerhin leidlich müht, einen Gefallen getan hat, wage ich zu bezweifeln. Man hat einfach jedes Mal Mister Grey vor Augen, der nun als tschechischer Freiheitskämpfer durchgehen soll – so wirklich klappt das nicht.

Der Film ist allerdings durchaus spannend, hat aber den Nachteil, das man, wenn man die Thematik kennt, schon nach siebzig Minuten weiß, wie er ausgeht – danach folgen aber noch weitere fünfzig. Manchmal ist es gut nicht alles zu wissen, wenn man Filme mit historischen Bezügen schaut. Aber Regisseur Ellis kann ja nichts dafür, das ich, ansonsten die absolute Geschichtsniete, das zufällig wusste.

Ansonsten wird  der Streifen gegen Ende hin partiell ziemlich brutal und ich muss die Gottesgläubigen immer wieder fragen – dafür hat der Herr den Menschen erschaffen? Das der eine so mit den anderen umgeht, quält und/oder abschlachtet? Bis heute konnte mir niemand der Bibelfesten hierfür eine gescheite Antwort geben.

Vielleicht war der Sinn meiner Geburt aber zum Beispiel einfach nur, das ich über diesen Streifen am heutigen Tage eine Review schreiben sollte, was ich hiermit getan habe :o ).

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THE INFILTRATOR (Paramount)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Mitte der 80er übernimmt Special Agent Robert Mazur einen heiklen Auftrag. Er schlüpft in die Rolle des angeblichen Geschäftsmannes Bob Musella um das Kartell von Pablo Escobar zu infiltrieren, das die USA mit Drogen überschwemmt. Mithilfe des leicht gestörten Kollegen Emir sowie dem Grünschnabel Kathy, die sich als seine Verlobte ausgibt, fasst er auch schon bald Fuß in der Szene. Besonders die Freundschaft zu Roberto Alcaino, Escobars rechter Hand, bringt den Ermittler ein ganzes Stück vorwärts. Doch je weiter er vordringt, dessen gefährlicher wird es für ihn. Zudem befreunden sich die beiden Familien miteinander, was insbesondere Kathy in eine Sinnkrise stürzt.

Filme um und über den Drogenkönig gibt es mittlerweile doch einige. Insbesondere die, in der Benicio del Toro den scheinbar skrupellosen Boss spielt, ist sehr gelungen, aber Infiltrator bietet ebenso spannende Unterhaltung, auch wenn Escobar hier nie persönlich auftaucht.

Ich habe Cranston noch nie zuvor in einem Film gesehen und auch keine Folge Breaking Bad – er spielt seine Rolle aber sehr facettenreich und überzeugend. Überraschend stark trumpft auch Diane Kruger auf, deren schauspielerische Qualitäten ich sonst eher für bescheiden halte, obwohl ihre Filmauswahl in den letzten Jahren eigentlich ganz gut ist. Vielleicht zusammen mit RUN FOR HER LIFE (ein Klasse-Film, den leider fast niemand kennt) ihre beste Leistung

Fast so spannend wie der Film sind die Extras, in denen wirklich alle damals Beteiligten zu Wort kommen, wobei Mazur sich nicht im Licht filmen ließ, sondern im Dunkeln sitzt – wer mag es ihm verdenken? Selten habe ich so viel Zeit mit zusätzlichen Informationen zum Film verbracht, weil insbesondere die Making Ofs eh immer nur langweilige Lobhudeleien sind. In diesem Fall ist das anders.

Escobar wurde zwar 1993 erschossen, genießt in seinem Land aber, so bescheuert das klingt, immer noch Heldenstatus, da er sich trotz aller Geldgier, auch um viele Armen in seinem Land kümmerte und diverse soziale Projekte anschob. Vielleicht ist er deshalb als Person auch so interessant, weil die Widersprüchlichkeit seiner Handlungen einfach so groß ist.

Fazit: Es dauert ein wenig bis der Streifen in Fahrt kommt – danach bekommt man aber durchaus spannende Unterhaltung geboten. Die Darsteller sind, bis in die Nebenrollen, durch die Bank überzeugend.

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